vor 15 Stunden
Ex-NBA-Star will wohl gestehen
Im Bundesverfahren um manipulierte Sportwetten in der NBA zeichnet sich bei Malik Beasley eine Kehrtwende ab. Der frühere Guard der Milwaukee Bucks und Detroit Pistons verhandelt mit dem US-Justizministerium - sein Anwalt bremst allerdings.

Wie The Athletic am Samstag berichtete, führt Beasley Gespräche mit der Staatsanwaltschaft des Eastern District of New York. Gerichtsunterlagen vom Freitagabend deuten darauf hin, dass der 29-Jährige sein ursprüngliches Plädoyer auf "nicht schuldig" ändern will. Sein Anwalt Steve Haney stellte jedoch klar, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Diese wird Anfang kommender Woche erwartet.
Die Anklage war am 29. Juni entsiegelt worden. Beasley und fünf weiteren Beschuldigten, darunter Ex-NBA-Profi Ed Davis und Beasleys früherer Agent Paolo Zamorano, werden unter anderem Verschwörung zum Betrug, Bestechung im Sport und Geldwäsche zur Last gelegt. Anfang Juli hatte Beasley vor dem Bundesgericht in Brooklyn auf nicht schuldig plädiert. Davis und Zamorano bleiben bislang bei dieser Position, drei weitere Angeklagte haben sich schuldig bekannt oder wollen dies tun.
Laut Anklage hatte Beasley Spielschulden in Millionenhöhe angehäuft, Davis - 2020/21 sein Teamkollege bei den Minnesota Timberwolves - hatte ihm Geld geliehen. Im Gegenzug soll Beasley seine Statistiken in vier Bucks-Spielen der Saison 2023/24 gezielt beeinflusst haben. Die Bestechungsgelder verringerten seine Schulden. "Der einzige Weg, Vegas zu schlagen, sind Sportwetten. Wir können gutes Geld verdienen", schrieb Davis laut Anklage im Dezember 2023.
Die Ermittlungen gegen Beasley waren im Juni 2025 publik geworden. Zuvor hatte er in der Saison 2024/25 für die Pistons im Schnitt 16,3 Punkte erzielt und 319 Dreier verwandelt. Ligaweit traf nur Anthony Edwards mehr. Ein Dreijahresvertrag über 42 Millionen US-Dollar in Detroit kam anschließend nicht mehr zustande. Seitdem bestritt Beasley kein NBA-Spiel mehr und lief lediglich kurz für die Cangrejeros de Santurce in Puerto Rico auf.
Infolge des Betrugsskandals ergriff auch die NBA selbst einige Maßnahmen. Vergangene Woche hatte die Liga bekanntgegeben, einige Arten von Sportwetten in Zusammenarbeit mit den Anbietern zu verbieten, darunter die sogenannten "Under"-Wetten, bei denen man prognostiziert, dass ein Spieler weniger Punkte, Rebounds, Assists etc. erzielt als allgemein zu erwarten sind. Mehr dazu lest Ihr hier.
jos