31.03.2026
Bulls-Guard mit homophoben Äußerungen
Der Fall Jaden Ivey beschäftigt die NBA. Der Guard galt einst als ein großer Hoffnungsträger und zählte zu den besten College-Spielern im Land. Nach seinen homophoben Aussagen und der Entlassung bei den Chicago Bulls steht es nicht gut um seine NBA-Zukunft.

Mehrere Instagram-Videos könnten Jaden Ivey seine Zukunft in der NBA gekostet haben. Der Guard hatte in einem Livestream die NBA dafür kritisiert, dass die Liga den "Pride Month" bewerben würde. "Lasst uns Unrechtmäßiges feiern. Sie werben damit auf Plakaten und auf der Straßen. Unrechtmäßigkeit." Es dauerte nicht lange, bis die Bulls den Guard für "teamschädigendes Verhalten" entließen.
Gerade einmal vier Spiele hatte Ivey für die Bulls nach seinem Trade aus Detroit für die Traditionsfranchise absolviert, laut Coach Billy Donovan hatten Tests ergeben, dass die Muskulatur im linken Bein zu schwach wäre. Möglicherweise eine Folge seines Beinbruchs, den er sich im Januar 2025 zugezogen hatte.
Einsichtig zeigte sich Ivey nach der Entlassung übrigens nicht. "Das ist eine Lüge. Fragt die Coaches, ob ich guter Mitspieler war? Ich habe nur Jesus Christus gepredigt und dafür wurde ich entlassen. Sie sagen, ich wäre verrückt, ein Psychopath."
Kurz darauf wendete sich der 24-Jährige anderen Themen zu, während er in einem Flugzeug weiter streamte: "Stephen Curry hat sich nicht Gott hingegeben und ihr denkt alle, dass er ein Christ ist, weil auf seinem Schuh Philipper 4:13 steht. Das wird am Jüngsten Gericht keine Rolle spielen. Alle die Ringe, die er hat, all die Ringe, die LeBron James oder Michael Jordan haben."
Curry hatte immer wieder erwähnt, dass er gläubiger Christ sei, im angesprochenen Bibel-Vers von Paulus an die Philipper heißt es: "Alles kann ich durch Christus, der mir Kraft und Stärke gibt."
Ivey selbst gab an, dass er erst in den vergangenen Jahren zu Gott gefunden habe. "Ich war unzüchtig. Ich war süchtig nach Pornos, habe Alkohol getrunken. Das war alles, was ich kannte und das fühlte sich gut an. Ich muss Gott danken, er gibt mir die Gelegenheit, wieder auf dem Spielfeld stehen zu können."

Dies sollte zumindest einmal angezweifelt werden, erst recht nach den Instagram-Auftritten. Der 24-Jährige kam als großer Hoffnungsträger in die NBA, die Detroit Pistons wählten den Guard an fünfter Stelle aus und wollten den Youngster als Co-Star neben All-Star Cade Cunningham aufbauen.
Und das funktioniert zunächst auch nicht schlecht, auch wenn sich der Teamerfolg nicht einstellte. 2024/25, in seiner dritten Saison gelang der Durchbruch, mit durchschnittlich 17,6 Punkten und 4,0 Assists schwang sich Ivey zu einem wichtigen Spieler auf. Die Explosivität war immer da, nun fiel aber auch der Wurf besser, was den Guard umso gefährlicher machte.
Das alles zerbrach aber in einem Spiel gegen die Orlando Magic, als deren Guard Cole Anthony ausrutschte und auf dem Bein von Ivey landete. Das Wadenbein war durch, die Saison gelaufen. Im Sommer musste sich Ivey zudem einer Knie-OP unterziehen, erst Ende November gab er nach fast einem Jahr Pause sein Comeback.
Die Pistons hatten sich ohne ihn aber weiterentwickelt. Aus einem möglichen Playoff-Team wurde das beste Team im Osten, für Ivey war kein richtiger Platz mehr da. Nur noch durchschnittlich 17 Minuten stand der frühere Purdue-Spieler auf dem Feld, zur Trade Deadline wurde Ivey dann an die Chicago Bulls verscherbelt.
Ein Neuanfang? Nur bedingt, nach vier Einsätzen kassierte Ivey ein DNP und fiel erstmals durch religiöse Aussagen auf: "Der Coach sucht Spieler, die dem Team helfen, Spiele zu gewinnen", sagte Ivey damals. "Jesus sucht Menschen, die ihn verehren und die Wahrheit aussprechen. Es ist also nicht schlimm, wenn ich nicht eingesetzt werde."
Finanziell dürfte es jedoch Auswirkungen haben. Im Sommer konnte sich Ivey mit den Pistons nicht auf eine vorzeitige Verlängerung einigen. Auch deswegen entließen die Bulls Ivey ohne großen Sorgen, weil sein Vertrag im Juni ohnehin endet.
Angesprochen auf seine Free Agency verwies Ivey Februar erneut auf Gott. "Ich habe nicht wirklich Vertrauen in die NBA, aber ich vertraue Gott. Das ist das Wichtigste. Er bringt mich dorthin, wo ich hingehöre." Wo das in der nahen Zukunft sein wird, ist ungewiss. Durch die vergangenen 24 Stunden dürfte er viele Brücken eingerissen haben. Gut möglich, dass der ehemalige Nr.-5-Pick schon mit 24 Jahren sein letztes NBA-Spiel absolviert hat.
Robert Arndt