vor 17 Stunden
Hinter den Kulissen kracht es
In der australisch-neuseeländischen NBL ist kurz vor der neuen Saison ein heftiger Machtkampf neu entbrannt. Sieben der zehn Klubs haben sich öffentlich gegen eine neu gegründete Vereinigung mehrerer Teambesitzer gestellt. Mittendrin sind auch die New Zealand Breakers, die seit diesem Sommer von Deutschlands Weltmeistertrainer Gordon Herbert trainiert werden.

Wie Fox Sports Australia berichtet, haben Adelaide, Brisbane, Cairns, Melbourne, New Zealand, Sydney und Tasmania gemeinsam Stellung bezogen. Die sieben Klubs distanzierten sich von der neu gegründeten Professional Basketball Club Owners Association, hinter der die Besitzer der Perth Wildcats, South East Melbourne Phoenix und Illawarra Hawks stehen. Die Vereinigung fordert unter anderem Veränderungen bei der Führung und mehr finanzielle Transparenz innerhalb des australischen Basketballs.
Damit positioniert sich auch Herberts neuer Klub aufseiten der deutlichen Mehrheit. Die sieben Vereine erklärten, die neue Organisation repräsentiere weder die Mehrheit der NBL-Eigentümer noch deren Ansichten. Eine zusätzliche unabhängige Interessenvertretung sei nicht notwendig, da bereits offene Kommunikationswege mit der Liga sowie ein regelmäßiges Forum für sämtliche Klubbesitzer existierten.
Herbert selbst ist an der Auseinandersetzung nicht beteiligt. Der frühere Bundestrainer hatte im Mai einen Zweijahresvertrag bei den Breakers unterschrieben und soll den viermaligen NBL-Champion wieder in die Erfolgsspur führen. Nach dem WM-Titel 2023 mit Deutschland und seiner anschließenden Zeit beim FC Bayern München beginnt der 67-Jährige damit erstmals ein Engagement in der australisch-neuseeländischen Liga. Parallel bleibt er Nationaltrainer Kanadas.
Hinter den Kulissen seines neuen Wettbewerbs geht es derweil deutlich turbulenter zu. Perth-Eigentümer Mark Arena, South-East-Melbourne-Besitzer Romie Chaudhari und Illawarra-Eigentümer Jared Novelly haben ihre Professional Basketball Club Owners Association erst vor wenigen Tagen ins Leben gerufen. Ihr erklärtes Ziel ist es, den Klubeigentümern mehr Einfluss zu verschaffen und für größere Transparenz zu sorgen.
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht NBL-Eigentümer Larry Kestelman. Besonders Novelly übt bereits seit längerer Zeit Kritik an den bestehenden Strukturen. Während der NBL Finals 2025 wurde eine E-Mail des Hawks-Besitzers öffentlich, in der unter anderem finanzielle Transparenz, Glücksspielerlöse, Integritätsfragen und mögliche Interessenkonflikte thematisiert wurden. Die drei Eigentümer setzen sich zudem für eine Veränderung der Ligaführung ein.
Der Konflikt ging längst über öffentliche Kritik hinaus. Illawarra und South East Melbourne zogen gegen Kestelman vor Gericht, das Verfahren endete jedoch zu dessen Gunsten. Zudem untersuchte Basketball Australia nach einer Beschwerde von Novellys Unternehmen Crest Sports and Entertainment verschiedene Vorwürfe gegen den NBL-Boss. Die unabhängige Untersuchung fand keine glaubwürdigen Belege für die Anschuldigungen und keine Grundlage für einen Verstoß gegen Disziplinar- oder Verhaltensregeln.
Für neuen Zündstoff sorgt der Umgang mit dem sogenannten Gleeson-Report. Der vollständige Untersuchungsbericht wurde bislang nicht veröffentlicht. Basketball Australia begründet dies mit Vertraulichkeitsverpflichtungen. Genau diese Veröffentlichung gehört nun zu den ersten zentralen Forderungen der neu gegründeten Eigentümervereinigung.
Arena, Chaudhari und Novelly bezeichnen ihre Initiative als konstruktiven Schritt, um Klubbesitzer, Liga, Basketball Australia und weitere Interessengruppen zusammenzubringen. Die Reaktion der Konkurrenz fällt allerdings eindeutig aus: Sieben der zehn NBL-Klubs lehnen die neue Organisation ab und stellen sich hinter die bestehenden Strukturen.
kon