vor 3 Stunden
Wagner freut es
Die Orlando Magic wurden bisweilen deutlich für den Trade für Desmond Bane kritisiert. Nicht wegen dem Spieler, sondern wegen der hohen Kosten. Spiel 3 gegen die Detroit Pistons zeigte erneut, warum Bane so wichtig für die Mannschaft ist.

Der Aufschrei im Sommer war groß. Hatte Orlando tatsächlich fünf Erstrundenpicks für einen Spieler auf den Tisch gelegt, der noch nie in seiner Karriere All-Star war? Nun, mit All-Star Games ist es so eine Sache und die Magic wissen das am besten. Paolo Banchero wurde schon einmal nominiert, Franz Wagner hingegen nicht, weil er immer zur falschen Zeit verletzt war.
Auch Bane hätte es mindestens einmal zu Grizzlies-Zeiten verdient gehabt, doch auch er wurde von Verletzungen gebremst. Das ist aber in diesem Fall nicht der Punkt. Orlando tradete nicht fünf First Rounder (und Kentavious Caldwell-Pope und Cole Anthony) für einen Superstar, sondern für einen sehr guten Spieler, der in der Theorie wie das Hinterteil auf den Eimer passt.
Ein bulliger Guard mit Defensiv-Qualitäten, der gleichzeitig für sich selbst kreieren kann und über seine Karriere bewiesen hat, dass er zu den besseren Schützen der Liga gehört. In den ersten beiden Spielen hatte Bane noch zu kämpfen (nur 3/15 3P), doch in Spiel 3 explodierte Bane und verwandelte sieben Distanzwürfe. Dabei saßen die ersten sechs Versuche, darunter ein Turnaround-Fadeaway-Versuch aus der Ecke, auf den Kobe Bryant sicherlich stolz gewesen wäre.
| MIN | PTS | FG | 3P | REB |
|---|---|---|---|---|
| 38:19 | 25 | 9/18 | 7/9 | 7 |
"Seine Anwesenheit eröffnet unserem Team eine ganz andere Dimension", analysierte Franz Wagner. Bane brachte Orlando früh ins Rollen und war auch nach der Pause in kritischen Phasen zur Stelle, als Detroit unter dem Korb alles dicht machte und Orlando nach Offense suchte. "Ich könnte so viel über ihn sagen. Er arbeitet so hart und nichts kann ihn aus der Bahn werfen", lobte Coach Jamahl Mosley.
"Er bringt seine Mitspieler zusammen, redet viel. Einen Profi wie ihn kann man sich nur wünschen und es ist schön, dass er heute dafür belohnt wurde." Das Ende der Partie sah Bane jedoch nur noch von der Bank, eine Minute vor dem Ende setzten beim Guard Krämpfe im Oberschenkel ein.

Bis dahin hatte der 27-Jährige schon einen 30-jährigen Magic-Franchise-Rekord von Dennis Scott mit seinen sieben Dreiern eingestellt. So einen Spieler hatte Orlando in den vergangenen Jahren einfach nicht. Einen konstanten Schützen, der nicht frei stehen gelassen werden darf. Das schafft Räume für die anderen, was essentiell ist gegen ein so starkes Defensiv-Team wie es Detroit eben ist.
Das sind die Magic in dieser Serie aber auch. Das Defensiv-Rating von 103,4 ist das Beste aller Playoff-Teams (Play-Ins inkludiert), das ist die Grundlage für alles in dieser Postseason. In dieser Serie zweier so ähnlicher Teams werden einzelne Scoring-Explosionen wohl den Unterschied machen, in Spiel 3 war es eben Bane und am Ende Franz Wagner mit seinen wichtigen Würfen, die Orlando jubeln ließen.
Robert Arndt