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    NBA

    vor 7 Stunden

    Vom Doncic-Nebenmann zum Gesicht der Knicks

    Harrisons erster Schnitzer? Wie die Mavs Brunson vergraulten

    Jalen Brunson steht mit den New York Knicks kurz vor dem ersten NBA-Titel der Franchise seit 1973. Während er in New York zum Superstar und Publikumsliebling aufstieg, dürfte man sich in Dallas zunehmend fragen, wie man einen der besten Guards der Liga einst ziehen lassen konnte.

    Auch Jalen Brunson hat sich aus Dallas verabschiedet.
    Auch Jalen Brunson hat sich aus Dallas verabschiedet. Getty Images

    Als die Dallas Mavericks Brunson im NBA Draft 2018 an Position 33 auswählten, glaubten viele Teams nicht daran, dass der zweifache NCAA-Champion in der NBA eine große Rolle spielen könnte. Dallas sah das anders. Nachdem die Franchise zuvor bereits Luka Doncic früh in der ersten Runde gedraftet hatte, sollte der Villanova-Star gemeinsam mit dem Slowenen Teil einer neuen Ära werden. Vor allem der damalige Mavericks-General-Manager Donnie Nelson war früh überzeugt: "Ich wusste, dass er Herz, Gehirn und Eier hatte", erinnerte sich der heute 63-Jährige später. Das seien Dinge, die "normalerweise nicht in ein Analytics-Modell passen."

    Doch nur wenige Jahre später verlor die Franchise ihren Point Guard - und blickt heute auf eine der kostspieligsten Personalentscheidungen ihrer jüngeren Geschichte zurück.

    Der Grund dafür lag nicht darin, dass Dallas Brunsons Talent nicht erkannte. Vielmehr bestanden innerhalb der Organisation Zweifel daran, wie gut Brunson langfristig neben Doncic funktionieren würde. Nach dem Playoff-Aus gegen die Los Angeles Clippers im Jahr 2020 wurden die defensiven Probleme des Backcourts immer wieder diskutiert. Gegner griffen gezielt beide Guards an, weshalb die Mavericks zunächst abwarten wollten, bevor sie Brunson langfristig an die Franchise banden.

    Brunson und Doncic wurden beide 2018 gedraftet.
    Brunson und Doncic wurden beide 2018 gedraftet. Jerome Miron-USA TODAY Sports

    Dallas zögerte zu lange

    Im Sommer 2021 hätte Dallas Brunson vergleichsweise günstig verlängern können. Laut ESPN signalisierte der Guard sogar seine Bereitschaft, einen entsprechenden Vertrag zu unterschreiben. Die Mavericks entschieden sich jedoch dagegen. Die Verantwortlichen wollten zunächst sehen, ob der Kern um Doncic und Brunson tatsächlich titelreif war und ob finanzielle Flexibilität für mögliche Star-Trades erhalten bleiben sollte.

    Dieses Zögern erwies sich als folgenschwer. Während Dallas abwartete, entwickelte sich Brunson vom Rollenspieler zum Leistungsträger. Als Doncic in den Playoffs 2022 verletzungsbedingt ausfiel, führte Brunson die Mavericks gegen die Utah Jazz an und erzielte in der Serie durchschnittlich 27,8 Punkte pro Spiel. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war sein Marktwert explodiert.

    Nach der Trade-Deadline unterbreiteten die Mavericks Brunson schließlich doch ein Vertragsangebot - zeitgleich mit Dorian Finney-Smith. Während Finney-Smith unterschrieb, lehnte Brunson ab. Dallas hatte den entscheidenden Moment verpasst. Aus einem Spieler, den man frühzeitig hätte binden können, war einer der begehrtesten Free Agents des Sommers geworden.

    Jalen Brunson Stats

    SaisonTeamMINPPGAPGRPGFG%
    2020/21Dallas Mavericks25,012,63,53,452,3
    2021/22Dallas Mavericks31,916,34,83,950,2
    2022/23New York Knicks35,024,06,23,549,1
    2023/24New York Knicks35,428,76,73,647,9
    2024/25New York Knicks35,426,07,32,948,8
    2025/26New York Knicks35,026,06,83,346,7

    Die Knicks hatten mehr als nur Geld

    Als die New York Knicks in den Poker einstiegen, ging es längst nicht nur um einen Vertrag. Knicks-Präsident Leon Rose hatte zuvor sowohl Jalen Brunson als auch dessen Vater Rick Brunson als Agent vertreten. Kurz vor Beginn der Free Agency holten die Knicks zudem Rick Brunson als Assistenztrainer ins Team. Die Verbindung zwischen Brunson und der Organisation war deutlich enger, als viele in Dallas angenommen hatten.

    "Ich glaube, Jalen hatte eine Loyalität gegenüber den Mavericks, weil sie ihn gedraftet hatten. Aber die Knicks waren seine Familie", zitierte ESPN eine Quelle aus dem Umfeld der Mavericks. "Ich glaube nicht, dass wir das vollständig verstanden haben."

    Brunson unterschrieb schließlich einen Vierjahresvertrag über 105 Millionen Dollar in New York. Damals wurde der Deal von vielen Beobachtern als überteuert kritisiert. Heute gilt er als einer der besten Verträge der Liga. Der Guard entwickelte sich zum Anführer der Knicks, führte die Franchise erstmals seit 1999 zurück in die NBA Finals und hat sich in New York zum Gesicht einer ganzen Basketballgeneration entwickelt.

    Während Brunson im Madison Square Garden gefeiert wird und die Knicks vom ersten Titel seit mehr als fünf Jahrzehnten träumen, bleibt in Dallas die Erkenntnis, dass man sein Potenzial zwar erkannt, den richtigen Zeitpunkt für eine Verlängerung jedoch verpasst hat.

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    Sam Müller