vor 16 Stunden
Clippers wollen bis zum Ende kämpfen
Die Untersuchung der NBA im Fall rund um möglichen Salary-Cap-Betrug rund um Kawhi Leonard ist weiterhin nicht abgeschlossen, sodass auch der Trade zu den Toronto Raptors weiter in der Schwebe ist. Berichten zufolge könnte es noch lange bis zur Klärung dauern.

Die Untersuchung könnte sich bis ins Jahr 2027 hinziehen, falls sich die beteiligten Parteien nicht auf einen möglichen Vergleich einigen können, der Sanktionen gegen die L.A. Clippers vorsieht. Das berichtet ESPN-Reporter Baxter Holmes. Die Spielergewerkschaft NBPA kündigte an, die NBA vor ein Schiedsgericht zu ziehen, sollte die Liga Strafen verhängen, ohne dafür aus ihrer Sicht ausreichende Beweise vorzulegen.
Die laufenden Ermittlungen haben bereits einen vereinbarten Trade auf Eis gelegt, der Kawhi Leonard zurück zu den Toronto Raptors gebracht hätte. Im Gegenzug sollten Brandon Ingram, Gradey Dick sowie mehrere Draft-Picks zu den Clippers wechseln. Wäre der Trade noch vor Abschluss der Untersuchung vollzogen worden, hätten die Raptors das Risiko getragen, mögliche Sanktionen gegen Leonard übernehmen zu müssen - darunter eine Sperre oder sogar die Annullierung seines Vertrags.
Sowohl die Clippers als auch die Raptors entschieden sich daher, den Trade vorerst auszusetzen. Beide Klubs gehen jedoch weiterhin davon aus, dass der Trade nach Abschluss der Ermittlungen vollzogen wird.
NBA-Commissioner Adam Silver hatte Mitte Juli erklärt, dass die Untersuchung "noch in diesem Sommer" abgeschlossen werden solle. Bereits während der NBA Finals hatte er angekündigt, mit einem baldigen Abschluss zu rechnen.
Den Clippers wird vorgeworfen, die Gehaltsobergrenze (Salary Cap) umgangen zu haben, indem Kawhi Leonard über einen Schein-Werbevertrag mit dem inzwischen insolventen Green-Banking-Unternehmen Aspiration zusätzlich bezahlt worden sein soll. Aspiration-Mitgründer Joseph Sanberg bekannte sich im vergangenen Oktober des Betrugs schuldig und wurde im Juni zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Die Clippers weisen die Vorwürfe weiterhin entschieden zurück. Sie betonen, Aspiration nicht genutzt zu haben, um Leonard heimlich zusätzlich zu entlohnen, sondern selbst Opfer des Betrugs von Sanberg geworden zu sein. Nach Angaben von ESPN ist die Franchise entschlossen, die Vorwürfe "bis zum Ende" zu bekämpfen - notfalls auch vor einem Schiedsgericht.
Kawhi Leonard führte die Toronto Raptors 2019 zum ersten NBA-Titel der Franchise-Geschichte, bevor er im selben Sommer als Free Agent zu den Clippers wechselte.