12.09.2026
Sie kennt den Halbfinalgegner bestens
Die DBB-Frauen stehen im heutigen Halbfinale gegen Frankreich vor der wahrscheinlich größten Herausforderung des deutschen Frauenbasketballs. Den Gastgeberinnen zum Sieg verhelfen will auch Co-Trainerin Julie Barennes, die nicht aufgrund ihrer französischen Staatsbürgerschaft einen Vorteil für Deutschland darstellen könnte.

Schon seit über einem Monat begleitet Julie Barennes die deutschen Basketballerinnen. Sie stand am Seitenrand, als das DBB-Team noch ohne seine WNBA-Stars drei Niederlagen in der Vorbereitung kassierte. Knapp einen Monat später war sie Teil des größten Erfolges in der Geschichte des deutschen Frauenbasketballs: dem furiosen Sieg gegen Europameister Belgien.
"Es ist ein fantastisches Gefühl", sagte die 40-Jährige gegenüber der Zeitung L'Equipe. "Das ist eine großartige Generation. Wir gehören jetzt zu den vier besten Teams der Welt - und ich denke, das ist fantastisch für den deutschen Basketball."
Wenngleich Barennes noch kein Edelmetall in ihren Händen hält, ist das Erreichen des Halbfinals ihr nächster großer Trainererfolg in diesem Jahr. Bereits in der abgelaufenen Vereinssaison hatte sie den französischen Topklub Basket Landes mit dem "Final Six" in der Women's EuroLeague in ungeahnte Höhen geführt und anschließend den "Coach of the Year"-Award abgeräumt.

Geht es nach der Französin, geht der Run für sie und ihre Schützlinge noch weiter. Dabei trifft sie nun ausgerechnet auf ihr Heimatland. "Das ist kein Problem", stellte sie klar. "Ich werde es einfach genießen." Wenngleich sie nicht für Les Bleues im Einsatz ist, kann sie sich für das Team freuen, das zuweilen als Titelanwärter der WM und zugleich klarer Favorit im Duell mit der DBB-Auswahl gilt.
"Ich hatte nicht damit gerechnet, gegen Frankreich zu spielen. Aber der Vorteil ist für mich, dass ich die Spielerinnen vom Scouting her bereits gut kenne und daher wenig Zeit vor dem Computer verbringen muss", so die Übungsleiterin, der als Kennerin des französischen Basketballs - der durch hohe Intensität und Spielfreude geprägt ist - in der Vorbereitung wohl eine Schlüsselrolle zukommt.
In Celine Dumerc und Leila Lacan weiß Barennes sogar zwei ihrer Schützlinge aus dem Vereinsbasketball im Gegnerteam: "Die beiden sind süß. Sie feuern mich an und haben mir viel Glück gewünscht. Ich drücke ja auch Frankreich die Daumen", ordnet sie ein. Am Ende sei es eben "nur ein Basketballspiel", bei dem beide Teams wahrscheinlich auch mal "rau" zur Sache gehen werden, aber sich letztlich aufeinander freuen - zumindest im Falle Barennes, deren Vorfreude auf das Spiel bereits steigt: "Das wird ein Riesenspaß!"
jos