09.04.2026
Ärger über mögliches And-1 zum Sieg
Das Abenteuer Champions League ist für Alba Berlin vorbei. Im Viertelfinale unterlagen die Berliner Titelverteidiger Malaga zweimal knapp.

In Malaga mit drei Punkten verloren, daheim nach Verlängerung unterlegen. Alba Berlin präsentierte sich gegen den zweifachen Titelverteidiger auf Augenhöhe, doch mal wieder verloren die Hauptstädter ein enges Spiel. Das Pokalfinale, das Gruppenendspiel gegen AEK Athen, in der Liga gegen Oldenburg und eben die beiden Partien gegen Malaga - am Ende zogen die Berliner immer den Kürzeren, nachdem Alba Anfang des Kalenderjahres gefühlt noch jedes enge Spiel für sich entschieden hatte.
Ist das Pech? Fehlt Qualität? Gegen Malaga machte zumindest eine furiose Aufholjagd im vierten Viertel das Comeback überhaupt erst möglich - angetrieben von Jack Kayil, der zuvor lange nichts traf. Am Ende waren aber doch 25 Punkte (6/20 FG, 10/13 FT), sechs Rebounds und ein spektakulärer Block, der Berlin in der Schlussphase enorm half.
14 Punkte erzielte Kayil in den letzten fünf Minuten des vierten Viertels sowie der Verlängerung und hielt somit den Traum von einem Entscheidungsspiel in Malaga am Leben. "Es ist sehr krass", staunte Malte Delow. "Mit was für einer Selbstverständlichkeit er das macht und wie er in solchen Spielen einfach übernimmt, das habe ich bei jemandem in seinem Alter noch nicht erlebt", sagte der Forward über den 20-Jährigen.
Am Ende hatte fast nur noch Kayil den Ball in der Hand, er sollte kreieren und musste das gegen Alberto Diaz, einen der giftigsten Verteidiger in Europa tun. Alles klappte nicht, aber er traute sich die Dreier zu, fand Center J’Wan Roberts einige Male im Pick’n’Roll unter dem Korb und erzwang von der Freiwurflinie schließlich auch die Verlängerung, wenn auch über Umwege.
Bei zwei Punkten Rückstand wurde Kayil beim Drive gefoult, der Ball landete im Korb, doch die Schiedsrichter sahen in der Aktion kein And-1, was womöglich den Sieg in der regulären Spielzeit bedeutet hätte. "Für mich war das ein And-1, aber da waren so einige Dinger dabei, die wir heute nicht bekommen haben", ärgerte sich der Youngster und auch Coach Pedro Calles schimpfte wie ein Rohrspatz an der Seitenlinie.
Es hätte also durchaus reichen können, trotz eines zwischenzeitlichen 16-Punkte-Rückstands, am Ende war Malaga aber doch einen Tick abgezockter und ausgeglichener besetzt. Die Spanier egalisierten über zwei Spiele die Rebound-Stärke der Berliner, waren grundsätzlich besser darin, Mismatches in der Zone auszunutzen und konnten sich auf ihre stabile Halbfeld-Defense zumeist verlassen.

Malaga war mit Ausnahme des späten Alba-Laufs über 85 Minuten einfach stabiler, das musste auch Delow zugeben. "Wir hatten hier und da schlechte Phasen und müssen versuchen, die Extreme auszuschließen." Zu oft gab es Momente, in denen Alba den Ball zu leicht herschenkte oder sich an Malagas Defense die Zähne ausbiss.
Es wurde deutlich, dass Berlin neben Kayil ein weiterer Creator und Scorer fehlt, dem man den Ball einfach mal in die Hand drücken kann. Bei Malaga war das Kendrick Perry, der zwar auch Höhen und Tiefen hatte, zum Ende des dritten Viertels aber komplett heiß lief und Alba drei Dreier aus dem Dribbling um die Ohren haute.
Es war womöglich eine gute Lehrstunde für das junge Team im Hinblick auf die Playoffs in der Bundesliga, das bleibt Alba noch nach der Niederlage im Pokal-Finale und dem Viertelfinal-Aus in der Champions League. Teams wie Malaga gibt es da mit Ausnahme des FC Bayern Basketball nicht, dennoch wird sich Berlin wieder steigern müssen, um in der Postseason eine wirklich gute Rolle zu spielen.
rar, fst