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    NBA

    vor 12 Stunden

    Mehrere Ex-MVPs mit dabei

    Booker, KD, Ant? Diese Stars könnten als nächstes einen Trade fordern

    Vor dem Saisonstart herrscht üblicherweise Optimismus bei vielen Teams und ihren Stars. Das kann aber jederzeit kippen, wenn Resultate ausbleiben - und immer wieder kommt es in der Folge zu Trade-Forderungen. Wir haben überlegt, bei welchen Top-Spielern solche Szenarien in den kommenden Jahren möglich werden könnten.

    Booker spielt seit 2015 für die Phoenix Suns.
    Booker spielt seit 2015 für die Phoenix Suns. picture alliance / ASSOCIATED PRESS

    Dabei geht es nicht darum, dass die hier genannten Spieler auf jeden Fall wechseln werden - hundertprozentig vorhersehbar ist all das ja ohnehin nicht. Wir begeben uns auf die spekulative Ebene! Und finden dort die folgenden Namen vor.

    Kyrie Irving (Dallas Mavericks)

    Hier spekulieren nicht nur wir - Gerüchten zufolge beobachtet die halbe Liga die Situation des Point Guards, der kommende Saison von einem Kreuzbandriss zurückerwartet wird. Irving war zuvor ein elementarer Baustein der Mavs, in der Zwischenzeit hat sich jedoch die Franchise fast komplett verändert und nicht nur ein neues, viel jüngeres Gesicht im Zentrum (Cooper Flagg), sondern auch ein neues Front Office installiert.

    Wie passt Irving da rein, mit nun 34 Jahren und potenziell im letzten Vertragsjahr (für 27/28 besteht eine Spieler-Option über 42,4 Mio. Dollar)? Sportlich eigentlich wohl gut, wenn er wieder der Alte wird - zumindest dürfte er Flagg das Leben auf dem Court drastisch erleichtern.

    Gleichzeitig fragt sich, ob Uncle Drew in seinem Alter gern Teil eines Teams sein möchte, das sich in seiner Entwicklung noch so weit vorn befindet - oder ob er direkt um Titel spielen will. Wenn seine Leistungen stimmen, könnte er mit diesem "moderaten" Vertrag auch für diverse Contender (Detroit, Toronto …) sehr interessant sein.

    Der Umbruch der Mavs im Check: Ist das schon Playoff-tauglich?

    Kevin Durant (Houston Rockets)

    Die Rockets haben sich offenbar selbst davon überzeugt, dass vergangene Saison das Fehlen von Fred VanVleet und Steven Adams das Hauptproblem war, und dass internes Wachstum sowie bessere Gesundheit sie auf die nächste Stufe heben können. Das ist möglich, selbst wenn die geleakten (echten?) Gruppenchats und bisweilen das Auftreten des Teams auch noch tiefergehende Probleme andeuteten.

    Es kann aber auch durchaus passieren, dass Houston trotz der Rückkehrer kein Top-Team auf der Stufe von OKC oder San Antonio wird. Was geschieht dann? Und wie wird sich KD verhalten, für den es zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere (Ende September wird er 38) eigentlich auch nur noch um Titel gehen kann?

    Durant hat in den vergangenen Jahren keinen Trade-Wunsch gescheut. Er bleibt definitiv gut genug, um ein gutes zu einem Top-Team zu machen - wenn er dort nicht unbedingt für die guten Vibes verpflichtet wird. Anders als Alperen Sengün oder der kürzlich verlängerte Amen Thompson ist er bei den Rockets nicht verwurzelt und steht nicht mehr lang unter Vertrag (Spieler-Option über 46,1 Mio. für 27/28), dürfte also relativ problemlos tradebar sein, sollte es dazu kommen …

    Durant spielt seit vergangener Saison für die Rockets.
    Durant spielt seit vergangener Saison für die Rockets. picture alliance / ASSOCIATED PRESS

    Devin Booker (Phoenix Suns)

    In der Vergangenheit hat Book immer wieder betont, dass er seine Karriere gern im Stile seines Idols Kobe Bryant bei nur einer Franchise verbringen möchte. Das mag auch stimmen, allerdings ist Bookers Trophäenschrank nach elf NBA-Saisons noch immer leer, anders als bei Kobe. Und selbst der spielte vor und während seiner 12. Saison (07/08) nicht nur einmal mit dem Gedanken, doch mal woanders hinzugehen.

