06.04.2026
Duell der ehemaligen Duke Blue Devils
Cooper Flagg hat mit dem nächsten starken Auftritt im Duell mit den Lakers seine Argumente im Rookie-of-the-Year-Rennen weiter untermauert. Nach einem historischen Wochenende spricht in Dallas vieles für ein neues Gewicht in der Debatte, ohne dass das Rennen deshalb schon entschieden wäre.

Nach 51 Punkten gegen Orlando legte der Forward der Dallas Mavericks beim 134:128 gegen die Lakers 45 Zähler, neun Assists und acht Rebounds auf. Damit kommt der 19-Jährige in zwei Spielen auf 96 Punkte - und plötzlich hat sich auch die Wahrnehmung im Rennen um die Auszeichnung verändert. In den Quoten hat Flagg inzwischen seinen früheren Duke-Teamkollegen Kon Knueppel überholt (DraftKings).
Flagg selbst griff die Frage nach der Bedeutung des Spiels auf, ohne sie zu groß werden zu lassen. "Ich denke, es ist definitiv eine Art Statement", sagte der Rookie nach der Partie. Direkt danach relativierte er diese Einordnung jedoch sofort wieder und blieb bewusst nüchtern: Er vertraue auf seine eigenen Fähigkeiten und wolle den Rest "für sich selbst sprechen lassen".
Auch Mavericks-Coach Jason Kidd vermied es, aus dem Wochenende einen endgültigen Wendepunkt im Award-Rennen zu machen. "Ich weiß nicht, ob er hier ein abschließendes Statement setzt", erklärte Kidd. "Ich denke, er macht das, was er die ganze Saison über macht." Statt einzelner Spiele stellte er die Entwicklung und Vielseitigkeit in den Vordergrund: Flagg könne auf mehreren Positionen spielen, nehme unterschiedliche Rollen an und habe dabei konstant unter schwierigen Bedingungen überzeugen können.
| Spieler | Saison | 45-Punkte-Spiele |
|---|---|---|
| Wilt Chamberlain | 1959/60 | 12 |
| Walt Bellamy | 1961/62 | 7 |
| Michael Jordan | 1984/85 | 4 |
| Earl Monroe | 1967/68 | 4 |
| Cooper Flagg | 2025/26 | 3 |
| Lew Alcindor | 1969/70 | 3 |
Das spiegelt sich auch in der internen Wahrnehmung wider. Teamkollege P.J. Washington beschrieb ihn als Komplettspieler: "Er zieht so viel Aufmerksamkeit auf sich, aber das macht ihm nichts aus. Er kann auf allen Ebenen scoren, den Ball verteilen, rebounden und verteidigen. Er ist ein Allrounder - und er ist erst 19. Das ist eigentlich nicht normal."
Im größeren Kontext bleibt dennoch relevant, dass die Mavericks als Team eine schwierige Saison spielen. Gerade deshalb bekommen solche Auftritte zusätzliches Gewicht - insbesondere auf großer Bühne gegen ein Team wie die Lakers. Statistisch bewegt sich Flagg ohnehin in exklusiver Gesellschaft: Seit der Fusion von ABA und NBA haben außer ihm nur Larry Bird, Michael Jordan und Luka Doncic als Rookies im Schnitt mindestens 20 Punkte, sechs Rebounds und vier Assists pro Spiel aufgelegt.

Auch LeBron James ordnete Flagg nach dem direkten Duell ein und stellte dabei vor allem dessen Entwicklung heraus: "Er ist offensichtlich etwas Besonderes. Ich habe das schon damals gesehen, als er noch auf AAU-Niveau gespielt hat." Besonders betonte James die Konstanz in der Entwicklung: "Er wird immer besser und besser. Es sieht so aus, als würde er das Spiel lieben, er arbeitet daran und steigert sich weiter."
Gleichzeitig verwies James auf die Qualität des gesamten Rookie-Jahrgangs und damit auch auf Spieler wie Kon Knueppel. Der Rookie legt für Charlotte im Schnitt 18,7 Punkte, 5,3 Rebounds und 3,4 Assists auf und hat mit ligaweit 265 verwandelten Dreiern den Rookie-Rekord pulverisiert. Das unterstreicht, dass Flaggs starkes Wochenende die Debatte zwar verschoben hat, das Rennen aber nicht losgelöst von der starken Konkurrenz betrachtet werden kann.
sgm