vor 7 Stunden
DBBL hinkt im internationalen Vergleich hinterher
Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Frauen hat sich mit Platz vier in der erweiterten Weltspitze etabliert. Die nationale Liga hinkt dagegen im europäischen Vergleich weit hinterher. Bundestrainer Olaf Lange warnt ob dieser Situation.

Fünf Spielerinnen in der WNBA, zahlreiche weitere Akteure im Ausland. Deutschland hat im Frauen-Basketball einen Pool wie schon lange nicht mehr, doch die Damen-Basketball-Bundesliga kann dieser Entwicklung nicht Schritt halten. Immerhin standen mit Britta Daub (Freiburg), Alexandra Wilke (Keltern) und Emma Eichmeyer (Saarlouis) drei DBBL-Spielerinnen im WM-Kader, doch das Niveau der Liga bleibt bescheiden, wie auch Bundestrainer Olaf Lange auf der Pressekonferenz nach dem Spiel um Platz drei gegen Spanien anmerkte.
"Ich habe von 1995 bis 2002 in der Bundesliga gecoacht und damals hatten wir in den Topvereinen bessere Strukturen als heute", stellte Lange fest. "Wir schreiben das Jahr 2026 und das sagt schon alles. Es ist rückläufig, die Vereine sind halbprofessionell, wenn man es positiv ausdrücken möchte."
Derzeit spielt kein deutsches Team in der EuroLeague, zuletzt versuchte sich der TSV Wasserburg in der Saison 2015/16, scheiterte dabei aber schon in der Qualifikation. Der deutsche Meister, Rutronik Stars Keltern, wird wieder nur im EuroCup an den Start gehen, wo bislang das Achtelfinale das Höchste der Gefühle war.

Lange erlebte dagegen noch die goldenen Zeiten Ende der Neunziger, als er als Assistentztrainer mit Wuppertal die EuroLeague im Jahr 1996 gewann. "Die medizinischen Bedingungen sind katastrophal und vor allem im Profi-Sport braucht man Top-Bedingungen, um überhaupt auf dem höchsten Niveau trainieren zu können", führte Lange weiter aus, der aber auch weiß, dass es Sponsoren braucht, damit deutsche Teams im internationalen Vergleich mithalten können.
Eine Lösung könne er aber nicht präsentieren, schließlich arbeite er schon seit vielen Jahren in den USA und sei zu weit weg, um in dieser Hinsicht helfen zu können. Als Nationaltrainer müsse er stattdessen egoistisch sein: "Ich muss Sorge dafür tragen, dass unsere Topspieler ins Ausland wechseln und solange nicht in der Liga nichts tut, wird es für uns auch sehr schwierig, den Erfolg, den wir gerade haben, zu erhalten."
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