11.07.2025
Flaggs Vielseitigkeit entscheidet Spiel
Top-Pick Cooper Flagg hat sein Summer-League-Debüt für die Dallas Mavericks zwar gewonnen - zufrieden war er mit sich selbst dennoch nicht. Trotz einer schwachen Wurfquote überzeugte der 18-Jährige durch Einsatz, Spielintelligenz und einen entscheidenden Spielzug in der Schlussphase.

Cooper Flagg hatte sich seinen ersten Auftritt im Mavericks-Trikot sicher anders vorgestellt. Der Nummer-eins-Pick des 2025 NBA Drafts traf nur fünf seiner 21 Würfe und verfehlte sämtliche Dreier, doch am Ende stand der Sieg - und ein Moment, der zeigte, weshalb Dallas große Hoffnungen in ihn setzt. Mit gut einer Minute auf der Uhr blockte Flagg einen Layup von Lakers-Guard DJ Steward, leitete selbst den Fastbreak ein und spielte den entscheidenden Pass zum späteren Gamewinner.
Dallas forderte Flagg in ungewohnter Rolle: Er sollte als primärer Ballhandler agieren - mit viel Verantwortung im Halbfeld. Die Lakers reagierten aggressiv, doppelten Flagg gleich beim ersten Ballkontakt. Sein Wurf fiel selten, doch Flagg blieb aktiv: zehn Punkte, sechs Rebounds, vier Assists, drei Steals und ein Block standen am Ende in der Statistik. "Ich glaube, das war eines der schlechtesten Spiele meines Lebens. Aber wir haben gewonnen - das zählt", so Flagg.
Besonders in der Transition zeigte Flagg seine Klasse - mit einem krachenden Dunk, einem Fadeaway und einem Coast-to-Coast-Finish. Im Halbfeld hingegen fehlte noch das Timing, viele Würfe wirkten forciert. Dennoch lobte das Trainerteam vor allem seinen Einsatzwillen und Spielintellekt. Mavs-Coach Jason Kidd sagte zur Halbzeit: "Seine Ruhe mit 18 ist beeindruckend."
Defensiv bekam es Flagg häufig mit Bronny James zu tun, der seinen Körper clever einsetzte. James sagte später: "Ich habe großen Respekt vor ihm. Er ist großartig." Trotz seiner körperlichen Defizite wurde Bronny teils als primärer Verteidiger gegen Flagg eingesetzt. "Er ist ein halben Kopf größer als ich - ich wollte einfach dagegenhalten." Flagg punktete gegen James in einem isolierten Duell mit einem Turnaround - es war sein einziger erfolgreicher Halbfeldwurf des Abends.

Flagg bezeichnete das Spiel als neue Erfahrung - und als Chance. "Ich habe wohl noch nie so viele Würfe in einem Spiel genommen", gab er zu. "Aber ich will lernen, mich weiterentwickeln." Trotz der schlechten Wurfquote lieferte er am Ende den entscheidenden Moment - und zeigte, dass er selbst an einem gebrauchten Tag einen Unterschied machen kann.
sgm