    Auch deshalb wird Booker von anderen Teams beobachtet, unter anderem von den Pistons und Warriors, wie es kürzlich hieß. Was auch daran liegt, dass die Suns ihm wenig Perspektive für einen zweiten Finals-Run nach 20/21 bieten können; es wird schon schwer, den Erstrundensweep aus der Vorsaison zu übertreffen.

    Aufgrund diverser Trades haben die Suns erst 2032 mal wieder die Kontrolle über ihren eigenen Erstrundenpick. Booker wird dann 35 Jahre alt sein. Es gibt bis dahin keinen zweiten Star und nur wenige Youngster mit individueller Upside, selbst der finanzielle Spielraum ist vorerst eingeschränkt.

    Es wird also sehr schwer sein, aus einem soliden Team noch in Bookers Prime einen Contender zu machen. Möglich, dass ihn dies doch eines Tages von seinem Ein-Team-Wunsch abbringt. Wobei ein Trade auch gar nicht so leicht wäre: Über die nächsten vier Jahre stehen Booker mehr als 250 Mio. Dollar zu.

    Paolo Banchero (Orlando Magic)

    Banchero steht sogar noch für volle fünf Jahre unter Vertrag, da seine Extension nun erst beginnt (239 Mio.). Er ist mit 24 Jahren deutlich jünger als Booker, allerdings auch weit weniger bewiesen. Es gibt bei ihm sogar eine ganze Reihe von Kritikern, die auf seine schlechten On/Off-Werte und mangelnde Effizienz verweisen und infrage stellen, inwieweit er den Magic überhaupt weiterhilft.

    Banchero wird das alles hören. Und auch wahrnehmen, dass sein Teamkollege Franz Wagner - mit dem er bisher nicht wirklich ideal auf dem Court harmonierte - hier oft deutlich besser wegkommt. Die Magic haben gerade den Versuch unternommen, mit einem neuen Coach (Sean Sweeney) bessere Synergien zwischen den zwei Forwards zu kreieren.

    Das muss nun aber auch gelingen - denn Orlando stellt schon jetzt das drittteuerste Team der NBA, ohne dass bisher auch nur eine Playoff-Serie gemeinsam gewonnen wurde.

    Bleiben entsprechende Erfolge aus, wird die Kritik nicht leiser werden, und womöglich wird Banchero dann derjenige sein, der seinen Abschied forciert - um anderswo zu zeigen, dass es an ihm nie gelegen hat … möglich wäre natürlich auch, dass die Magic selbst früher oder später zu dem Schluss kommen, dass einer der beiden Star-Forwards gehen sollte.

    Banchero spielte an der Duke University.
    Banchero spielte an der Duke University. IMAGO/Icon Sportswire

    Jaylen Brown (Philadelphia 76ers)

    JB wurde gerade erst getradet - gegen seinen Wunsch, wie er selbst sagte, zu einem Team allerdings, mit dem er kommende Saison vielleicht Meister werden könnte. Es könnte also sein, dass sich dieser Deal als Glücksfall für den Finals-MVP von 2024 entpuppen wird.

    Gleichzeitig hat sich Brown diese Situation nicht ausgesucht. Er hat gerade zum ersten Mal in seiner Laufbahn eine Saison als erste Option seines Teams absolviert, sich lautstark darüber gefreut, und ist nun … nicht die erste, wahrscheinlich auch nicht die zweite Option in Philly. Wie wird er damit umgehen - erst recht, wenn das Team vielleicht doch nicht so gut ist, wie von den Optimisten angenommen wird?

