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Abrechnung mit den Bayern
Der Streit um Anton Gavel zieht immer größere Kreise. Nun hat Michael Stoschek drastische Konsequenzen angekündigt und rechnet mit dem FC Bayern sowie dem Trainer ab. Der langjährige Förderer der Bamberg Baskets spricht von tiefer Enttäuschung und zieht sich aus dem Basketball zurück.

Im exklusiven Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt und der Sport Bild hat Michael Stoschek überraschend seinen Rückzug aus dem Basketball angekündigt. Der langjährige Förderer der Bamberg Baskets begründete diesen Schritt mit der anhaltenden Auseinandersetzung um Trainer Anton Gavel, der trotz eines bis 2027 laufenden Vertrags zum FC Bayern München wechseln möchte.
"Die Causa Anton Gavel berührt mich so sehr, dass ich mit dem Basketball nichts mehr zu tun haben möchte", sagte Stoschek. Der Unternehmer kündigte auch an, seine private Unterstützung für den Klub einzustellen. Bereits 2023 hatte sich Hauptsponsor Brose aus wirtschaftlichen Gründen zurückgezogen, Stoschek unterstützte den Verein seitdem nach eigenen Angaben privat weiter.

Hintergrund des Konflikts ist die rechtliche Bewertung von Gavels Vertrag. Nach Darstellung der Bamberger Seite beruft sich das Umfeld des Trainers darauf, dass die digitale Unterschrift unter dem Arbeitsvertrag nicht handschriftlich bestätigt worden sei. Dadurch könne der Vertrag womöglich als unbefristet gelten und innerhalb von vier Wochen gekündigt werden.
Stoschek kritisierte dieses Vorgehen deutlich. "Anton Gavel hat einen eindeutigen Vertrag für die nächste Saison, das ist das Faktum", sagte der 78-Jährige. Weiter erklärte er: "Ich bin sehr enttäuscht. Er ist derjenige, der den Vertrag bricht und mit der Spitzfindigkeit kommt, dass die digitale Unterschrift mangels Bestätigung nicht gilt."
Auch den FC Bayern München und Präsident Herbert Hainer nahm Stoschek ins Visier. Laut seinen Aussagen habe es mehrere Gespräche gegeben, in denen Bayern eine Ablösezahlung kategorisch ausgeschlossen habe. "Herr Hainer hat mir gesagt, es wird keine Ablöse geben", berichtete Stoschek.
Zugleich betonte der Unternehmer, die Gespräche seien "in einem persönlich freundschaftlichen und professionellen Ton" verlaufen. Inhaltlich habe sich der FC Bayern allerdings "keinen Millimeter bewegt". Stoschek erklärte zudem, er habe dem Rekordmeister vorgeschlagen, stattdessen einen anderen Trainer zu verpflichten.

Die ungeklärte Situation erschwert nach Angaben Stoscheks auch die Kader- und Trainerplanung der Bamberg Baskets. "Solange wir einen Vertrag mit Anton Gavel haben, können wir keinen anderen Trainer unter Vertrag nehmen", sagte er. Das Interesse des Spaniers Jesus Ramirez an einer Zusammenarbeit bestätigte Stoschek.
Ob Bamberg rechtlich gegen die Kündigung vorgehen wird, ließ der Unternehmer offen. "Vor Gericht und auf hoher See, Sie kennen das … Ich glaube eher nicht, dass wir das machen", erklärte er. Sein persönliches Fazit fällt entsprechend deutlich aus: "Ich habe mein Herzblut verloren."
kon