16.04.2025
Playoff-Preview L.A. vs. Minnesota
Die Los Angeles Lakers bekommen es in der ersten Runde der NBA Playoffs mit den Minnesota Timberwolves zu tun, die nach ihrem Erfolg aus dem Vorjahr wieder hungrig sind. L.A. hat mit Luka Doncic aber einen Spieler in den Reihen, der den Wolves noch immer Albträume bereiten dürfte und bereits seinen nächsten Streich plant.

Wer hätte vor der Saison damit gerechnet, dass sich die Lakers mit ihrem neuen Head Coach J.J. Redick einen Heimvorteil im umkämpften Western erspielen würden? Wohl die wenigsten. Und wer hätte damit gerechnet, dass sie dabei von dem Trio LeBron James, Austin Reaves und Luka Doncic angeführt werden würden? Sicherlich überhaupt niemand.
Die Franchise ist mit ihrem einstigen Star-Duo aus LeBron und Anthony Davis gut in die Saison gestartet, sah aber zu keinem Zeitpunkt so aus, als könnten sie wirklich um die Championship mitspielen, das offensive Potenzial war einfach zu gering. David verteidigte zwar wie der DPoY und war an guten Tagen einer der besten Scorer der Liga, an schlechten Tagen konnte der Rest des Teams die fehlende Offensive aber nicht kompensieren. So rutschte das Team nach dem guten Start im Dezember auf Platz zehn ab, ehe Anfang Februar die gesamte Saison auf den Kopf gestellt wurde.
"BREAKING: Die Dallas Mavericks traden Luka Doncic, Maxi Kleber und Markieff Morris zu den Los Angeles Lakers im Tausch für Anthony Davis, Max Christie und einen Erstrundenpick im Jahr 2029, wie Quellen ESPN berichten." Mit diesem Tweet versetzte Shams Charania die gesamte NBA-Welt am 2. Februar in einen Schockzustand und ließ die Fans der Lakers träumen. Zurecht, wie sich herausstellte. Seit der Slowene in Hollywood ist, sind die Lakers eines der besten Teams der Liga und haben in wichtigen Spielen um die Platzierungen zuletzt einige Big Guns (Thunder, Rockets 2x, Nuggets, Grizzlies) aus dem Weg geräumt.
| Lakers | Stat | Timberwolves |
|---|---|---|
| 50-32 | Bilanz | 49-33 |
| 115.0 (16.) | Offensiv-Rating | 115.7 (13.) |
| 113.8 (17.) | Defensiv-Rating | 110.8 (7.) |
| +1.2 (14.) | Net-Rating | +5.0 (4.) |
| 2-2 | Direkter Vergleich | 2-2 |
Bei den Timberwolves ist die Situation gar nicht so unähnlich. Zwar gab es in Minnesota keinen Jahrhundert-Trade, der Abgang von Karl-Anthony Towns im vergangenen Sommer war für viele dennoch eine große Überraschung. Obwohl sie im vergangenen Jahr erst zum zweiten Mal in ihrer Geschichte in den Conference Finals standen (gegen einen gewissen Luka D.), entschied sich das Front Office, das Experiment mit Twin Towers Rudy Gobert und KAT abzubrechen und stattdessen einen konventionelleren Ansatz zu fahren.
Mit Julius Randle haben die Wolves aus New York einen klassischen Vierer bekommen, der ihnen zwar nicht mehr Spacing bringt (dazu später mehr), aber die ständigen Line-Up-Fragen löst. Allerdings kamen mit Randle auch neue Probleme nach Minneapolis. Anders als KAT hat der bullige Forward gerne den Ball in der Hand und wirft aus der Mitteldistanz. Das führte zu Beginn der Saison dazu, dass Anthony Edwards sein Spiel etwas umstellte und deutlich mehr Dreier nahm und weniger zum Korb zog.
Die Folge war ein Stotterstart (8-10) und eine harsche Ansage von Edwards: "Ich denke, wir sind als Team verdammt soft. Intern. Wir können nicht miteinander reden. Nur ein Haufen kleiner Kinder. Als ob wir mit einem Haufen kleiner Kinder spielen würden, wie das ganze Team. Wir können einfach nicht miteinander reden. Und wir müssen das herausfinden, weil wir so nicht weitermachen können." Seither haben die Wolves sich gefangen und sich mit wichtigen Siegen über die Nuggets und Grizzlies zuletzt ihr Playoff-Ticket verdient.
Nach dem Abgang von AD dachte jeder in der Liga, die ohnehin schon anfällige Defensive des Teams würde komplett einbrechen. Erstaunlicherweise war aber das Gegenteil der Fall. Auf einmal lief die Team-Defensive wie geschmiert und L.A. stellte auf einmal die beste Defensive der Liga. LeBron war engagiert wie seit Jahren nicht mehr und die Ankunft von Dorian Finney-Smith sowie die Rückkehr des Langzeitverletzten Jarred Vanderbilt waren Gold wert. Die Entwicklung hat sich in den vergangenen Wochen wieder reguliert (Platz 23 über die letzten 15 Spiele), jetzt muss die Defensive gegen physisch starke Wolves aber wieder anziehen.
Die Lakers sind selbst ein großes Team, speziell gegen die Länge der Wolves-Bigs müssen LeBron, Jaxson Hayes und Co. aber ihren Mann stehen. Was den Lakers aber zugutekommt, ist die gewisse Eindimensionalität ihres Gegners. Seit dem Abgang von KAT ist Edwards der klare Go-to-Guy und bekommt in wichtigen Situationen immer den Ball in die Hand. Es dürfte niemanden überraschen, wenn die Lakers immer mindestens zwei Verteidiger zum 23-Jährigen schicken, um andere zum Scoren zu zwingen. Redick hat in dieser Saison bereits gegen einige Teams (z. B. Denver, Boston) durch kreative Defensivstrategien geglänzt.
Die Serie gewinnen will L.A. aber in der Offensive. Seit Lukas Ankunft nimmt das Team 47,1 Prozent seiner Würfe von draußen (Platz 3 in der Liga, davor waren es nur 39,6 Prozent) und schießt Gegner regelmäßig von Downtown aus der Halle. Dazu gibt es wohl kaum ein Team in der Liga, das in Doncic, James und Reaves drei so talentierte Ballverteiler in seiner Starting Five hat. Die Folge sind unzählige komplett freie Würfe und reihenweise heiße Rollenspieler über die vergangenen Wochen.

