18.07.2025
Guard machte 769 Spiele für die Blazers
Elf Jahre stand Damian Lillard bei den Portland Trail Blazers unter Vertrag, ehe er 2023 mangels Erfolg nach Milwaukee wechselte. Viel zu früh ist das Kapital bei den Bucks nun aber wieder geschlossen. Zurück in Portland kann der 32-Jährige nun endlich das erreichen, was ihm über Jahrzehnt verwehrt blieb.

In nur einem Wort reagierte Damian Lillard an diesem Freitagvormittag auf die kolportierte Unterschrift bei den Portland Trail Blazers. "RipCityyyyyyyyyyyyyyyyy!!!!!!!!!", postete der Point Guard via X zusammen mit einem Video aus der Kabine des Teams. Dabei schwenkt die Kamera von links nach rechts einmal an allen Spinden der Blazers-Spieler vorbei. Direkt auf "00 Scoot Henderson" folgte die Verifizierung des Wechsels: "0 Damian Lillard", stand am oberen Ende des Spinds geschrieben.
Nach zwei durchwachsenen Jahren kehrt der neunfache All-Star nun also zu seinen Portland Trail Blazers zurück, die ihn einst im Draft 2012 an sechster Stelle ausgewählt hatten. Lillard bedankte sich für das Vertrauen, indem er sich den "Rookie des Jahres"-Award zu Eigen machte. Die durchschnittlichen 19,0 Punkte in seiner ersten Saison sollten der niedrigste Schnitt seiner weiteren Karriere bleiben. Schnell entwickelte sich Lillard zum Star- und Führungsspieler in Portland. Legendär wurden seine eiskalten Playoff-Siegtreffer, die der US-Amerikaner mit dem unverkennbaren Klopfen auf eine imaginäre Armbanduhr kombinierte. Wenn Damian Lillard auf das Spielfeld kam, dann war die "Dame Time" angebrochen.

Trotz all dieser Erinnerungen, mit denen sich Lillard ins Herz eines jeden Trail Blazers einbrannte, sollte diese Beziehung immer in einer Hinsicht unvollendet bleiben. In den Playoffs waren die Portland Trail Blazers eine Luftnummer. In acht Runs kam man dreimal über die erste Runde hinaus. Lediglich einmal (2019) schaffte man es ins Conference Finale, wo gegen die Warriors bereits nach vier Spielen Schluss war.
Portland tat die jüngste Abwesenheit Lillards - wenngleich das wohl niemand zugeben würde - in den vergangenen zwei Jahren durchaus gut. Ohne den Superstar war man in der Lage frei von sportlichem Druck neu aufzubauen. Der ausbleibende Erfolg bescherte zudem drei Lotterypicks: den potenziellen Lillard-Erben Henderson sowie Donovan Clingan und Bub Carrington. Aus dem Lillard-Trade ging zudem Toumani Camara hervor, der sich inzwischen zu einem erstklassigen Verteidiger (All-Defensive Second Team) musterte.
2023/24 waren die Blazers noch das schlechteste Team des Westens (21 Siege). In der zurückliegenden Saison gewann man dann bereits 36 Spiele und verpasste die Play-Ins nur noch knapp. Trotz der starken Konkurrenz in der Western Conference dürften die Blazers in der kommenden Spielzeit erneut einen Schritt nach vorn machen und möglicherweise sogar - erstmals seit dann fünf Jahren - wieder in den Playoffs anklopfen.
Damian Lillard wird dabei wohl noch keine Hilfe darstellen. Nach seinem Riss der Achillessehne in den zurückliegenden Playoffs dürfte er wohl erst im Frühjahr 2026 auf den Court zurückkehren. Ein Einsatz in den Playoffs - was natürlich auch die entsprechende Qualifikation erfordert - gilt als höchst fraglich.
| PG | SG | SF | PF | C |
|---|---|---|---|---|
| Damian Lillard | Scoot Henderson | Deni Avdija | Jerami Grant | Donovan Clingan |
| Jrue Holiday | Shaedon Sharpe | Matisse Thybulle | Toumani Camara | Yang Hansen |
| Rayan Rupert | Kris Murray | Robert Williams | ||
| Duop Reath |
Einen wirklichen Anlauf auf den Titel könnte man in Portland aber bereits im darauffolgenden Jahr forcieren. Neben der Rückkehr Lillards macht hier auch die Kaderstruktur Hoffnungen. In der bevorstehenden Saison nimmt der Buyout von Deandre Ayton noch rund 26 Millionen Dollar ein, bevor er aus der Gehältertabelle verschwindet. Jrue Holiday verdient 2026/27 sogar fast 35 Millionen, könnte bei der Rückkehr Lillards sportlich allerdings weitestgehend überflüssig sein. Ein Trade des 35-Jährigen - der aufgrund der Wechsel-Restriktion erst ab September möglich ist - würde enormen finanziellen Spielraum schaffen. Möglich macht das auch das Lillard-Schnäppchen von nur knapp 14 Millionen pro Jahr.
Die Vermutung, dass die Blazers, die in den letzten zwei Jahren nur knapp über 50 Spiele gewannen, dann zum Titelanwärter aufsteigen, greift allerdings zu weit. In den Playoffs 2027 steht Lillard kurz vor seinem 37. Geburtstag. Heute ist noch völlig unklar, welche Rolle er zu diesem Zeitpunkt überhaupt wird ausfüllen können. Dennoch: Nach Jahren der Perspektivlosigkeit ergibt sich für Lillard nun endlich wieder die theoretische Chance auf Erfolg - und das ausgerechnet bei seinem Herzensverein. Allein das sollte jeden Basketballfan glücklich stimmen.
Julius Ostendorf