07.04.2025
Play-Ins im Westen wohl mit zahlreichen Top-Teams
Die reguläre NBA-Saison befindet sich in ihren finalen Zügen. Doch, wo sich früher bereits viele Mannschaften im wohlverdienten Urlaub wähnten, ist heute noch Hoffnung auf einen Einzug in die Playoffs vorherrschend. Doch nicht nur bei den unteren Teams haben die Play-Ins einen positiven Effekt, findet Autor Julius Ostendorf.

Die 82-Spiele-andauernde Vorrunde der NBA-Saison neigt sich dem Ende zu. Von den insgesamt 30 Franchises haben nur noch 20 die Chance, die begehrte "Larry O'Bryant Trophäe" - den Titel - zu gewinnen. Genau so ist es allerdings noch gar nicht allzu lang. Erst im Jahr 2020 führten die Entscheider eine Zusatzrunde ein, die es auch den Tabellenrängen neun und zehn erlaubte, in der Postseason noch eine Rolle zu spielen.
Seither gab es viele Diskussionen rund um das "Play-In-Turnier". Man muss an LeBron denken, der zunächst forderte, dass der Erfinder des Formats gefeuert werden solle. Später profitierte er mit den Lakers selbst davon und hielt mit weiterer Kritik hinter dem Berg.

Ein Positivbeispiel sind die Miami Heat im Jahr 2023. Als achter Platz schafften sie das vermeintlich Unmögliche und schlugen die Milwaukee Bucks, die zuvor die Eastern Conference gewonnen hatten. Im Anschluss zogen sie auch an den Knicks und Celtics vorbei in die Finals, wo man letztlich an den Denver Nuggets scheiterte.
Zwar wäre Miami als Achter auch ohne Play-Ins in die Playoffs eingezogen. Aber es war der unglaubliche 15:1-Lauf in den letzten Minuten gegen Chicago, der die "Heat Culture" in diesem Moment zu neuem Leben erweckte. Schwer vorstellbar, dass es in einer Serie mit vielen Spielen zu einem solchen Aha-Moment hätte kommen können.
Die Brillanz des Play-In-Turniers kommt aber auch ganz aktuell wieder zum Tragen. Noch vor Einführung des Formats waren die meisten Playoff-Teilnehmer zu dieser Zeit mit ihrer emotionalen Vorbereitung auf die Saison-Endrunde beschäftigt. Sportlich passierte häufig nicht mehr allzu viel. Ob nun Platz sechs, sieben oder acht war zumeist kein Kriterium in den letzten Saisonzügen.
In dieser Saison ist das anders. In der Western Conference trennen die Plätze drei bis acht nur zwei Siege voneinander. Mit den Clippers, Warriors, Timberwolves und Grizzlies haben sogar vier Mannschaften die exakt selbe Bilanz (46-32). Insgesamt sind es also sechs Teams,die noch kämpfen - um Heimrecht in den Playoffs, eine direkte Qualifikation und die Vermeidung ein bis zwei zusätzlicher Spiele.
| Rang | Team | S | N | GB | Streak |
|---|---|---|---|---|---|
| 3 | Los Angeles Lakers | 48 | 30 | 16 | W2 |
| 4 | Denver Nuggets | 47 | 32 | 17,5 | L4 |
| 5 | Los Angeles Clippers | 46 | 32 | 18 | W4 |
| 6 | Golden State Warriors | 46 | 32 | 18 | L1 |
| 7 | Minnesota Timberwolves | 46 | 32 | 18 | W5 |
| 8 | Memphis Grizzlies | 46 | 32 | 18 | W2 |
Beinahe nächtlich rotieren die Mannschaften tabellarisch durch. Da, wo früher häufig Träge zum Ende der regulären Saison herrschte, ist heute Spannung bis zum Schluss!
Das betrifft - anders als in Diskussionen sonst eher weniger präsent - auch ganz explizit die oberen Tabellenplätze. Während man als Top-6-Mannschaft vor Einführung der Play-Ins noch eine Pufferzone hatte, die meist ausreichte, um die Playoff-Qualifikation durchzubringen, existiert diese heute nicht mehr. Stattdessen könnte die Saison bereits für den siebten Platz schon bald beendet sein. Das führt dazu, dass auch die Topteams, die sich durchaus Titelchancen auf die Fahne schreiben, noch bis zum Schluss ihr Bestes und uns einen kleinen Vorgeschmack auf die Playoffs geben!
Die reguläre Saison hat pro Team nur noch vier Spiele zu bieten. Dank des Play-In-Turnieres sind diese allerdings längst keine Obligatorik mehr hin zu den Playoffs, sondern eine Saisonphase auf die wir uns alle freuen dürfen!
Julius Ostendorf