vor 7 Stunden
Bayern siegt zum Play-Off-Auftakt
Die VET-CONCEPT Gladiators Trier spielten in Spiel 1 der BBL-Play-Offs lange gut mit, am Ende wurde es deutlich für den FC Bayern Basketball. Die Gäste waren deswegen nicht unzufrieden und glauben daran, zumindest ein Spiel dem deutschen Meister abzunehmen.

101:80 hörte sich letztlich deutlich an, doch ganz so klar war es gar nicht. Der Aufsteiger führte im ersten Viertel sogar zeitweise zweistellig, während die Bayern ein wenig brauchten, um ins Rollen zu kommen.
"Wir müssen defensiv eine Schippe drauflegen", gab sich Oscar da Silva selbstkritisch, der von seinem Bruder Tristan courtside unterstützt wurde. "Trier ist eine gute Mannschat. Wenn du die ins Laufen kommen lässt, sind die offensiv überragend." Das merkte auch Coach Svetislav Pesic an, der die Transition-Defense bemängelte. Diese steigerte sich über das Spiel und die Gäste hatten es deutlich schwerer, auch weil Offensiv-Ass Jordan Roland (7 Punkte, 3/12 FG) einfach nicht ins Spiel fand.
Coach Jacques Schneider sah dennoch das Positive. "Ich hasse es zu verlieren, also gibt es genug Dinge, die wir hätten besser machen können. Ich muss meiner Mannschaft dennoch ein Kompliment machen. Sie haben den Gameplan umgesetzt, vor allem im ersten Viertel." Es war das typische schnelle Trierer Spiel mit schnellen Abschlüssen gegen eine unsortierte Verteidigung.
Davon gab es nach den ersten zehn Minuten nicht mehr viel, die Bayern dominierten die Bretter, erzielten aus 17 Offensiv-Rebounds 17 zusätzliche Punkte. "Wir müssen physisch definitiv ein bisschen drauflegen", erklärte Ex-Nationalspieler Maik Zirbes (6 Punkte, 4 Rebounds) gegenüber basketball-world.news. "Wenn wir da die richtige Einstellung zeigen, können wir das schaffen. Wir haben trotzdem vieles davon umgesetzt, was wir machen wollten."
Womöglich war es auch eine Kraftfrage. Während die Bayern unter der Woche die Füße hochlegen konnten, musste Trier erst nach Vechta, dann zurück in die Heimat und schließlich nach München. Als Ausrede wollte Zirbes das aber nicht gelten lassen. "Nein, dafür hatten wir unseren Rhythmus. Das kann man sich so oder so drehen."

Letztlich ist es auch einfach eine Frage des Personals, wie auch Schneider anmerkte. "Wir haben keinen tiefen Kader wie der FC Bayern, sondern sind in unseren Rotationen limitiert. Das ist ein Thema für die Zukunft, wie wir uns weiterentwickeln können." Wenn Trier etwas reißen will, werden sie vermutlich das nur über Offense schaffen und indem sie Chaos stiften.
Schneider formulierte es etwas anders: "Bei uns geht es um Intensität. Wenn wir die an beiden Enden des Feldes haben, haben wir unsere besten Spiele gemacht. So forcieren wir Turnover, holen mehr Rebounds und können so besser ins Laufen kommen. Im ersten Viertel hat das super geklappt, doch dann haben wir etwas nachgelassen."
Viel Zeit zum Erholen bleibt nicht, schon am Dienstagabend wird der starke Aufsteiger noch eine zweite Chance bekommen, um einen Sieg aus München mitzunehmen. "Druck haben wir keinen", merkte Zirbes an, doch wir wollen uns hier so gut es geht verkaufen und wenn möglich auch mal gewinnen.“
Robert Arndt