26.01.2026
Kleinere Fragezeichen bleiben
2026 könnte eine historisch starke Draft-Klasse mit zahlreichen kommenden Stars werden. Den meisten Hype bekommt im Moment Darryn Peterson, der zwar nicht immer spielt, aber schon seit Jahren überzeugt.

Der Hype in den USA ist derzeit riesig. Nicht wenige sprechen von der besten Draft-Klasse seit Jahren, bis zu fünf Franchise Player wurden von den meisten Experten identifiziert. Spieler wie A.J. Dybantsa und Cameron Boozer dominieren frühe Mock Drafts, doch inmitten dieser Elite sticht ein Spieler besonders hervor: Darryn Peterson. Was ihn noch einmal abhebt, ist die seltene Kombination aus natürlichem Scoring-Instinkt, Kreativität und Spielintelligenz. Nicht umsonst gilt Peterson als eines der größten Guard-Talente, die es in den USA seit einiger Zeit gab.
Petersons Zahlen sprechen für sich. In seiner Freshman-Saison am College legt er beeindruckende 21,6 Punkte, 4,6 Rebounds und 1,9 Assists pro Spiel auf, bei starken 49,3 Prozent aus dem Feld und 42,0 Prozentvon jenseits der Dreierlinie. Bedenkt man dann auch noch, dass Kansas in einer starken Conference spielt, ist dies für einen Teenager umso beeindruckender. Allerdings: Aufgrund von Verletzungen machte Peterson erst zehn Spiele, es ist womöglich der Grund dafür, wieso Peterson nicht der unumstrittene Nr.1-Pick ist.
Dennoch gibt es bereits genügend Kostproben. Gegen Baylor verbuchte der Guard unter anderem 26 Punkte (11/13 FG) in nur 23 Minuten, in jedem Spiel markierte Peterson mindestens 16 Zähler.
"Darryn ist der beste Spieler, den ich je rekrutiert habe. So besonders ist er", meinte Coach Bill Self, der seit 23 Jahren bei den Jayhawks an der Seitenlinie steht. Er coachte unter anderem Ex-Top-Pick Andrew Wiggins, aber auch Joel Embiid wurde unter Self geschliffen. "Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so gut auf das College vorbereitet ist wie er. Von Tag eins ist er hier ein Anführer", schwärmte Self weiter.
Das sieht nicht nur er so, inzwischen gibt es auch Stimmen, dass Peterson schon jetzt in der NBA bestehen könnte. Dafür wurde mal wieder das Thema aufgebracht, ob High Schooler unter bestimmten Voraussetzungen direkt in die NBA wechseln könnten. Die Frage bleibt, wo man die Grenze setzt, entsprechend schwierig ist es, so etwas durchzusetzen.
Schaden kann Peterson das College nicht, und vernünftig bezahlt wird er schließlich auch. Adidas fädelte schon zu High-School-Zeiten einen Multi-Millionen-Dollar-Deal ein, Peterson war der erste Spieler, der davon profitierte. Inzwischen wird sein Wert noch viel höher eingeschätzt, aber im Vergleich zur Vergangenheit wird der Guard nicht "ausgebeutet".

Sportlich hinken die Jayhawks zwar ein wenig hinterher - im College-Ranking befinden sie sich nur auf Rang 18, zuletzt zeigte die Formkurve aber auch dank Peterson wieder nach oben. "Kein Spieler auf dem College ist so komplett wie er", meinte zuletzt ein anonymer Coach gegenüber ESPN. "Er kann schwere Würfe treffen, hat die Range für tiefe Dreier und ist einfach so gut mit dem Ball in der Hand."
Das birgt aber auch Gefahren. Vertraut Peterson zu sehr dem eigenen Wurf? Manch einer mag dies vermuten, dazu bleiben Fragezeichen bei der Entscheidungsfindung, aber mit gerade einmal 19 Jahren ist das nicht ungewöhnlich. Und trotzdem hinterlassen die Verletzungen beim Spielmacher ein paar Fragezeichen.
Erst waren es Probleme im Oberschenkel, in einem anderen Spiel angeblich Krämpfe. Dazu gibt es Gerüchte, dass Peterson schon die ganze Saison nicht bei 100 Prozent ist, weil sein Antritt nicht mehr so explosiv wie noch in der High School wirkt. Dass der Spielmacher dennoch so dominant ist, spricht auch für ihn.
Könnte dies aber schädlich im Draft sein? Vermutlich nur, wenn wirklich etwas gefunden wird. Denn mit dem neuen Kollektivvertrag müssen die medizinischen Berichte der Spieler an alle Teams weitergegeben werden, das war in der Vergangenheit nicht so. Dazu gibt es inzwischen genug Material von Peterson, um zu sehen, wie gut er schon jetzt ist und wie gut er sein könnte.
Das kommende Wochenende dürfte dann auch noch mehr Aufschluss geben, wenn es zu einem echten Showdown gegen BYU kommt. Dabei geht es nicht nur um eine Platzierung in der Big 12, sondern es ist auch das direkte Duell zwischen Peterson und A.J. Dybantsa, der ebenfalls als Top-Pick gehandelt wird. Der erzielte übrigens am Wochenende 43 Punkte gegen Utah und gewann mit den USA gegen Deutschland im Sommer WM-Gold bei der U19.
rar