22.02.2026
Mit niedrigstem Kaderbudget zum Sieg
Die BMA365 Bamberg Baskets sind zum siebten Mal Pokalsieger, zum ersten Mal allerdings als krasser Außenseiter. Umso euphorischer zeigten sich die Verantwortlichen nach dem Coup.

Feiernde Spieler im Fanblock, ein euphorisierter Trainer Anton Gavel, der vor der Medaillenübergabe alle Spieler kräftig drückte und ein tanzender Geschäftsführer. Bamberg konnte am Sonntag in München wieder feiern und selten sah man dies so ausgelassen wie im SAP Garden.
Bamberg ist zwar immer noch Freak City, aber nicht mehr das wie viele Jahre von Brose hoch gezüchtete Power House mit europäischen Stars wie Brad Wanamaker, Nikos Zisis, Casey Jacobsen, Daniel Theis, Tibor Pleiß und, und, und. Demarcus Demonia, Moritz Krimmer, Ibi Watson oder Cobe Williams hießen die Helden dieser Mannschaft, keine Namen, die überregional bekannt sind.
Umso größer war die Freude, nachdem nach Bayern mit Alba das zweite Schwergewicht aus dem Weg geräumt war. "Ich weiß gar nicht, was in den letzten vier Sekunden passiert ist", rang Höhne nach Worten. Sensationell. Fragen Sie mich nicht, wie wir das geschafft haben. Wir haben es einfach geschafft.“
Hamburg, Titelverteidiger MBC, Heidelberg, Bayern, Alba - Bamberg war in fast allen Spielen Außenseiter und gewann dennoch. "Das sind alles Teams, die international spielen. Kaliber, zu denen wir eigentlich nicht gehören", stellte auch Coach Anton Gavel fest. Laut BBL planen die Bamberger mit dem kleinsten Personalbudget der Liga - und holten trotzdem den ersten Pokal der Saison.
Dreimal ist Bamberger Recht, zum dritten Mal in Folge standen die Baskets im TOP FOUR, nun gab es den ersten Titel seit sieben Jahren. "Es ist ein Aufbruch in ein neues Zeitalter", glaubt Höhne. "Klar sind wir in der Etat-Tabelle nun eher weiter hinten, aber wir werden uns deswegen nicht ergeben, sondern strecken uns, damit wir ein echter Wettbewerber sind. Und das heute war die Bestätigung dafür."

200.000 Euro Preisgeld erhalten die klammen Bamberger für den Titel; Geld, was die Franken gut gebrauchen können. Denn klar ist auch, dass es schwer werden dürfte, alle Leistungsträger zu halten. Im Vorjahr gelang dies mit Ibi Watson frühzeitig, doch er wie auch MVP Demonia oder Spielmacher Williams dürften Begehrlichkeiten wecken.
So weit will in Bamberg aber noch niemand blicken. 13 BBL-Spiele stehen noch auf dem Programm, die direkte Playoff-Teilnahme ist möglich. Auch das hätten vor der Saison nur die Wenigsten dieser scheinbaren No-Name-Truppe zugetraut. "Wir wollen in die Play-Ins oder Playoffs und wir wollen uns eine gute Ausgangssituation für die kommende Saison schaffen, um eventuell in einem internationalen Wettbewerb mit dabei zu sein", formulierte Höhne die Ziele.
Das kann nun aber noch warten. Dank der Länderspielpause bleibt genug Zeit zu feiern, noch am Abend ging es mit dem Bus zurück nach Franken. "Wir haben eine erfahrene Organisation, die alles vorbereitet hat", lachte Höhne verschmitzt. "Dazu gibt es gutes Bier - und es wird reichlich Bier geben."
Robert Arndt