vor 19 Stunden
Offseason der Rockets in der Analyse
Die Houston Rockets gehen als eines der besten Teams der Western Conference in die kommende Spielzeit und wollen Kevin Durants letzte guten Jahre maximal ausnutzen. Doch kann das mit dem Kader wirklich gelingen?

Die Rockets-Saison endete mit dem Erstrundenaus gegen die Los Angeles Lakers enttäuschend, allerdings fehlte hier auch Kevin Durant fast die komplette Serie. In der Regular Season wurden immerhin mehr als 50 Spiele gewonnen, sodass der Kern der Mannschaft nicht verändert wurde. Der enttäuschende Dorian Finney-Smith wurde nach Charlotte getradet, Josh Okogie fand in Utah einen Vertrag über dem Minimum.
Auf der Gegenseite ist der Vertrag für Marcus Smart (2 Jahre, 12,5 Mio.) ein kleiner Coup. Der Guard kann Spielmacher-Aufgaben übernehmen, kennt Coach Ime Udoka aus Celtics-Zeiten und passt perfekt ins defensive Schema der Texaner. Dazu wurde noch Bogdan Bogdanovic für das Minimum geholt. Ob der Serbe allerdings noch was im Tank hat, ist zumindest anzuzweifeln.
Ansonsten wurden mit Tari Eason und Jae’Sean Tate zwei Flügelspieler gehalten, wichtiger war aber die Rookie Extension für Amen Thompson, der nun bis 2032 gebunden ist. GM Rafael Stone bewies hier mal wieder Verhandlungsgeschick. Über 200 Millionen Dollar sind zwar jede Menge, allerdings auch deutlich unter einem Maximalvertrag, den sich Thompson sicherlich gerne gewünscht hätte.
Zugänge: Marcus Smart (Lakers), Bruce Thornton (Draft), Bogdan Bogdanovic (Clippers)
Abgänge: Dorian Finney-Smith (Hornets), Jeff Green, Josh Okogie (Jazz), Aaron Holiday (Roma), J.D. Davison (Magic)
Verlängerung: Tari Eason (5 Jahre, 82 Mio.), Jae’Sean Tate (1 Jahr, 3,1 Mio.), Amen Thompson (5 Jahre, 208 Mio.)

| PG | SG | SF | PF | C |
|---|---|---|---|---|
| F. VanVleet | A. Thompson | K. Durant | J. Smith Jr. | A. Sengün |
| M. Smart | R. Sheppard | J. Tate | T. Eason | S. Adams |
| B. Thornton | B. Bogdanovic | C. Capela | ||
| I. Crawford |
Durant wird in wenigen Wochen 38 Jahre alt, entsprechend müssen die Rockets seine letzten guten Jahre maximieren. Als Scorer ist KD ohnehin weiter über jeglichen Zweifel erhaben und in der Vorsaison sahen die Rockets lange wie ein echter Herausforderer der Thunder oder auch Spurs aus. Die Verletzung von Steven Adams brachte das Schiff ein wenig ins Wanken, dazu verpasste Fred VanVleet mit einem Kreuzbandriss die komplette Spielzeit.
2026/27 wird noch einmal ein neuer Anlauf gestartet, Durant könnte im Sommer 2027 aus seinem Vertrag aussteigen. Alle weiteren Schlüsselspieler haben dagegen langfristige Verträge, das Gerüst besteht neben Durant weiterhin aus Thompson, Jabari Smith Jr. und Center Alperen Sengün, der jedoch nicht mehr ganz unumstritten in Clutch City ist.
Shot Creation - das war das große Manko der Rockets, doch die neue Saison verspricht Besserung. Mit VanVleet bekommen die Rockets einen erfahrenen Aufbauspieler zurück, auch Smart weiß, wie man ein Spiel lenken kann. Das dürfte vor allem Durant entlasten, der zumeist der einzige Spieler war, der für sich selbst kreieren konnte. VanVleet sollte helfen, gleichzeitig ist nicht klar, in welcher Form sich der inzwischen 32-Jährige präsentiert. Dazu bleibt die Frage nach dem Fit für Sengün. Der Türke ist defensiv sehr inkonstant, ganz zum Missfallen von Udoka. Hier besteht weiterhin Spannungspotenzial.
Dazu fehlen weiterhin Schützen neben Durant. Thompson muss erst beweisen, dass er werfen kann, Smart ist stets wacklig und die anderen Flügelspieler können im Zweifel auch stehen gelassen werden. Houston wird seine Spiele weiterhin über Defense gewinnen müssen, so will es die Struktur im Kader.
Die Rockets werden erneut ein starkes Regular-Season-Team sein, weil sie defensiv so stabil sind und erneut am offensiven Brett dominieren werden. Gut möglich, dass sie ihre 52 Siege noch einmal übertreffen werden und zusammen mit San Antonio und OKC die Top-Positionen in der Western Conference ausspielen werden.
Die Playoffs sind dagegen wieder eine andere Sache. Durant kann eine Ein-Mann-Offense sein, doch mit 38 Jahren kann das nicht zielführend sein. Spieler wie Sengün, Thompson oder auch Reed Sheppard müssen beweisen, dass sie auch in der Postseason performen und Entlastung schaffen können, sonst wird das gegen die besten Verteidigungen der NBA nicht reichen. Potenzial zur Steigerung ist da, doch ob es komplett angezapft werden kann, wird sich erst noch zeigen müssen.
Robert Arndt