basketball-world header logo
    • Basketball Heute
    • Schlagzeilen
    • Videos
    • Wettbewerbe
  • USA
    • NBA
    • WNBA
    • NCAA
  • Deutschland
    • BBL
    • DBBL
    • Pro A
    • BBL Pokal
  • Europa
    • EuroLeague
    • Eurocup
    • Champions League
    • FIBA Europe Cup
  • FIBA World Cup
    • Basketball-WM
    • WM der Frauen in Berlin
  • Sonstiges
    • Impressum
    • Datenschutz
    • Nutzungsbedingungen
Partner des kicker.de

    NBA

    vor 5 Stunden

    Salary-Cap-Betrug rund um Leonard?

    Kawhi-Causa spaltet unsere Redaktion: Pro & Contra zum Umgang der NBA

    Noch immer hängt der Trade von Kawhi Leonard zu den Toronto Raptors in der Schwebe. Haben die Clippers im Salary-Cap-Management gemogelt? Noch immer kann die NBA keine Antwort geben. Ist es richtig, dass es nun schon fast ein Jahr dauert?

    Kawhi Leonard ist noch immer Spieler der L.A. Clippers
    Kawhi Leonard ist noch immer Spieler der L.A. Clippers IMAGO/VCG

    Pro: Die Kawhi-Untersuchung dauert länger als gedacht - und das ist auch gut so!

    Eine Obergrenze für Gehaltsausgaben und damit die eigene Siegeswahrscheinlichkeit künstlich klein halten? Das mag vielleicht in früheren Jahrzehnten problemlos möglich gewesen sein. Im Zeitalter maximaler Kapitalisierung inklusive Milliardenbeträgen für TV-Deals und einem nicht nur sportlich, sondern auch klassisch finanziellen Interesse am Gewinnen ist dieses Prinzip keine Selbstverständlichkeit mehr. Das Grundprinzip des nordamerikanischen Profisports steht unter Beschuss!

    Es war deshalb vollkommen richtig, die Untersuchung in der Causa Kawhi Leonard in fremde, unabhängige Hände zu geben. Nur so ist in dieser gefährlichen Gemengelage eine transparente und nachvollziehbare Entscheidung möglich. Dass sich die Untersuchung neuesten Berichten zufolge bis ins nächste Jahr verzögern könnte, ist - zugegeben - keinesfalls ideal. Die Hängepartie verhindert die aktive Kaderplanung mehrerer Teams. Doch was wäre es für ein Signal, in diese Unabhängigkeit einzugreifen - einfach nur, weil einem der Prozess nicht gefällt? Die NBA würde damit jegliche Glaubwürdigkeit verlieren!

    Dieser Fall ist nicht als eines der vielen Themen zu betrachten, die das Alltagsgeschäft der NBA auf Trab halten. Grundsätzlich ist die bewusste Umgehung von Gehaltsspielraum nur extrem schwer nachzuweisen. Im Fall von Leonard war das nur wegen der investigativen Recherche sowie der vorausgegangenen Insolvenz von Aspiration möglich gewesen.

    Was wäre es für ein Zeichen an all die anderen Teams, diesen Vorfall einfach abzubügeln, weil er die Tagesordnung stört? Wie fair ist eine Bestrafung, wenn nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen? Die Causa Leonard ist ein Novum in der NBA-Geschichte: Salary-Cap-Umgehung gab es zwar bereits - aber nie traf es einen Superstar dieser Größenordnung. Umso wichtiger ist es nun, Doppelstandards zu vermeiden und ein Exempel an Glaubwürdigkeit und Standhaftigkeit zu statuieren.

    Julius Ostendorf

    Wie lange will er noch warten? Commissioner Adam Silver
    Wie lange will er noch warten? Commissioner Adam Silver IMAGO/Anadolu Agency

    Contra: Ein Armutszeugnis für Commissioner Silver

    Eine vollständige Aufklärung der Vorfälle ist natürlich alternativlos, allerdings hängen an dieser Sache so viele Dinge, dass man sich es nicht leisten kann, dass es so viel länger dauert. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 gab es man den Fall Joe Smith, wo ebenfalls herauskam, dass beim Salary Cap gemogelt wurde. Es gab ein Schiedsverfahren und nach sieben Wochen gab es eine Entscheidung.

    Das war unter Adam Silvers Vorgänger David Stern. Jener Stern, der dafür bekannt war, konsequent und im Zweifel schnell zu handeln. Auch er war Anwalt, so wie jetzt der neue Commissioner Silver. Was die beiden unterscheidet: Unter Silver kehrt die NBA negative Schlagzeilen gerne unter den Tisch, spielt auf Zeit und hofft, dass Dinge in Vergessenheit geraten.

    Das muss aber nicht so sein. Im Tarifvertrag ist klar geregelt, dass Silver Strafen aussprechen kann, wenn es "begründete Zweifel" gibt. Die NBA versteckt sich nun aber hinter einer ausgelagerten Untersuchung, die man selbst veranlasst hat. Jene Kanzlei arbeitet für die NBA und Silver hätte schlichtweg eine Frist setzen können. Stattdessen wird auch nach knapp einem Jahr weiter untersucht und noch immer kein offizielles Verfahren eingeleitet.

    Mehr zum Thema
    • Causa Kawhi: Auch Theis-Investment wirft Fragen auf
    • Was Kawhi jetzt drohen könnte

    Silver hätte die Macht, dies zu tun und könnte zeigen, dass er eine schnelle Aufklärung möchte. Und wer nun sagt, dass die Raptors selbst schuld an diesem Trade sind, hat natürlich recht. Aber: Wir können davon ausgehen, dass sich Toronto davor bei der Liga erkundigt hat (GM Bobby Webster arbeitete viele Jahre für die NBA) und diese hätten sicherlich keinen Trade gemacht, wenn sie von der NBA keine positiven Signale bekommen hätte.

    Die Aussage von Silver am Rande der Summer League, dass jeder die Sachlage kannte, kommt daher wie blanker Hohn herüber. Das Zaudern der Liga sorgt dafür, dass ein eigentlich unbeteiligtes Team blockiert wird und dessen Pläne komplett zerschossen wurden. Ähnliches gilt auch für Bennedict Mathurin, einen Restricted Free Agent der Clippers. Es ist schließlich gar nicht klar, wie viel Geld die Clippers dem Forward bieten können, da sie nicht wissen, wie groß ihr Spielraum ist.

    Eine schnelle Aufklärung ist daher dringend nötig, auch wenn klar sein sollte, dass die Clippers mit aller Macht gegen ein Urteil vorgehen würden. Es wäre auch ein Zeichen, dass die Liga bei solch fragwürdigen Manövern schnell einschreitet, um die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs zu bewahren. So oder so, schon jetzt dauert dies alles viel zu lange und wenn bis zum Trainingsauftakt noch immer nur untersucht wird, ist dies nichts weiter als eine große Farce.

    Robert Arndt

    Robert Arndt, Julius Ostendorf