vor 8 Stunden
DBB-Star richtet den Blick nach vorne
53:83 gegen Spanien - der Auftakt in die Heim- WM ist für die deutschen Basketballerinnen gründlich danebengegangen. Leonie Fiebich fand nach der Partie trotzdem schnell den Blick nach vorne. Die Topscorerin des DBB-Teams sprach über die Gründe für den Fehlstart, eine besondere Atmosphäre in Berlin und darüber, warum für Frust keine Zeit bleibt.

So hatte sich Leonie Fiebich den Start in die Heim-WM wohl kaum vorgestellt. Mit 13 Punkten war die 26-Jährige zwar beste Werferin der deutschen Mannschaft, gegen ein über weite Strecken dominantes Spanien konnte aber auch die WNBA-Spielerin der New York Liberty die deutliche 53:83- Niederlage nicht verhindern.
"Mir ist natürlich bewusst, dass Spanien eines der besten Teams der Welt ist, dass es schwer wird", sagte Fiebich anschließend in der Mixed Zone. Viel Zeit, sich über das Ergebnis zu ärgern, will sie sich allerdings nicht nehmen. "Wir dürfen uns leider nicht erlauben, so enttäuscht zu sein jetzt. Wir werden natürlich drüber reden, was wir besser machen können. Aber dann muss ein Mindshift her und es geht morgen weiter."
Die deutsche Mannschaft hatte vor allem in der ersten Hälfte große Probleme. Nach einem bereits schwierigen ersten Viertel (13:24) geriet das DBB-Team im zweiten Abschnitt endgültig unter die Räder, zur Pause stand es 24:50. "Ich glaube, das zweite Viertel war ganz schlecht", räumte Fiebich ein. Dazu kam eine offensiv schwache erste Hälfte: "Wir haben auch gar nichts getroffen. Der Korb war irgendwie vernagelt."
Gleichzeitig müsse man berücksichtigen, dass die Mannschaft in dieser Konstellation erstmals zusammen spielte. "Man merkt einfach, dass wir in der Konstellation noch nicht auf Feld standen. Es brauchte einfach ein bisschen Zeit."
Die Zeit ist allerdings knapp. Schon am Samstag wartet mit Japan der nächste Gegner. Für Fiebich lautet das Programm deshalb denkbar schlicht: "Regenerieren, schlafen, essen - und dann voller Fokus auf Japan."
Einen mentalen Absturz nach dem Fehlstart will sie ohnehin nicht zulassen. "Die Stimmung darf gar nicht in den Keller bei so einem Event zu Hause, mit so vielen Leuten, die herkommen und uns supporten. Ich glaube, da gibt es die Option gar nicht."
Denn trotz der sportlichen Ernüchterung bleibt bei Fiebich vor allem die Atmosphäre des WM-Auftakts hängen. "Gänsehaut vom ersten Moment, als wir in der Halle standen", sagte der Shooting Guard. "Surreal, dass wir vor so vielen Leuten spielen dürfen, dass so viele Leute in die Halle kommen." Und genau diese Kulisse soll schon am Samstag wieder helfen: „Ich hoffe morgen genau das Gleiche."
Franziska Staupendahl