18.03.2025
Sportliche Situation spielte keine Rolle
Skyliners-Geschäftsführer Gunnar Wöbke hat sein Schweigen zur Entlassung von Denis Wucherer gebrochen. Der Frankfurter erklärt in einem Podcast, was die Gründe für die Trennung waren.

Der Aufsteiger hatte den Ex-Nationalspieler nach einer Niederlage in Bamberg etwas überraschend freigestellt, obwohl das anvisierte Ziel Klassenerhalt so gut wie in trockenen Tüchern ist. "Bei Denis ging es nicht um sportliche Themen", beteuerte Wöbke im Podcast "Dyn Timeout", um aber auch anzumerken, dass das Budget groß genug sei, um um die Play-In-Plätze mitzuspielen.
Vielmehr habe es intern nicht gepasst, schon in der Aufstiegssaison soll es zwischen Wucherer und Wöbke zahlreiche Meinungsverschiedenheiten gegeben haben, die darin mündeten, dass der damalige Coach nach dem Aufstieg einen Verbleib infrage stellte. Es kam anders, Wucherer wurde jedoch laut Wöbke für seine Aussagen vom Verein abgemahnt.
"Wir haben Denis gesagt: 'Wenn du noch mal Interna nach außen trägst, dann bist du raus (...) Wenn wir in internen Meetings Dinge entscheiden, dann ist die Erwartungshaltung, dass diese Dinge intern bleiben, auch wenn sie dir vielleicht nicht passen", erklärte Wöbke. Dieser dementierte auch die Geschichte, dass Point Guard Jordan Theodore schon im Flugzeug gesessen sei, als man Wucherer für die Verpflichtung informierte.
Solche Gerüchte in der Öffentlichkeit waren den Skyliners ein Dorn im Auge, bei der Entlassung ging es rein um "Culture-Themen", wobei Wucherer an jenem Sonntag zunächst nur suspendiert wurde. Laut Wöbke wäre man auch bereit gewesen, Wucherer bis Saisonende in anderer Funktion zu behalten, doch aufgrund neuer Interna in der Öffentlichkeit folgte am gestrigen Montag die fristlose Kündigung. Ob diese rechtens ist, steht auf einem anderen Blatt. Es könnte noch ein juristisches Nachspiel geben.
Nun sind die Skyliners auf der Suche nach einem neuen Sportdirektor sowie eines neuen Coaches, beide Funktionen füllte zuletzt Wucherer aus. Perspektivisch haben die Frankfurter große Ziele, mit der neuen Halle, die womöglich 2029/30 fertiggestellt werden könnte, wolle man dann wieder um die Meisterschaft spielen. "Wir wollen dann ein wettbewerbsfähiges Team haben, dass um den Titel spielen und vielleicht auch zum Beispiel den EuroCup gewinnen kann", so Wöbke.
Derzeit sind die Frankfurter davon aber weit entfernt. Unter Interims-Trainer Klaus Perwas wurden am Wochenende zumindest die MHP Riesen Ludwigsburg geschlagen, mit nur sechs Siegen bleiben die Hessen aber Vorletzter. Am Samstag sind die Skyliners dann beim Tabellenzweiten ratiopharm Ulm zu Gast (ab 18.30 Uhr live bei Dyn).
rar