13.04.2026
Bucks-Offseason im Überblick
Die Milwaukee Bucks haben erstmals seit zehn Jahren die Playoffs verpasst. Das Drama rund um Giannis Antetokounmpo geht weiter, allerdings wird es mit großer Sicherheit in diesem Sommer eine Entscheidung geben. Welche Optionen gibt es?

Gerade einmal 32 Siege kratzten die Bucks zusammen, es waren die wenigsten seit der Rookie-Saison von Giannis Antetokounmpo (2013/14). Klar, am Ende wurde fleißig getankt, doch die Play-Ins hätte man auch so nicht erreicht. Direkt nach Saisonabschluss sickerte bereits durch, dass Doc Rivers in der kommenden Saison nicht mehr an der Seitenlinie stehen wird.
Ein Nebenplot, schließlich dreht sich in der Bierstadt weiterhin alles um Giannis Antetokounmpo. Dieser Sommer wird der Wichtigste der Franchise-Historie, die Ausrichtung für die kommenden Jahre wird hier geprägt. Erstmals seit 2016 werden die Bucks wieder einen Lottery Pick haben, wichtiger ist aber, wie man die Situation rund um den Griechen handhaben möchte.
Mitbesitzer Wes Edens gab gewissermaßen die Richtung vor: "Entweder möchte er verlängern oder er wird getradet", meinte Edens zur Zukunft von Giannis, der noch einen Vertrag bis 2027 hat. 4 Jahre, 275 Millionen Dollar - das ist möglich, allerdings erst ab dem 1. Oktober.
Was Giannis will, das ist nicht so ganz klar. Zuletzt gab es wieder atmosphärische Störungen rund um seinen Willen zu spielen, was die Bucks allerdings verboten. Was war hier der Sinn dahinter? Es wirkt bisweilen so, dass beide das Gleiche (einen Trade) wollen, aber jedem den anderen den Schwarzen Peter zuzuschieben.
Übrigens spielen bei den Bucks auch noch andere Spieler als Antetokounmpo, man mag es kaum glauben. Hier sieht es nicht viel besser aus. Gleich fünf Spieler haben eine Option für das nächste Jahr. Die Bucks sind hier (neben den Lakers) das Team, welches solche Optionen wie Schokoriegel verteilt hat - nicht besonders hilfreich. Denn: Performt der Spieler gut, steigt er aus und wenn er es nicht tut, sichert er sich ein weiteres Vertragsjahr.
Dabei handelt es sich um folgende Spieler:
| Spieler | Gehalt 25/26 | Anmerkung |
|---|---|---|
| Ousmane Dieng | 6,7 Mio. | Restricted |
| Kevin Porter Jr. | 5,1 Mio. | Spieler-Option |
| Gary Trent Jr. | 3,9 Mio. | Spieler-Option |
| Gary Harris | 3,6 Mio. | Spieler-Option |
| Taurean Prince | 3,3 Mio. | Spieler-Option |
| Jericho Sims | 2,5 Mio | Spieler-Option |
| Thanasis Antetokounmpo | 2,3 Mio. | Unrestricted |
Dazu wird Ousmane Dieng Restricted Free Agent, die Verträge für Andre Jackson (Team-Option) und Pete Nance (nicht garantiert) kann man los werden. Viel Flexibilität hat man also nicht, es sind rund 15 Millionen Dollar unter der Luxussteuergrenze.
Das zeigt auch, dass wenig Raum bleibt, dieses Team besser zu machen. Die Topverdiener sind Antetokounmpo selbst, Myles Turner, Kyle Kuzma und Bobby Portis. Keiner der anderen drei spielte eine gute Saison, keiner wird viel Trade-Value haben. Nur ein neuer Coach und ein fitter Giannis werden diese Mannschaft über Nacht nicht zu einem Contender machen.
Die Jahre seit dem Titel 2021 waren ein einziger Flickenteppich, spätestens galt dies seit dem Trade für Damian Lillard. Besser wurden die Bucks so nicht, vielmehr gewann Milwaukee seit der Meisterschaft genau eine Playoff-Serie (4-1 gegen die Bulls im Jahr 2022).

Zum Wohle der Franchise sollte es nun den Neustart geben, auch Antetokounmpo wäre in diesem Szenario ein Gewinner. Es bleibt aber die Frage, ob Milwaukee zu lange gewartet hat. Gibt es noch dieses Premium-Paket oder haben Teams Zweifel an einem 31-Jährigen, der in dieser Saison nur 36 Spiele absolviert hat und in den vergangenen drei Postseasons immer mit Verletzungen zu kämpfen hatte?
Da Giannis Vertrag nur noch ein Jahr läuft, hat er auch Macht, um sein neues Team zu wählen, schließlich werden Franchises nicht für ein Jahr Giannis große Teile der eigenen Zukunft gefährden. Dennoch stehen die Zeichen im Sommer besser als noch zur Trade Deadline, weil mehr Teams mitmischen können und es einfacher ist, Trades mit mehreren Spielern zu vollziehen.
Milwaukee könnte dann einen Schlussstrich ziehen, mit jungen Talenten und ein paar Draft-Picks neu aufbauen.
Denn Draft-Kapital ist Mangelware in Milwaukee - und das seit Jahren. Die Trades für Jrue Holiday und Lillard waren kostspielig, sodass man bis 2031 keine Kontrolle über die eigenen Picks hat. In der Theorie könnten im Sommer die First Rounder für 2031 und 2033 getradet werden, falls man Giannis wirklich Hilfe beschaffen möchte.
Übrigens: Sollte Milwaukee in der Draft Lottery unter die ersten Vier kommen, müssen sie den Pick an die Atlanta Hawks abgeben. Im Gegenzug würde Milwaukee dann mit dem Pelicans-Pick ziehen. Heißt: Milwaukee hat keine Chance auf den Top-Pick, könnte im Best-Case-Szenario aber an Zwei ziehen.
Robert Arndt