20.05.2025
Alba steigt aus EuroLeague aus
Alba Berlins Geschäftsführer Marco Baldi hat über einen möglichen Einstieg der Hauptstädter in eine potenzielle Liga der NBA Europe gesprochen. Dabei sieht er seinen Klub als eine Art Vorreiter für den europäischen Basketball. Außerdem verrät er, wie lange Alba sich an die Champions League gebunden hat.

"Ich meine das überhaupt nicht arrogant, aber ich glaube: Wenn jemand den europäischen Klubbasketball entwickeln will, dann muss er auf Berlin schauen. Denn es ist ein großer Markt, es ist die Hauptstadt der größten Volkswirtschaft Europas, mit vier Millionen Einwohnern. Es gibt eine entwickelte Basketball-Community, die wir über die letzten 35 Jahre aufgebaut haben", antwortete der 62-Jährige im Interview mit BasketNews auf die Frage, welche Rolle Alba in einer möglichen NBA-Europe-Struktur spielen könne.
"Ich glaube, wir sind interessante Gesprächspartner, immer bereit mitzugestalten, wenn jemand mit einer klaren Idee kommt, mit einem klaren Konzept, wie man eine Liga führen möchte. Wir sind nicht arrogant, aber selbstbewusst - weil wir wissen, was in Berlin in wenigen Jahren geschaffen wurde, ganz ohne Mäzene oder Fußballklubs. Deshalb ist Berlin ein bedeutender Ort für jede Liga, die in Europa eine relevante Rolle spielen will", führte er aus.
Alba war in den vergangenen Jahren in der EuroLeague aktiv, wechselt zur kommenden Saison jedoch in die Champions League, da die Anforderungen der EL für sie nicht tragbar waren. "In der EuroLeague - mit den Anforderungen, die an uns gestellt werden, und den fehlenden Möglichkeiten, dort Dinge mitzugestalten - gibt es null Perspektive. Wir sollten uns für drei Jahre verpflichten, aber wir wissen nicht einmal, ob die A-Lizenz-Inhaber sich überhaupt selbst für drei Jahre verpflichten", erklärte er und spielte damit auf einige Top-Teams an, die sich noch nicht klar zur EuroLeague bekannt haben.
Interessant ist auch, dass sich die Berliner entgegen vieler Spekulationen nur für ein Jahr zur Teilnahme an der Champions League verpflichtet haben. "Viele haben gefragt, ob wir uns jetzt für fünf oder zehn Jahre verpflichtet haben - nein, wir haben uns für ein Jahr verpflichtet. Aber wie viele andere hören auch wir, dass FIBA mit der NBA im Gespräch ist und sich dort etwas entwickeln könnte. Ob und wie die BCL dann konkret Teil davon wird, wird man sehen", sagte Baldi.
gfr