| PG | SG | SF | PF | C |
|---|---|---|---|---|
| L. Doncic | A. Reaves | R. Hachimura | L. James | J. Hayes |
| G. Vincent | J. Goodwin | D. Knecht | D. Finney-Smith | M. Kleber |
| S. Milton | B. James | J. Vanderbilt | M. Morris | A. Len |
Und genau auf ein solches Offensivfeuerwerk dürfen die Wolves sich nicht einlassen. Die müssen hart spielen, hart verteidigen (Platz 4 in der NBA) und die Stars der Lakers so aus dem Spiel nehmen. Doncic ist immer mal für eine Ejection zu haben und auch LeBron kann man mit physischem Spiel einschränken. Vor allem müssen sie ihre Stärke am Perimeter ausspielen und die Lakers in die Mitteldistanz zwingen. Wichtig werden hier vor allem Jaden McDaniels und Edwards sein, die Doncic und LeBron übernehmen dürften.
Die Fragezeichen bei den Wolves liegen allerdings in der Offensive. Wer übernimmt, wenn Edwards aus dem Spiel genommen wird? McDaniels hat sich in der vergangenen Saison nicht als verlässliche Option in den Playoffs bewiesen und Mike Conley ist nicht mehr der Jüngste (37). Auf dem Papier sollte diese Rolle Randle zuteilwerden, der aber wahrlich nicht als gefährlicher Playoff-Scorer bekannt ist. Über seine Karriere wirft er in den Playoffs magere 34 Prozent aus dem Feld und 28 Prozent von draußen. Hier braucht es unbedingt Entlastung für den Ant-Man.
| PG | SG | SF | PF | C |
|---|---|---|---|---|
| M. Conley | A. Edwards | J. McDaniels | J. Randle | R. Gobert |
| D. DiVincenzo | N. Alexander-Walker | J. Clark | N. Reid | L. Garza |
| R. Dillingham | T. Shannon Jr. | J. Minott | J. Ingles | L. Miller |

Doncic hat vergangenen Jahr bereits eindrucksvoll gezeigt, wie man die Wolves besiegt, und will diesen Streich nun in anderem Gewand wiederholen. Vor allem Defensivanker Gobert sah in der Vergangenheit schon einige Male sehr schlecht gegen den Slowenen aus und könnte auch in dieser Serie wieder Probleme bekommen.
Am Ende wird die Offensivpower der Lakers, die komplett gesund und durch die Bank gut aufgelegt sind, zu viel für die Wolves sein, denen eine klare zweite Option neben Edwards fehlt. Dieser müsste schon die Serie seines Lebens spielen, damit Minnesota eine realistische Chance hätte.
Tipp: Lakers in 6.
Gianluca Fraccalvieri