vor 16 Stunden
Alle drei Testspiele verloren
Bundestrainer Olaf Lange gab sich nach der verhauenen Generalprobe der Basketballerinnen entspannt. In der letzten Woche vor der Heim-WM steht Integration oben auf dem Programm.

Ein Dämpfer, keine Frage, aber Olaf Lange blieb ganz entspannt. "Das macht mich noch nicht so nervös", sagte der Bundestrainer, nachdem auch das dritte Vorbereitungsspiel der deutschen Basketballerinnen vor der Heim-WM mit einer Niederlage zu Ende gegangen war. Aus Köln nahm der 54-Jährige eine gute Aussicht mit nach Berlin: Es kommt Verstärkung.
Nur eine Woche bleibt noch Zeit, ehe es am Freitag (17.45 Uhr/MagentaTV) im Auftaktspiel gegen Spanien ernst wird. Mit einer Leistung wie beim 62:63 (40:30) gegen die Türkei dürfte dann wenig zu holen sein. Aber bis es losgeht, bis das Highlight beginnt, wird sich das Gesicht der Mannschaft verändern - und das muss es auch.
Frieda Bühner (Portland Fire) war in der Lanxess-Arena schon im Trainingsanzug beim Team, spielte aber noch nicht. Nyara Sabally (Toronto Tempo) saß wegen ihrer Wadenverletzung in Zivil auf der Tribüne, und Leonie Fiebich (New York Liberty) kommt wie geplant später. Im Trio ruhen die Hoffnungen.
"Es sind drei WNBA-Spielerinnen. Es sind drei Leistungsträgerinnen für uns. Und jede zählt", sagte Luisa Geiselsöder (Portland), die als einziger Nordamerika-Profi früher verfügbar war und bei allen Tests spielte.
Zufrieden war sie nicht. "Wir stehen an dem Punkt, an dem wir noch viele Kleinigkeiten verbessern müssen, an dem noch drei Leistungsträgerinnen fehlen, die jetzt hoffentlich bald dazukommen", sagte die 26-Jährige, "Ich bin froh, dass wir noch eine Woche haben", aber die Zeit werde eben "immer knapper".

Gegen die Türkinnen gelang zwischenzeitlich eine 14-Punkte-Führung, dann kam es im dritten Viertel zum Einbruch. Man könne den Vorsprung "nicht einfach so verdudeln. Wir haben so ein bisschen den Faden verloren. Da sahen wir nicht gut aus, hatten zehn Turnovers", so Lange: "Das ist der Hauptansatz, wo wir besser werden müssen."
Auch Geiselsöder störten die Ballverluste, ihr selbst unterliefen fünf, insgesamt waren es 22 (!). "Wir können nicht fünfmal denselben Turnover machen. Auf dem Level können wir uns das nicht mehr leisten. Das war auch der Knackpunkt."
Fiebich, die in der Nacht zu Freitag in den USA spielte und am Samstag einen letzten Einsatz für die Liberty hat, dürfte für den größten Boost sorgen. Bei Sabally sind die Fragezeichen weiter groß. Ob sie fit wird? Offen.
Lange muss alle Neuen integrieren, macht sich wegen der Qualität der WNBA-Spielerinnen in dieser Richtung aber "keine Sorgen". Für das Turnier wünscht er sich "Erfolg", auf eine Prognose verzichtet Lange: "Ich habe keine Kristallkugel."
Der Double-Header mit den Männern, die in Köln am Donnerstag nach dem Frauen-Match in der WM-Qualifikation gegen die Niederlande gewannen (99:83), gefiel allen Beteiligten. Und die Weltmeister wollen auch die Festspiele in Berlin verfolgen. "Natürlich drücken wir die Daumen", sagte Kapitän Dennis Schröder: "Wir wollen, dass sie so weit wie möglich kommen. Wir wünschen den Damen viel Glück."
SID, jos