vor 8 Stunden
Berliner beruhigt die Nerven Orlandos
Franz Wagner spielte in Spiel 3 der Orlando Magic gegen die Detroit Pistons lange unauffällig, am Ende war es aber der Berliner, der sein Team auf die Siegerstraße brachte

Die Anspannung war spürbar. Orlando führte im vierten Viertel mit bis zu 17 Punkten, doch plötzlich robbten sich die Pistons wieder Stück für Stück heran. Cade Cunningham war plötzlich nicht mehr zu stoppen und als der Point Guard knapp drei Minuten vor Schluss von der Freiwurflinie plötzlich die Führung besorgte, begann das große Zittern.
Es war ein 26:8-Lauf in knapp sechs Minuten. Wieder so ein Run, wie schon in Spiel 2, als Detroit nach der Pause einen 30:3-Lauf hatte und das Spiel so entschied. Diesmal aber hatte Orlando rechtzeitig eine Antwort und die kam von Franz Wagner. Erst verwandelte der Berliner im direkten Duell mit Cunningham einen Mitteldistanzwurf, wenig später traf Wagner seinen ersten Dreier.
"Das war Big Time”, meinte Coach Jamahl Mosley. “Er kann sich so gut konzentrieren, wie es nur wenige können." Balsam für die Nerven und dank intensiver Defense ließen die Magic keinen weiteren Punkt der Pistons mehr zu. Ein Banchero-Dreier, der vom Ring hoch in die Luft stieg und dann doch noch durch die Reuse ging, machte den Sieg und damit die Serienführung endgültig perfekt.
Dabei blieb Wagner lange recht blass. 17 Punkte (7/18 FG) und sechs Assists sind solide, doch viele seiner Drives hatten oft keine große Chance, erfolgreich zu sein. Zu gut war die Hilfe der Pistons am Ring, die nach elf Blocks in Spiel 2 diesmal sogar zwölf Versuche zum Absender zurückschickten. Wagner nahm letztlich nur vier Würfe außerhalb der Zone, zwei davon waren erfolgreich, jene beiden Treffer in den Schlussminuten.
"Er hat attackiert und die großen Würfe gemacht, als wir sie gebraucht haben.", analysierte Mosley. "Franz hatte so viele körperliche Probleme, aber er schlägt immer zurück und verliert niemals seinen Ehrgeiz. Und genau so ist er dieses Spiel angegangen."
Wagner selbst blieb nach der Partie bescheiden und wollte auch nicht überbewerten, dass Orlando beinahe wieder eine hohe Führung verspielt hätte. "„Das ist ein gutes Team, welches immer einen Run machen kann. Wir waren nicht perfekt, hoffentlich können wir es in der Zukunft etwas besser machen. Wir wollen nicht überreagieren."

Der Berliner sieht sein Team auf Augenhöhe, der Lauf der Pistons in Spiel 2 mal ausgenommen. "Wir hatten das Gefühl, dass sie von unseren Fehlern profitiert haben", sagte Wagner rückblickend. "Wir mussten diese nur abstellen." Und das taten sie für große Teile von Spiel 3, zur Belohnung gab es die Serienführung.
Der Druck liegt nun bei den Pistons, sie haben jede Menge zu verlieren. Schließlich schied ein Top-Seed in der NBA-Historie erst sechsmal gegen das achtplatzierte Team aus. Spiel 3 findet in der Nacht auf Dienstag um 2 Uhr deutscher Zeit statt.
rar