01.03.2026
Deutschland kommt von -15 zurück
Dank einer furiosen Aufholjagd nach Verlängerung ist den deutschen Basketballern die Revanche gegen Kroatien gelungen. Als Grund führten die Spieler später Matchwinner Johannes Thiemann an - und den Brustlöser von Louis Olinde.

Nach dem verlorenen Hinspiel in Zagreb am Freitag war der Druck auf die deutsche Mannschaft gewachsen. Eine erneute Niederlage würde in der WM-Qualifikation zwar noch lange kein Aus bedeuten, die Dramatik aber deutlich verschärfen. "Es wäre für die weitere Quali sehr bitter gewesen", wusste Matchwinner Johannes Thiemann.
Auch Oscar da Silva war sich der Relevanz bewusst: "Es war wichtig", betonte der Bayern-Forward im Anschluss. "Wir brauchen alle Spiele, die wir bekommen können. Auf die Art und Weise können wir sehr stolz sein."
Die Art und Weise, die er meint? Noch im dritten Viertel hatte das DBB-Team mit bis zu 15 Punkten zurückgelegen, schaffte es allerdings noch in die Verlängerung, wo man sich letztlich souverän durchsetzte.
Ein Wendepunkt stellte dabei ein Run im dritten Viertel dar. In den finalen vier Minuten outscorte das DBB-Team die Kroaten mit 14:4 - gekrönt von einem schwierigen Dreier von Louis Olinde mit Ablauf der Vierteluhr. "Auf jeden Fall" sei das ein Brustlöser gewesen, erklärte Youngster Jack Kayil. "Wir hatten davor schon den Lauf und der hat es nochmal bestätigt."
"Vor allem danach" seien die Würfe gefallen, ergänzte da Silva. "Wir haben davor sehr schlecht von der Dreierlinie geworfen und im Angriff nicht so richtig Lösungen gegen ihre Switch-Verteidigung gefunden."

Ein Schlüssel sei deshalb auch eine taktische Umstellung gewesen, erklärt der Europameister. "Es war dann sehr gut, dass wir mehr über das Inside-Spiel gegangen sind." Ausdrücklich erwähnte er dabei die Leistung von Johannes Thiemann, der heute der "Go-to-Guy" gewesen sei.
Mit 24 Punkten belohnte sich "JT" mit einem neuen Karrierebestwert im deutschen Trikot. Den bisherigen persönlichen Rekord von 17 Zählern hatte er gar bereits zur Pause nahezu egalisiert (15). "Ja, das ist cool", blieb der Legionär, der inzwischen seine zweite Saison in Japan bestreitet, gewohnt bescheiden. "Es hat mich gefreut, dass es so ein gutes Spiel für mich war. Aber das wichtigste ist, dass wir einen Sieg geholt haben."
Mit Blick auf die WM-Qualifikation trifft das in jedem Fall zu. Wenngleich das direkte Duell aufgrund der marginal schlechteren Korbdifferenz knapp an die Kroaten geht, hat man den Rückstand verkürzen und die Gemütslage beruhigen können.
Julius Ostendorf