23.06.2025
Historische Nacht für den Deutschen
Isaiah Hartenstein feiert seinen ersten NBA-Titel - und sein kleiner Sohn verschläft die größte Nacht im Leben seines Vaters. Während Superstar Shai Gilgeous-Alexander zum Finals-MVP gekürt wird, hält Hartenstein den schlafenden Elijah im Arm.

Am Ziel seiner Träume hielt Isaiah Hartenstein seinen Sohn Elijah fest im Arm. Der Kleine hatte ein Trikot seines großen Papas an, und ihm fielen vor Müdigkeit die Augen zu, als die NBA-Titelparty von Oklahoma City Thunder Fahrt aufnahm. Superstar Shai Gilgeous-Alexander hob unter dem tosenden Jubel der Fans stolz die Trophäe in die Höhe, Coach Mark Daigneault kämpfte ein wenig mit den Tränen, und Isaiah Hartenstein wog seinen Sohn sanft hin und her.
"Ich weiß auch nicht, wieso er jetzt schläft. Ich denke, es ist nicht laut genug. Aber ich erzähle ihm dann alles, wenn er wieder wach ist", sagte Hartenstein, und zu berichten hat er nun eine Menge: Als zweiter deutscher Basketball-Profi nach Dirk Nowitzki hat er die wichtigste Trophäe im Basketball gewonnen, mit OKC bezwang er die Indiana Pacers im entscheidenden siebten Finalspiel 103:91.
Hartenstein rackerte und wühlte. Am Ende holte er sieben Punkte, neun Rebounds und vier Assists. Für OKC ist es der erste Titel seit dem Umzug (2008) und der zweite nach 1979, damals hatte die Franchise unter dem Namen Seattle SuperSonics triumphiert. Die Pacers müssen dagegen weiter auf den Gewinn der Larry O'Brien Trophy warten, die frühe Verletzung ihres Starspielers Tyrese Haliburton schwächte die Gäste merklich.
Hartenstein, in Eugene/Oregon geboren, zog durch den Erfolg mit dem Würzburger Nowitzki gleich. Der langjährige NBA-Profi hatte 2011 mit den Dallas Mavericks als bislang einziger Deutscher die Krone geholt, nun schrieb auch Hartenstein Geschichte. Vier Deutsche sind in den Finals gescheitert: Detlef Schrempf (1996), Nowitzki (2006), Daniel Theis (2022) und zuletzt Maximilian Kleber (2024).
SID, red