vor 14 Stunden
Zweifel an möglichen Franchisegebühren
Die Pläne für NBA Europe sorgen weiter für Diskussionen über die wirtschaftliche Zukunft des europäischen Basketballs. Der frühere EuroLeague-Chef Jordi Bertomeu bezweifelt, dass die aufgerufenen Summen zum aktuellen Markt passen.

Bertomeu äußerte sich in den Business Conversations der European Basketball Advisory Group zu möglichen Franchisegebühren zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Dollar. "Bewertungen auf diesem Niveau entsprechen meiner Meinung nach nicht der Realität des Basketballs in Europa", erklärte der langjährige EuroLeague-Geschäftsführer.
Die etablierten Klubs könnten solche Summen kaum aufbringen. "Die erste Konsequenz wäre ein beinahe vollständiger Austausch der aktuellen Klubbesitzer durch neue Eigentümer und Investoren", sagte Bertomeu. Auch bei den großen Fußballvereinen sei unklar, ob sie bereit wären, derartige Beträge in ihre Basketballabteilungen zu investieren.
Eine erst langfristig erwartete Rendite sieht der Spanier ebenfalls kritisch. Der Sport und die gesamte Branche veränderten sich schnell, weshalb Prognosen über einen langen Zeitraum mit großer Unsicherheit verbunden seien. Berichten zufolge sollen der NBA allerdings bereits Gebote in Höhe von bis zu einer Milliarde Dollar vorliegen.
Bertomeu sprach zudem über Märkte, in denen Basketball bislang keine bedeutende Rolle spielt. Besonders Großbritannien bezeichnete er als schwierig, da der Unterhaltungsmarkt stark gesättigt sei und eine relevante heimische Basketballliga fehle. Notwendig seien deshalb eine langfristige Strategie und erhebliche Investitionen.
Als Vorbild nannte Bertomeu den FC Bayern, dessen bekannte Fußballmarke das Wachstum des Basketballs in Deutschland unterstützt habe. Einen ähnlichen Effekt habe Fenerbahce in der Türkei erzielt. Der Versuch, ein solches Modell auch in Großbritannien aufzubauen, sei in der Vergangenheit dagegen gescheitert.
sgm