vor 47 Minuten
Einige Spielerinnen müssen noch zittern
Überraschend war Olaf Lange beim Länderspiel der DBB-Frauen gegen Ungarn doch in der Halle vor Ort. Vor der Heim-WM hat der Bundestrainer noch Arbeit vor sich - und ein paar Entscheidungen bezüglich seines Personals zu treffen.

Dass der Bundestrainer überhaupt in der Halle zugegen war, wunderte nicht nur die meisten Zuschauer in der Göttinger Sparkassen-Arena. Direkt vom Flughafen aus kam Olaf Lange, der die bisherige Vorbereitung wegen seiner Tätigkeit als Assistant Coach bei WNBA-Team Toronto verpasst hatte, in die Halle und sah im ersten Viertel einen schwachen Auftritt seiner Mannschaft. Die leistete sich Turnover um Turnover und hatte entsprechend Probleme, in der Offensive ins Laufen zu kommen.
"Da haben wir insgesamt zu viele Fehler gemacht", analysierte der 54-Jährige nach der Partie im Interview bei MagentaSport. Mit Blick auf die WM in seiner Heimatstadt Berlin müsse die Mannschaft auch defensiv "noch deutlich zulegen" und in der Offense noch mehr Automatismen bekommen, "um auch variabler zu sein".
Die ungarische Zonenverteidigung bereitete Deutschland dabei im zweiten Testspiel immer wieder Probleme, das DBB-Team bewegte den Ball nicht schnell genug und spielte statischen Basketball. Die vielen Ballverluste resultierten daraus und machten es nicht einfacher. So glich Viertel Nummer drei dem ersten, während das vierte Viertel wiederum ein Abbild des zweiten Spielabschnitts war. "Ich war relativ stolz auf unseren Effort", sagte Lange zur Aufholjagd seiner Mannschaft. Nach drei Vierteln lag diese schließlich mit 16 Punkten zurück und kam im letzten Viertel, angeführt von Topscorerin Alexis Peterson-Smalls, die 18 Punkte verbuchte, aber noch einmal heran. Auch Luisa Geiselsöder überzeugte mit 13 Zählern und war im zweiten Viertel maßgeblich dafür verantwortlich, dass Deutschland überhaupt in die Partie fand.
Im Schlussabschnitt betrug der Rückstand nach einem Dreier von Emily Bessoir zwei Minuten vor Schluss dann plötzlich nur noch zwei Zähler, zu einem Sieg reichte es gegen abgezockte Ungarinnen aber nicht mehr. "Ungarn ist mega physisch, die haben uns auch gezeigt, dass wir mit Physis und Aggressivität anfangen müssen", legte Bessoir nach den jeweils schlechten Starts in die Halbzeiten den Finger in die Wunde. Neben Bundestrainer Lange werden in den kommenden Tagen aber auch die weiteren WNBA-Spielerinnen zum Kader stoßen. Mit Ausnahme der verletzten Satou Sabally.
"Wir freuen uns schon, wenn die aus Amerika kommen", sagte Bessoir. Mit dabei sein wird auch Leonie Fiebich, die sich nach fünfwöchiger Verletzungspause in der Nacht mit einem starken Spiel für New York Liberty zurückgemeldet hatte, ganz zur Freude von Lange: "Das ist schon hell of a Comeback."
Einige Spielerinnen müssen nach der Ankunft der WNNBA-Stars aber noch um ihr WM-Ticket bangen. Von den möglichen Wackelkandidatinnen betrieben in Göttingen besonders Lokalmatadorin Britta Daub und Clara Bielefeld Eigenwerbung. Weniger in der Offensive aber besonders durch unermüdlichen Einsatz am defensiven Ende des Feldes. "Die Positionen 1 bis 10 sind relativ klar, bei den letzten zwei Positionen sind wir noch ein bisschen am überlegen", wollte sich Lange aber nicht in die Karten schauen lassen.
Ein Testspiel haben die Frauen noch vor der WM. Am Donnerstag geht es um 17 Uhr gegen die Türkei, ehe dann am 4. September das erste Spiel des Turniers gegen Spanien ansteht.
amw