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    NBA

    vor 2 Stunden

    Der X-Faktor der Playoffs?

    Ausar Thompson bei den Pistons: Der Schlüssel - und das größte Dilemma

    Ausar Thompson hat die Detroit Pistons mit seiner außergewöhnlichen Defensive in die zweite Runde gehievt. Auch beim größten Problem seines Teams spielte der 23-Jährige jedoch eine Rolle. Gegen die Cavaliers könnte Thompson erneut zur Schlüsselfigur werden.

    Ausar Thompson steht mit den Detroit Pistons im Conference-Halbfinale der NBA-Playoffs.
    Ausar Thompson steht mit den Detroit Pistons im Conference-Halbfinale der NBA-Playoffs. Trevor Ruszkowski-Imagn Images

    Am Ende haben die Pistons es doch geschafft, sich trotz eines 1-3-Rückstandes gegen Orlando noch in die zweite Runde durchzukämpfen Wobei viele Faktoren eine Rolle spielten, allen voran Cade Cunningham, etwas unerwartet außerdem Tobias Harris als wohl zweitbester Pistons-Spieler in dieser Serie.

    Viel weiter muss man die Liste auf Seiten Detroits nicht fortsetzen, ehe der Name Ausar Thompson auftaucht - wegen des defensiven Chaos, das der Swingman über die gesamte Serie verursachen konnte. Insbesondere aber in den Spielen 5, 6 und 7, in denen Thompson jeweils wirkte wie der dritt- oder maximal viertwichtigste Spieler dieser Mannschaft.

    Slideshow: Pistons stürzen Orlando: Alle 1-3-Comebacks der Playoff-Geschichte

    Was allerdings seine Komplikationen mit sich bringt … und was nicht ganz unbeteiligt daran war, dass die Pistons überhaupt in eine solche Notlage geraten konnten.

    Der Serie aufgezwungen

    Thompson zeigte im Lauf dieser Serie, was ihn so besonders macht. In seiner erst dritten NBA-Saison wurde der 23-Jährige Dritter im Rennen um den Defensive Player of the Year-Award - was in gewisser Weise kontrovers war, weil er als Flügelspieler nach konventionellem Wissen weniger Einfluss auf ein Spiel nehmen kann als ein Big wie etwa Rudy Gobert, der sich über seinen "nur" vierten Platz entsprechend süffisant beschwerte.

    Ohne Gobert in diesem Punkt wirklich widersprechen zu wollen, war der Respekt für Thompsons Defense indes nachvollziehbar. Das ist nach Ansicht dieser Serie erst recht der Fall. Egal ob Wing oder Big, es gibt nicht viele Spieler, die eine Playoff-Serie bisweilen so an sich reißen und dominieren können, wie Thompson es gegen die Magic tat.

    "Er war großartig. Ausar ist ein großartiger Spieler", schwärmte Cunningham nicht aus Zufall nach Thompsons Auftritt in Game 5, in dem er zwar nur 6 Punkte, aber auch 15 Rebounds, 6 Assists, 5 Steals und 2 Blocks aufgelegt hatte. "Er hat sich selbst dieser Serie aufgezwungen. Genau das haben wir von ihm gebraucht."

    Ausar Thompson ist ein defensiver Freak

    "Genau das", das waren über die Serie verschiedene Dinge. In Spiel 7 etwa hatte Thompson den wohl größten Anteil daran, dass Orlandos zweitbester verbliebener Offensivspieler Desmond Bane kaum mal den Ball sah, so unermüdlich jagte und beackerte er den Edel-Shooter. Trotz dieser großen und wichtigen Aufgabe schaffte Thompson es aber auch noch, quasi an jedem anderen Ort des Courts mehrfach aufzutauchen und Plays kaputtzumachen.

    Jalen Suggs etwa nahm er die Kugel beim Ballvortrag kurz hinter der Mittellinie ab, als dieser etwas zu lose dribbelte. Gegen Paolo Banchero half er in Transition am Ring aus, als Helper gegen Post-Ups forcierte er immer wieder Ballverluste. Sein vielleicht spektakulärster Block der Serie kam in Spiel 5, als er per Pick eigentlich aus dem Weg geräumt wurde, sich dann aber wieder ins Spiel brachte und Anthony Black bei dessen Versuch aus der Mitteldistanz im Vollsprint von hinten mit voller Wucht abräumte.

    Thompson ist ein athletischer Freak, genau wie sein Zwillingsbrüder Amen zählt er zum 100. Perzentil in dieser Hinsicht. Er ist unglaublich schnell am Boden und in der Luft, dazu diszipliniert, weshalb er zu der seltensten Spezies Verteidiger zählt, die sowohl Sonderaufgaben übernehmen als auch als absolute Chaos-Agenten abseits des Balles auftreten können.

    Ausar Thompson spielte eine wichtige Rolle bei den Pistons gegen die Magic.
    Ausar Thompson spielte eine wichtige Rolle bei den Pistons gegen die Magic. Rick Osentoski-Imagn Images

    König der Stocks

    Und dabei bisweilen defensiven Impact wie ein Big ausüben. 16 Steals und 16 Blocks verzeichnete Thompson gegen die Magic, in beiden Kategorien stand er in der ersten Runde damit an der Spitze (geteilt mit Marcus Smart respektive Victor Wembanyama).

    War er der nächste Verteidiger, trafen Magic-Spieler laut nba.com am Ring 40,7% ihrer Würfe, 23,4% unter ihrem normalen Schnitt. Das ist lächerlich gut, stach in der ersten Runde sogar Gobert (-21,8%) und Wembanyama (-17,4%) aus.

