07.02.2026
Pistons-Guard wurde im Draft übergangen
Die Detroit Pistons haben im Topspiel gegen die New York Knicks ein Ausrufezeichen gesetzt. Dabei avancierte allerdings nicht Starspieler Cade Cunningham, sondern der ungedraftete Zweitjahresprofi Daniss Jenkins zum Matchwinner. Es war sein letztmöglicher Einsatz als Two-Way-Player. Dass es für den Guard in der NBA weitergehen wird, steht allerdings außer Frage.

Der Erfolg der Detroit Pistons hat viele Ursachen. Ob es die defensive Intensität ist, die junge Dynamik oder natürlich MVP-Kandidat Cade Cunningham. Seinen Anteil daran hat aber auch ein weiterer Spieler, den vor dieser Saison wohl nur die wenigsten auf dem Radar hatten: Daniss Jenkins.
Im Draft 2024 noch übergangen worden, verdiente sich der Guard daraufhin lediglich einen Two-Way-Vertrag in Detroit. Gerade einmal knapp 21 Spielminuten erhielt er in seiner gesamten Rookiesaison. Erst über einige gute Einsätze in der G-League spielt er sich in den Fokus von NBA-Coach JB Bickerstaff.
Binnen eines Jahres wendete sich das Blatt für den 24-Jährigen. Bereits in seinem dritten Saisonspiel stand er 22 Minuten auf dem Parkett - und damit länger als in der gesamten Vorsaison. Bei der deutlichen Heimniederlage gegen Cleveland war Jenkins einer der wenigen Lichtblicke.
In der Kaderstruktur der Pistons profitierte er auch davon, dass die Pistons die Backup-Position von Starspieler Cade Cunningham bewusst intern besetzen wollten. In Abwesenheit des viel verletzten Marcus Sasser nutzte Jenkins seine Minuten. Auf 36 Minuten hochgerechnet erzielt Jenkins starke 17,0 Punkte und 7,1 Vorlagen bei knapp 39 Prozent von der Dreierlinie.
Als Two-Way-Spieler war Jenkins' Platz in der NBA bislang nicht garantiert. Lediglich 42 Saisonspiele dürfen Akteure mit einem solchen Arbeitspapier pro Saison bestreiten. Ausgerechnet in seinem letztmöglichen Einsatz setzte der Guard nun nochmal ein Ausrufezeichen. Beim Statement-Sieg im Ost-Kracher gegen die Knicks avancierte er mit 18 Punkten (7/11) und drei Vorlagen zum Matchwinner.
Für die Pistons war daher bereits nach Spielende klar, dass er einen Standardvertrag erhalten würde, mit dem er dem Kader fest angehört. "Wir werden seinen Vertrag über das Wochenende umwandeln", bestätigte GM Trajan Langford.
Für Jenkins endet damit eine Phase von knapp anderthalb Jahren unsicherer Zukunft in der Liga. All denen, die in ihm keinen der 60 besten Draftpicks sahen, konnte er damit das Gegenteil beweisen, stellte er nun klar. Bereits auf dem College habe er gewusst, dass er in die NBA gehöre. "Die meisten der anderen wurden gedraftet. Was war denn der Unterschied zwischen denen und mir?", fragte er nach dem Knicks-Sieg aufgewühlt. "Für mich war die Nichtnominierung im Draft ein absoluter Wahnsinn. Es ist Wahnsinn - und das treibt mich an."
Julius Ostendorf