vor 6 Stunden
Frankreich will Historisches schaffen
Frankreich steht erstmals in ihrer Geschichte im Finale einer Basketball-Weltmeisterschaft - und Marine Johannes kannte ihren Wunschgegner bereits. Noch bevor die USA ihr Halbfinale gegen Spanien bestritten hatten, sprach die französische Nationalspielerin schon über ein Endspiel gegen den großen Favoriten.

Mit dem 86:64 gegen Deutschland beendete Frankreich eine historische Durststrecke: Erstmals seit der Premieren-WM 1953 erreichte die Equipe Tricolore wieder das Halbfinale, nun gelang sogar der erste Finaleinzug überhaupt. Johannes steuerte 13 Punkte zum Erfolg bei.
Auf die Frage nach dem Umgang mit dem Druck im Endspiel antwortete die 31-Jährige bemerkenswert selbstbewusst: "Wenn ich ehrlich bin, haben wir nichts zu verlieren. Wir wissen, dass sie eine großartige Mannschaft sind." Mit "sie" meinte Johannes unverkennbar die USA - obwohl deren Halbfinale gegen Spanien zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gespielt war.
"Sie haben seit vielen Jahren jede Weltmeisterschaft gewonnen und sind unglaublich talentiert. Wir spielen die gesamte Saison mit solchen Spielerinnen zusammen und wissen, wie gut sie sind", führte die Spielerin der New York Liberty aus. Für Frankreich sei das jedoch kein Grund, sich einschüchtern zu lassen: "Es ist ein Spiel. Alles kann passieren. Wir werden hart spielen und dann sehen wir, was passiert."
Auch Deutschlands Bundestrainer Olaf Lange räumte Frankreich Chancen auf Gold ein. Das Team verfüge über große Tiefe und Athletik, gegen die USA werde es wegen deren noch höherer individueller Qualität aber "ein anderes Spiel" - zugleich erinnerte Lange an das knappe Olympiafinale von Paris und mögliche Chemie-Vorteile europäischer Nationalteams: "Ich glaube, es wird ein offener Kampf. Aber vorher müssen die USA erst einmal Spanien schlagen."
Sam Müller