    Was nicht bedeutet, dass er als Wing deren Einfluss als "Ring-Deterrer" hat, also als Spieler in Korbnähe, wegen dem es gegnerische Spieler dort gar nicht erst versuchen. Sein Einfluss war dennoch unverkennbar.

    Ausar Thompson: Seine Playoff-Stats 2025/26

    SpieleMinutenPunkteFG %ReboundsAssistsStealsBlocks
    732,88,651 %8,73,12,32,3

    Das Dilemma mit Ausar Thompson

    "Ausar ist großartig, er versteht, wie er das Spiel beeinflussen kann", lobte Pistons-Coach J.B. Bickerstaff. "Was auffällt, ist, dass er sich in jedem Spiel aufopfert und genau das tut, was das Team gerade von ihm braucht. Er nimmt sich die schweren defensiven Matchups. Ganz zu schweigen von seiner Fähigkeit, Deflections und Steals zu bekommen und Chaos zu kreieren."

    Es ist dieser Impact, der Thompson schon während der Regular Season auszeichnete und ihn zu einem der drei wichtigsten Kernstücke der Pistons-Zukunft macht - eigentlich zumindest.

    Schaut man sich wiederum diesen Kern aus ihm, Cunningham und Center Jalen Duren genauer an, wird gleichzeitig auch wieder verständlicher, warum Detroit sich gegen Orlando überhaupt erst so schwer tat.

    Kein Fortschritt als Shooter

    Offensiv brannten die Pistons über sieben Spiele nicht gerade ein Feuerwerk ab - ihr Rating von 107,7 wäre Cleaning the Glass zufolge das schlechteste aller Teams in der Regular Season gewesen. Die Tatsache, dass weder Thompson noch Duren als Shooter irgendeine Gefahr ausstrahlten, trug dazu eine ganze Menge bei und machte es den Magic oft zu leicht, die Wege für Cunningham enger zu machen.

    Thompson gilt seit Anbeginn seiner Karriere als Non-Shooter, tatsächlich nahm er in Jahr drei sogar noch deutlich weniger Dreier (0,3 pro Spiel) als in seinem Rookie-Jahr (1,8). Selbst aus der Mitteldistanz ist sein Wurf kein Faktor, auch an seinen Freiwurfquoten ist bis dato kein Fortschritt erkennbar.

    Es spricht immerhin für ihn, dass er trotzdem oft genug Wege findet, um sich irgendwie in die Offensive einzubringen - über Offensiv-Rebounds etwa, oder als Cutter, als athletischer Finisher. Thompson ist ein guter Passer aus der Bewegung, kann also auch abrollen und eine Offense am Laufen halten. Er kann das Spiel gut lesen.

    Das Problem daran ist nur, dass all dies viel mehr zum Tragen kommen könnten, wenn die Zone nicht so verstopft wäre. Detroit beschäftigt jedoch in ihm und Duren zwei Spieler, die in der Offensive funktional als Non-Shooting-Bigs auftreten. Im Regelfall ist das einer zu viel, um dauerhaft wirklich guten Offensiv-Basketball spielen zu können.

    Mit Donovan Mitchell erwartet Ausar Thompson die nächste schwierige Aufgabe.
    Mit Donovan Mitchell erwartet Ausar Thompson die nächste schwierige Aufgabe. David Richard-USA TODAY Sports

    Die nächste Sonderaufgabe für Ausar Thompson

    Es unterstreicht die Wichtigkeit davon, dass wenigstens einer der beiden über die Jahre sein Spiel nach draußen erweitert - sonst wird den Pistons offensiv immer ein gewisses Limit gesetzt sein, über das sie in Runde eins schon beinahe gestolpert wären. Was nun fürs Erste jedoch keine Rolle mehr spielen sollte.

    Jetzt sind erst einmal die Cavaliers dran. Und Thompson wird wieder gefordert sein - gut möglich, dass er derjenige ist, der Donovan Mitchell auf Schritt und Tritt folgen und versuchen soll, den explosivsten Cavs-Spieler im "Ausar Asylum" verschwinden zu lassen. Und gleichzeitig dazu beitragen muss, den manchmal sehr turnover-anfälligen Cavs die Bälle abzunehmen und im Fastbreak leichte Abschlüsse zu versenken.

    Er wirkt wie der richtige Mann für diese (Doppel-)Aufgabe. "Ich glaube nicht, dass ich in dieser Liga einen anderen Spieler gesehen habe, der mit seiner Intensität und Energie am Flügel unterwegs ist", sagte Isaiah Stewart über ihn. "Wie er verteidigt und Steals holt, er ist ein so unfassbarer Athlet. Er ist ein wirklich besonderer Typ."

    Ein Typ, der ein essenzieller Teil dabei sein muss, wenn Detroit auch diese Serie gewinnen möchte - und der aber auch bei etwaigen offensiven Problemen wieder irgendwie involviert sein könnte. Für den Moment bleibt dies das Dilemma der Pistons mit diesem Spieler, der sehr viele Leckereien mit an den Tisch bringt und eben auch einige wieder mitnimmt.

    Auf Dauer macht ihn das zu einem der spannenderen Spieler der Liga. Gut möglich, dass sich an seiner Entwicklung mit entscheidet, ob in Detroit über die Jahre tatsächlich ein beständiger Contender entstehen kann.

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    Ole Frerks

    Detroit Pistons
    DETDetroitDetroit Pistons
    06.05.
    01:00
    Cleveland Cavaliers
    CLEClevelandCleveland Cavaliers