    Brown hat in der Vergangenheit die Anpassungsfähigkeit gezeigt, um neben anderen Stars effektiv zu sein. Ob der Willen dazu noch da ist, wird nun aber auf die Probe gestellt. Auszuschließen ist es nicht, dass sich eine gewisse Unzufriedenheit einstellt - und dass von Brown noch einmal zu hören sein wird, ehe sein aktueller Deal (noch 3 Jahre und rund 180 Mio. Dollar) ausläuft.

    Anthony Edwards (Minnesota Timberwolves)

    Die Timberwolves haben in den vergangenen Jahren angeklopft, immerhin zweimal in Serie die Conference Finals erreicht. Die Franchise befindet sich in ihrer besten Ära jemals, wobei das in diesem Fall nicht sonderlich viel zu bedeuten hat. Und 25/26 war ergebnis-technisch ein Rückschritt, so viel ist auch klar.

    Das Front Office hat nun in der Offseason viel durcheinandergewirbelt, Länge geopfert, dafür LaMelo Ball ins Team geholt. Das wird den Look des Teams dramatisch verändern. Wird es die Wolves auch näher ranbringen an San Antonio und Oklahoma City? Daran scheiden sich die Geister, und daran könnte sich auch die mittelfristige Zukunft von Edwards entscheiden.

    Mit 25 Jahren hat Ant seine Prime zwar noch vor sich, allerdings kann es in der NBA bekanntlich sehr schnell gehen. Das Trade-Pulver hat Minnesota im Wesentlichen schon verschossen, es sollte also möglichst mit diesem Team klappen. Ansonsten wäre Edwards nicht der erste Superstar aus einem so kleinen Markt, der entscheidet, anderswo bessere Aussichten auf einen Titel zu haben.

    ESPN zufolge stand Edwards vor dem Ball-Trade sogar schon relativ kurz vor diesem Punkt und äußerte intern Frustration darüber, dass sich sein Leben durch den Karl-Anthony-Towns-Trade aus dem Sommer 2024 deutlich erschwert habe. Es liegt nun an Ball, ihm das Leben wieder zu erleichtern.

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    Nikola Jokic (Denver Nuggets)

    Zum Schluss noch ein eigentlich fast unmöglicher Kandidat. Jokic hat gesagt, dass er ein "Nugget for Life" bleiben und kommenden Sommer einen neuen Vertrag in Denver unterschreiben möchte. Dass er letzteres nur aus finanziellen Gründen noch nicht getan hat, und dass die Franchise ihm vertrauen solle.

    Es ist damit zu rechnen, dass alles tatsächlich genau so kommen wird. Es ist aber eben noch nicht sicher, solange Jokic de facto im kommenden Sommer Free Agent werden kann. Und es ist auch nicht so, dass die Nuggets ihm permanent gute Argumente dafür liefern, den Rest seiner Karriere bei ihnen zu verbringen.

    Seit dem Titel 2023 hat Denver beständig Spieler verloren und nicht adäquat ersetzt, von Kentavious Caldwell-Pope bis nun zuletzt Peyton Watson. Dabei zeigten die Playoffs, wie sehr es den Nuggets mittlerweile an jungen Beinen und Athletik fehlt, generell an Defense, um mit den wirklich titelreifen Teams in der Postseason mitzuhalten.

    Die Nuggets sind überdies teuer, haben kaum noch Picks, wenig Spielraum. Aber eben den womöglich noch immer besten Spieler der Welt, der nun 31 Jahre alt ist und es eigentlich verlangt, in jedem ihm noch verbleibenden Jahr um Titel mitspielen zu können. Stand jetzt sieht es nicht so aus, als wäre das in Denver wirklich noch der Fall.

    Vielleicht ändert sich das bald wieder. Allerdings wirkt Jokic bei all seinen Eigenheiten nicht wie jemand, der zufrieden damit sein wird, einen Titel gewonnen zu haben, und danach nur noch "gut" zu sein. Auch Giannis bekannte sich immer und immer wieder zu Milwaukee, bevor er dann eines Tages damit aufhörte. Ausruhen sollte sich in Denver wohl niemand.

    Ole Frerks