vor 12 Stunden
Gamewinner und entscheidender Block
O.G. Anunoby war der Mann des Spiels für die New York Knicks. Der gebürtige Brite unterstreicht damit einmal mehr seinen Wert für die Mannschaft. Wir stellen den 28-Jährigen kurz vor.

"Ich weiß nicht, ob es einen wichtigeren Wurf in der Geschichte der New York Knicks gibt", lachte Knicks-Coach Mike Brown nach der Partie, die Forward O.G. Anunoby mit einem Tip-In eine Sekunde vor dem Ende entschied.
Der Flügelspieler erzielte 33 Punkte bei nur 15 Wurfversuchen, darunter auch sieben verwandelte Dreier. Zusammen mit Jalen Brunson (36 Zähler) hielt er die Knicks im Spiel und half mit, dass diese das erste Team der NBA-Finals-Historie waren, das einen 29-Punkte-Rückstand noch umbog.
Vor seinem Gamewinner hatte Anunoby ein nicht weniger wichtiges Play geliefert, als der Brite den Fastbreak der Spurs von De’Aaron Fox stoppte, als die Spurs noch mit einem Punkt vorne waren. Fox hatte die fatale Entscheidung getroffen, bei noch elf Sekunden auf der Uhr den besten Verteidiger der Knicks herauszufordern. Statt umzudrehen und die Uhr herunterzuspielen, versuchte Fox den Korbleger und wurde von Anunoby abgeräumt.
Jener Anunoby, der übrigens der einzige Spieler im Kader der Knicks ist, der bereits eine Meisterschaft gewann. 2019 siegte der Forward mit den Toronto Raptors, fehlte aber in den Playoffs verletzt. Die Knicks holten sich den Flügelspieler im Dezember 2023 aus Toronto, dafür gaben sie R.J. Barrett und Immanuel Quickley nach Kanada ab. Zwei gute Spieler, aber Forwards mit Dreier und überragenden Defensiv-Qualitäten sind in der NBA ein rares Gut und vor allem bei Teams mit Ambitionen stets gefragt und eigentlich entsprechend teuer.
So war das ein starker Deal, da die Knicks keinen Erstrundenpick investieren mussten Der Haken? Anunoby wollte einen neuen Vertrag und die Knicks händigten tatsächlich einen Fünfjahresvertrag über 212 Millionen Dollar aus. Eine Menge Geld für einen zwar herausragenden Rollenspieler, der aber noch nie in seiner NBA-Karriere ein All-Star-Game bestritt.

Anunoby bekommt somit sogar fünf Millionen Dollar mehr pro Jahr als Jalen Brunson, der auch wegen Anunoby freiwillig auf Geld verzichtete. Womöglich ein Move, der sich auszahlte. Die Knicks sind nur noch einen Sieg von der ersten Meisterschaft seit 1973 entfernt, auch weil Anunoby überragende Playoffs und fast noch bessere Finals spielt.
23,8 Punkte bei einer Dreierquote von 55,6 Prozent legt der Brite auf. Dazu kommt seine defensive Flexibilität, die es erlaubt, dass er mal Victor Wembanyama oder ein anderes Mal Spielmacher Fox verteidigen kann. Und Anunoby selbst? Der blieb in bester Knicks-Manier nach der Partie ruhig. "Das war cool und jeder freut sich", meinte der 28-Jährige, ohne dabei eine Miene zu verziehen. Es war ja schließlich auch nur das ikonischste Knicks-Play seit Allan Houstons Gamewinner im Entscheidungsspiel in Miami vor 27 Jahren …
rar