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    Basketball - BBL

    vor 13 Stunden

    Der Transfersommer von Berlin

    Bean bleibt, Hermannsson wohl auch: Meister Alba trotzt den Gesetzen des Markts

    Alba Berlin hat mit der Verlängerung von Justin Bean einen kleinen Coup gelandet. Trotz der Unkenrufe scheinen die Berliner auf dem besten Weg zu sein, den Großteil des Kerns der Meistermannschaft halten zu können.

    Justin Bean und Martin Hermannsson werden Alba erhalten bleiben.
    Justin Bean und Martin Hermannsson werden Alba erhalten bleiben. IMAGO/camera4+

    Das war ein Statement. Meister Alba Berlin konnte Finals-MVP Justin Bean nicht nur halten, sondern den US-Amerikaner gleich drei Jahre an die Mannschaft binden. "Justin ist ein enorm wichtiger Teil unseres Programms und eine perfekte Verkörperung unserer Kultur und Philosophie", erklärte Sportdirektor Himar Ojeda in einem Statement und traf damit den Nagel auf den Kopf.

    Bean ist ein fleißiger Arbeiter, sein Spiel ist nicht besonders laut (10 Punkte und 6 Rebounds im Schnitt) und doch war die komplette Saison klar, dass er der beste Spieler der Mannschaft war. Die Schlagzeilen gehörten zwar vor allem Jack Kayil oder Martin Hermannsson, doch Bean war mit seiner Konstanz (er absolvierte alle 49 Bundesliga-Spiele) unverzichtbar.

    Schon im vergangenen Sommer gab es diverse Angebote für den Forward, Alba blockte alles ab und schaffte es nun, den 29-Jährigen langfristig zu binden. Es ist ein Signal dafür, dass Berlin auch in der kommenden Saison wieder oben mitspielen wird.

    Alba Berlin: Zu- und Abgänge

    ZugängeAbgänge
    Jordan Ford (PG, Bahcesehir)Jack Kayil (PG)
    Julius Böhmer (PG, Göttingen)Bennet Hundt (PG, Trier)
    Joe Wieskamp (F, Jena)Michael Rataj (PF, Ulm)
    Brandon Angel (PF, Beer Sheva)Moses Wood (PF, Le Mans)

    Alba Berlin: Das Fundament bleibt

    Denn: Neben Bean soll auch Hermannsson bleiben, wenn man den Informationen des Hamburger Abendblatts Glauben schenken darf. Das wären zwei entscheidende Säulen, dazu kommt die gefestigte deutsche Rotation um Kapitän Jonas Mattisseck, Malte Delow, Sam Griesel und Center Norris Agbakoko, der zuletzt auch in der Summer League eine ordentliche Figur für die Washington Wizards abgab.

    Schmerzen tut nur der Abgang von Jack Kayil (und auch Michael Rataj), der zwar weiterhin keinen Vertrag bei den New York Knicks unterschrieben hat, allerdings in der Vorsaison nur von KK Mega Basket ausgeliehen war. Entsprechend niedrig sind die Chancen, dass der Nationalspieler noch einmal für seinen Heimatklub auflaufen wird.

    Als "Ersatz" wurde Julius Böhmer von Zweitligist Göttingen geholt. Der 24-Jährige ist talentiert, kämpfte in der Vergangenheit aber immer wieder mit Verletzungen. Diese Minuten wird Alba nicht ersetzt bekommen, deswegen wurde mit Jordan Ford bereits ein neuer Spielmacher aus der Türkei verpflichtet.

    Joe Wieskamp kommt aus Jena nach Berlin.
    Joe Wieskamp kommt aus Jena nach Berlin. IMAGO/Christoph Worsch

    Alba: Das sind die verbleibenden Baustellen

    Dazu wurden auch schon die Verpflichtungen von Brandon Angel und Joe Wieskamp für den Flügel bekanntgegeben. Der Fokus liegt hier vor allem auf Wieskamp, der zwar im Vorjahr mit Science City Jena im Abstiegskampf steckte, dennoch einer der besten Spieler der Bundesliga war. Auch seine Dienste dürften im finanzstarken Ausland begehrt gewesen sein, dennoch entschied sich der ehemalige NBA-Spieler (San Antonio) bewusst für Alba.

    Offen ist damit eigentlich nur noch, wie es mit Backup-Center J’Wan Roberts weitergeht. Der Rookie-Big spielte starke Playoffs und brachte eine Wühlermentalität unter dem Korb, die wertvoll war. Gleichzeitig sollte der Big Man ersetzbar sein, da ihm wie Agbakoko der Wurf abgeht. Wie wertvoll ein Big Man mit Wurf ist, stellte in den Finals Rataj unter Beweis, dieses Profil fehlt derzeit.

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    Gleiches gilt für einen defensivstarken Guard sowie einen weiteren Werfer von der Zwei. Es sind die verbleibenden Baustellen im Kader, der aber schon jetzt deutlich runder aussieht als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Es zeigt: Auch ohne die EuroLeague bleibt Alba ein attraktiver Standort, selbst wenn nicht die finanziellen Mittel der Konkurrenz vorhanden sind.

    Robert Arndt