vor 3 Stunden
Los Angeles droht der Sweep
Die Los Angeles Lakers haben die dritte deutliche Niederlage gegen die Oklahoma City Thunder kassiert. Es deutet sich an, was alle vor der Serie bereits vermuteten: Die Lakers haben einfach keine Antworten gegen ein historisch gutes Team.

In zwei der drei Partien führten die Lakers zur Pause! Das ist kaum zu glauben, schließlich verloren die Lakers die Spiele bislang mit 18, 18 und 23 Punkten. Auch in Spiel 3 stand es 59:57 zur Pause, weil die Lakers elf Dreier verwandelten und MVP Shai Gilgeous-Alexander trotz 14 Zählern zu zehn Fehlwürfen zwangen (4/14 FG).
Was folgte, war aber eine Kopie aus Spiel 2. Die Lakers trafen nicht mehr, OKC forcierte Ballverluste und legte einen 15:2-Lauf hin, der die Weichen auf Sieg stellte. Bemerkenswert dabei: Die Lakers erzielten nur 20 Punkte, neun davon nach Offensiv-Rebounds. Es zeigt, wie schwach L.A. im Halfcourt war bzw. wie sehr die Thunder die Schrauben in der Verteidigung anzogen.
OKC gewann mal wieder dank der Tiefe im Kader. SGA erzielte zwar nur noch neun Zähler, doch Rollenspieler wie Ajay Mitchell (18 Punkte nach der Pause), Isaiah Joe (12) oder Cason Wallace (5) machten mit ihrer Energie und Big Plays den Unterschied. Um die Thunder zu schlagen, brauchen die Lakers perfekte 48 Minuten, das haben sie bisher in keiner der drei Partien geschafft.
Es ist wahrscheinlich, dass auch ein fitter Luka Doncic nicht den Unterschied ausmachen würde, zu gut, zu eingespielt sind die Thunder. Klar ist aber auch, dass L.A. nur eine Chance hat, wenn die Stars überragend performen. Ohne Doncic verbleiben LeBron James und Austin Reaves, die es aber beide nicht schafften, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken.
Nach 31 Punkten in Spiel 2 hatte Reaves wieder große Probleme und kam in 39 Minuten nur auf 17 Zähler (5/13) und immerhin neun Assists. Dazu gesellten sich jedoch auch fünf Ballverluste, zwei davon während des 15:2-Laufs der Thunder. Drei waren es im dritten Viertel. Reaves war bisweilen nicht entschlossen genug, einige Pässe zu riskant. Alle Ballverluste waren Steals, die jeweils zu Thunder-Punkten führten (10).
Und auch LeBron hat gegen diese Defense Probleme, er ist mit 41 Jahren nicht mehr der Spieler, der an seinen Gegenspielern vorbeiziehen kann. Heutzutage löst er viel mit Power, doch OKC hat in Lu Dort einen echten Hydranten, der kaum wegzuschieben ist. Gerade hier fehlt Doncic, der diese Vorteile kreieren und James abseits des Balles einsetzen könnte.
So stecken die Lakers in einem Dilemma, dass ihre verbleibenden Stars einfach nicht gut genug sind, um OKC konstant vor Probleme zu stellen. Zusammen erzielten beide 36 Punkte bei 12/32 aus dem Feld. Über die Serie legt James immerhin 23 Punkte und sieben Assists bei einer Quote von 52 Prozent aus dem Feld auf, aber das reicht eben nicht gegen solch ein Team.

Dazu bietet der Kader auch einfach nicht die nötige Breite. Gewissermaßen ist es ein Übergangsjahr, um das Team voll auf Doncic auszurichten, der ist aber nicht verfügbar. Defensiv hat Coach Redick vieles probiert und seit den Mavs 2024 hat Gilgeous-Alexander nicht mehr solch große Probleme gehabt, auf seine Punkte zu kommen.
Das ist auch ein Verdienst der eigentlich limitierten Lakers-Defense, die aber dafür an anderen Stelle Dinge abgibt. Redick kann man keinen Vorwurf machen, dass er es nicht versucht. In Spiel 3 fiel Jake LaRavia komplett aus der Rotation, stattdessen bekamen Rookie Adou Thiero und auch Maxi Kleber ihre Chancen, doch beide sind offensiv so in ihren Möglichkeiten beschränkt, dass dies andere Probleme entstehen lässt.
Der Coach glaubt zwar, dass seine Mannschaft die Thunder schlagen kann, die ersten drei Partien lassen aber eigentlich nur einen anderen Schluss zu. L.A. hat vieles probiert, dennoch aber drei Spiele im Schnitt mit 20 Punkten verloren. Es wird vermutlich nur einen eigenen Sieg geben, wenn OKC in einem Spiel mal absolut nichts treffen sollte. Möglich ist das, doch dass die Lakers noch einmal einen Fuß in diese Serie bekommen, ist beinahe ausgeschlossen.
Robert Arndt