30.03.2026
Ernüchternder Auftritt gegen Alba
Die Basketball Löwen Braunschweig steuern dem Abstieg entgegen. Gegen Alba Berlin verloren die Niedersachsen nicht nur das fünfte Spiel in Folge, sondern auch weiter den Anschluss ans rettende Ufer. Dabei dürfte vor allem die Art und Weise der Niederlage für Unmut sorgen.

"Ist es möglich, dass ihr kämpft?" Diese Frage stellte Braunschweigs Coach Ramon Diaz rund sieben Minuten vor dem Ende. Kurz zuvor hatten die Löwen erneut nach einem simplen Einwurf unter dem eigenen Korb die Zuordnung verloren und Alba Berlin zwei Punkte geschenkt. Ähnliche Situationen hatte es in den Minuten auch schon gegeben.
"Keiner hilft, keiner sagt etwas. Ich höre nur: 'Mein Fehler'", schimpfte der Spanier weiter und versuchte noch einmal seine Mannschaft wachzurütteln. Es passierte … wenig. Mit 73:94 unterlagen die Löwen gegen ein keineswegs überragendes Alba-Team, welches im Sparmodus einen ungefährdeten Sieg einfuhr.
Und die Löwen? Die blieben bei fünf Siegen kleben, während die Konkurrenz um Heidelberg, Hamburg, Jena und den MBC kollektiv siegte. Fünf Siege Rückstand bei nur noch neun verbleibenden Spielen müssen wettgemacht werden. Daran glauben wohl auch kühnste Optimisten nicht mehr.
Spielbericht: Alba verschärft Abstiegssorgen der Löwen
"Wenn wir mit Energie und Einsatz spielen, sind wir absolut konkurrenzfähig“, beteuerte zumindest Diaz. Nur haben die Braunschweiger in dieser Saison kaum ein Spiel über 40 Minuten so gespielt - auch am Sonntag nicht. „Wir haben zu viele einfache Punkte zugelassen, insbesondere Korbleger ohne Gegenwehr, und ihnen zusätzlich 29 Freiwürfe geschenkt."
Dazu kam eine Phase, in der die Löwen über sieben Minuten keinen einzigen Korb verbuchen konnten, so lässt sich kaum ein Spiel gewinnen. Versucht haben sie in Niedersachsen zuletzt viel, fruchten wollte allerdings nichts. Der Trainer wurde gewechselt, auf der Spielmacher-Position wurde gewechselt und unter dem Korb in Simu Shittu ein guter Big Man geholt. Nur: Die Teile passen nicht zusammen, die Löwen wirken im Schlussspurt wie ein zusammengewürfelter Haufen, dem die Verunsicherung anzumerken ist.
Dazu kommt das unruhige Umfeld. Nur rund 3.800 Zuschauer bei einem Spiel gegen Alba ist auch ein Statement, einige Löwen-Fans scheinen nicht mehr an die Wunderrettung zu glauben. Über 30 Jahre gibt es nun in Braunschweig durchgehend Bundesliga-Basketball - trotz einiger finanzieller Engpässe.

Es hätte schon eine gewisse Ironie, schließlich ging man nach Platz drei im Vorjahr und der Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb mit einem Rekordbudget an den Start. Immerhin: Der Hauptsponsor bleibt auch im Falle eines Abstiegs an Bord, was die Zukunft am Standort sichert.
Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass man in Braunschweig zu spät reagierte. Natürlich spielten Verletzungen (zuletzt Barra Nije) eine Rolle, doch schon früh in der Saison war erkennbar, dass dieser Kader nicht zusammenpasst. Reagiert wurde erst sehr spät, vor allem das Vakuum auf der Eins war omnipräsent. Andere Teams wie zum Beispiel Hamburg reagierten schneller und wirken nun deutlich eingespielter.
Nur noch ein Wunder kann diese Mannschaft retten, doch wer das Spiel gegen Berlin gesehen hat, der wird auch daran nicht mehr glauben.
Robert Arndt