vor 1 Tag
Harden wird zum Matchwinner
James Harden hat nach der teils heftigen Kritik an ihm in Spiel 3 die richtige Antwort gegeben. Mit sieben Punkten in den letzten 90 Sekunden avancierte der Ex-MVP zum Matchwinner für die Cavs, die damit in der Serie auf 1-2 verkürzten.

In Spiel 2 hatte Harden nur zehn Zähler verbucht und sich mehr Ballverluste (4) geleistet, als das er Field Goals hatte (3). Entsprechend groß war die Kritik am Star-Guard, den die Cavs im Februar nach Cleveland gelotst hatten, um dem Traum von einer Meisterschaft näher zu kommen.
Die bisherigen Playoffs waren jedoch wenig vielversprechend, doch Spiel 3 der Conference Semifinals entschied Harden fast im Alleingang. Es war Vintage Harden, wie er dreimal in Folge gegen Tobias Harris und Duncan Robinson isolierte und nach bekannter Dribble-Orgie immer erfolgreich war. Cleveland brauchte das in diesem Moment - und lieferte ab.
"Wenn ich gebraucht werde und den Ball bekomme, dann habe ich Selbstvertrauen. Daran arbeite ich jeden Tag und dies gibt mir die Sicherheit in meine Fähigkeiten", gab Harden nach der Partie zu Protokoll. Davon war noch in Detroit wenig zu spüren, The Beard traf nur 32 Prozent seiner Würfe und nur einen von elf Dreiern bei den beiden Niederlagen zum Auftakt.
Das Vertrauen in ihn verloren die Cavs aber nicht. "Das ist James Harden. Ich habe komplettes Vertrauen in ihn und er auch in mich. Darum sind Momente, wie wir es heute gesehen haben, auch möglich."
Coach Kenny Atkinson stimmte zu, als er auf dessen starke Crunchtime zu sprechen kam. "So kenne ich ihn aus den vielen Jahren, in denen er in der NBA ist. Diesen James kennen wir und den haben wir heute gebraucht." Es dürfte Balsam für Harden gewesen sein, der doch teils heftiger Kritik ausgesetzt war in den vergangenen Tagen.
Umso leichter fiel es dem 36-Jährigen, dies zu adressieren: "Darum geht es doch gar nicht", meinte Harden zur Kritik. "Wichtig ist, was worüber in der Kabine gesprochen wird und was wir daraus machen. Ich mache keine 30 Punkte mehr im Schnitt. Ich bin hier, um hier und da einzuspringen. Ich bin noch dabei, herauszufinden, was dieses Team von mir braucht und helfe so gut es geht."

Es ist nicht mehr Prime Harden, der 48 Minuten den Rhythmus diktiert, dies verstehen laut Harden seine Kritiker aber nicht. "Wenn du 30 machst, wirst du gefeiert. Aber wenn du schlecht spielst oder du gar kein Scorer sein sollst, dann fangen die Leute an zu reden. Ich habe es in meiner Karriere immer verstanden, was mein Team braucht, um zu gewinnen. Vor allem jetzt spät in meiner Karriere."
Allerdings: Gute Auftritte in den Playoffs hatte Harden viele, doch zu oft tauchte er auch in den entscheidenden Spielen und Momenten ab. Diese Partie ändert erst einmal nichts am zweifelhaften Playoff-Ruf, dafür müsste er konstant abliefern und Cleveland zu einem tiefen Run verhelfen.
Bei seiner Ankunft betonte der Guard mehrfach, dass er vor allem wegen der Aussicht auf einen Ring die Cavs wählte, dieser fehlt dem MVP von 2019 noch. Dafür müssen die Cavs aber erst einmal an Top-Seed Detroit vorbei, die Pistons führen in der Serie weiterhin mit 2-1. Spiel 4 findet in der Nacht auf Dienstag erneut in Cleveland statt.
rar