vor 9 Stunden
Kein Team hat weniger Back-to-backs
Der Spielplan der Philadelphia 76ers für die Saison 2026/27 sorgt bereits vor dem ersten Tip-off für Diskussionen. Kritiker werfen der NBA vor, dem neuen Team von LeBron James ungewöhnlich günstige Bedingungen verschafft zu haben.

Besonders auffällig ist der vergleichsweise späte Kontakt mit der Western Conference. Philadelphia trifft erst im 18. Saisonspiel auf einen Gegner aus dem Westen, wenn die Portland Trail Blazers zu Gast sind. Die erste Reise in den Westen folgt sogar erst vier Partien später zu den Houston Rockets.
Auch die Belastungssteuerung fällt günstig aus. Bis Weihnachten müssen die Sixers keinen längeren Roadtrip durch die Western Conference absolvieren. Zudem bestreitet Philly ligaweit die wenigsten Back-to-backs und hat weniger Phasen mit drei Spielen innerhalb von vier Tagen als jedes andere Team. Gerade für einen Kader um den 41 Jahre alten James und den häufig von Verletzungen ausgebremsten Joel Embiid sind die längeren Erholungszeiten ein großer Vorteil.

Radio-Moderatorin Monse Bolanos äußerte deshalb im Podcast The Odd Couple den Verdacht, dass James bei der Gestaltung des Spielplans eine Rolle gespielt haben könnte. "Die Bevorzugung ist so offensichtlich, es ist verrückt", erklärte sie. "Warum hat die NBA Angst davor, LeBron loszulassen? Genau so wirkt es."
Aus Sicht von Bolanos habe die Liga längst bewiesen, dass sie auch ohne James im Mittelpunkt große Aufmerksamkeit erzeugen könne. Die NBA Finals 2026 zwischen den New York Knicks und San Antonio Spurs kamen über fünf Spiele auf durchschnittlich 20,58 Millionen Zuschauer. Damit handelte es sich um die meistgesehene Finalserie seit 1998. "Warum haben sie Angst davor, weiterzuziehen? Das gehört zum Leben", ergänzte die Moderatorin.
Gleichzeitig erhalten die Sixers in der kommenden Saison besonders viel Sendezeit im landesweiten US-Fernsehen. Philadelphia gehört gemeinsam mit San Antonio zu den prominentesten Teams im nationalen TV-Programm, während auch die Lakers und Knicks traditionell stark vertreten sind. Die Kombination aus einem günstigen Reiserhythmus, vielen Erholungspausen und großer medialer Präsenz lässt den Spielplan besonders auffällig erscheinen.
Belege für eine bewusste Bevorzugung von Philadelphia oder James gibt es allerdings nicht. Bei der Erstellung des NBA-Spielplans müssen unter anderem Hallenbelegungen, Reisewege, TV-Interessen und zahlreiche weitere organisatorische Faktoren berücksichtigt werden. Der ungewöhnlich leichte Saisonbeginn bietet Kritikern dennoch reichlich Angriffsfläche.
| Team | Spiele |
|---|---|
| Knicks | 34 Spiele |
| Spurs | 34 Spiele |
| 76ers | 34 Spiele |
| Lakers | 34 Spiele |
| Thunder | 30 Spiele |
| Warriors | 28 Spiele |
| Nuggets | 28 Spiele |
Sam Müller