26.05.2025
Berlin muss sich neu aufstellen
Alba Berlin ist gegen ratiopharm Ulm sang- und klanglos aus den Play-Offs ausgeschieden. Wie geht es nun weiter? Wir werfen einen Blick auf die Vertragssituationen der einzelnen Spieler.

"Wir werden wieder von unten aufbauen. Das wird ein Neustart", kündigte Sportdirektor Himar Ojeda direkt nach dem Play-Off-Aus in Ulm an. Eine Überraschung ist das nicht, schließlich werden die Berliner in Zukunft vermutlich kleinere Brötchen backen müssen.
Statt in der EuroLeague werden die Berliner kommende Saison in der von der FIBA ausgerichteten Basketball Champions League an den Start gehen. Über diese Entscheidung wurde zuletzt viel geredet und viel geschrieben, sportlich ist es zumindest kurzfristig ein Rückschritt.
Der Kader dürfte deswegen schlanker daher kommen. Statt 34 zusätzlichen Spielen in der EuroLeague werden es 2025/26 maximal 20 sein, sollte Alba das Finale erreichen (Champion Malaga brauchte nur 16 …) Wie Ojeda aber erwähnte, ist ein Neuaufbau nicht einfach. Sieben Verträge laufen aus, andere sind dagegen noch länger gebunden.
| Spieler | Alter | Position |
|---|---|---|
| Robert Baker II | 26 | Center |
| David McCormack | 25 | Center |
| Michael Kessens | 34 | Center |
| Gabriele Procida | 22 | Forward |
| Tim Schneider | 27 | Forward |
| Matt Thomas | 30 | Guard |
| Yanni Wetzell | 28 | Center |
Von diesem Septett dürften Thomas und Wetzell nicht zu halten sein. Beim Neuseeländer gibt es Gerüchte über eine Rückkehr zu Baskonia, Edelschütze Thomas wird schlichtweg zu teuer sein. Das Projekt Procida wird aller Voraussicht nach auch nicht weitergeführt, der Italiener stand in den letzten beiden Spielen wegen der Ausländerregelung nicht einmal mehr im Kader.
Von den Nachverpflichtungen McCormack, Baker und Kessens gefiel am ehesten McCormack, in den Play-Offs kam aber auch von ihm zu wenig. Für Kessens spricht zumindest sein deutscher Pass, hier hat Alba Arbeit vor sich.
Denn: Wetzell besetzte als Spieler mit deutschem Pass eine Schlüsselposition. Dazu hatte Alba zu viele ausländische Guards, sodass unter anderem Samar nach Spanien verliehen werden musste. Elias Rapieque besitzt zwar noch einen langfristigen Vertrag, wird aber Gerüchten zufolge ebenfalls ans College wechseln. Wird dies bestätigt, verbleiben für den Moment drei Spieler mit deutschem Pass und einem Vertrag:
| Spieler | Alter | Position | Vertrag bis |
|---|---|---|---|
| Malte Delow | 24 | Guard/Forward | 2027 |
| Jonas Mattisseck | 25 | Guard | 2026 |
| Louis Olinde | 27 | Forward | 2026 |

Praktisch gesehen sind es vier, denn mit Norris Agbakoko steht bereits der erste Neuzugang in den Startlöchern. Seine Verpflichtung dürfte nach dem Aus recht zeitnah bekannt gegeben werden. Dazu meldete Rupert Fabig (Abendblatt), dass die Albatrosse an Rostocks Bryce Hamilton baggern. Der 24-Jährige ist ein dynamischer Scorer, den Berlin so nicht im Kader hatte.
Für die Seawolves verbuchte Hamilton knapp 17 Punkte im Schnitt, im Play-In-Spiel in Oldenburg scorte der Guard satte 45 Punkte.
Auf Guard sind die Berliner derzeit noch am besten aufgestellt. Mit Kapitän Martin Hermannsson, Matteo Spagnolo, Rückkehrer Ziga Samar und Will McDowell-White haben noch vier Spielmacher einen Vertrag. Es erscheint unwahrscheinlich, dass alle vier bleiben. Gerade Spagnolo und Hermannsson dürften höhere Ambitionen haben, wirklich überzeugend waren beide nicht.
Im Frontcourt gibt es noch mehr Fragezeichen, hier ist Justin Bean der einzige Ausländer, der noch gebunden ist. Der US-Amerikaner fehlte während der Saison lange verletzt, war im Schlussspurt aber der mit Abstand beste Berliner. Als Allrounder dürften seine Dienste weiterhin gefragt sein.
| PG | SG | SF | PF | C |
|---|---|---|---|---|
| Martin Hermannsson | Will McDowell-White | Malte Delow | Justin Bean | - |
| Matteo Spagnolo | Jonas Mattisseck | Louis Olinde | - | - |
| Ziga Samar |
rar