vor 4 Stunden
Nach Skandalen um ehemalige Spieler
Die NBA untersagt ihren Wettpartnern in der neuen Saison mehrere Wettarten, darunter Kombiwetten auf mehrere Unterbietungen bei den Statistiken desselben Spielers. Hintergrund sind die vermehrten Wettskandale um Jontay Porter und Terry Rozier.

Die NBA hat ihren autorisierten Wettanbietern für die neue Saison mehrere Wettmärkte untersagt. Das geht aus einer Memo der Liga hervor, die am Freitag an die Partner verschickt wurde und über die ESPN berichtete. Betroffen sind unter anderem DraftKings und FanDuel. Wettende dürfen in Kombiwetten künftig nicht mehr auf Unterbietungen (Unders) bei mehreren Statistiken desselben Spielers setzen.
Ebenfalls gestrichen werden Wetten auf den Gewinner des Sprungballs sowie Unders auf Spieler, von denen weniger als zwölf Minuten Spielzeit erwartet werden. Die Partner-Wettanbieter decken nach Schätzung der Liga mehr als 99 Prozent des US-Wettmarkts ab.
NBA-Vizepräsident Scott Kaufman-Ross erklärte gegenüber ESPN, die Liga wolle problematische Wettarten entfernen, zugleich aber verhindern, dass sich die Aktivität in den illegalen Markt verlagert. "Es gibt eine Balance zwischen dem Entfernen problematischer Wettarten und der Sicherstellung, dass wir die Aktivität nicht einfach in den illegalen Markt verschieben. Und wo wir jetzt gelandet sind, ist unserer Ansicht nach die richtige Balance dieser beiden Ziele", sagte er. Die Fälle Porter und Rozier nannte er als Faktoren für die Entscheidung. In der Memo werden die untersagten Kombiwetten als "low likelihood, high payout bets" beschrieben, also als Wetten mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit und hoher Auszahlung.
Ex-NBA-Spieler Porter hatte zuletzt vor Gericht zugegeben, sich als Two-Way-Spieler der Toronto Raptors in der Saison 2023/24 absichtlich früh aus Spielen genommen zu haben, um Wettenden zu nutzen. Im März 2024 verließ er ein Spiel bereits nach drei Minuten. Zuvor hatte ein Wettender eine Kombiwette über 80.000 US-Dollar darauf platziert, dass er hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Auch im Fall Rozier geht es um Kombiwetten auf Unders: Nach Darstellung der US-Bundesstaatsanwaltschaft nutzten Wettende ein ähnliches Vorgehen bei einem Spiel der Charlotte Hornets gegen die New Orleans Pelicans im März 2023, das Rozier nach etwa neun Minuten verließ. Er hat auf nicht schuldig plädiert und bestreitet ein Fehlverhalten.
Bereits nach dem Porter-Fall hatte die Liga Unders auf Spieler mit Two-Way- oder Zehn-Tage-Verträgen verbieten lassen.
jos