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    NBA

    vor 3 Stunden

    Cleveland fängt sich im richtigen Moment

    Spiel 7 als Wendepunkt? Cavaliers legen alte Playoff-Zweifel ab

    Die Cleveland Cavaliers stehen nach dem 114:102-Sieg in Spiel 7 gegen die Toronto Raptors in Runde zwei. Es könnte eine richtungsweisende Partie gewesen sein, die alte Zweifel beseitigte und neue Hoffnung weckt.

    James Harden steht mit den Cleveland Cavaliers im Conference-Halbfinale.
    James Harden steht mit den Cleveland Cavaliers im Conference-Halbfinale. Ken Blaze-Imagn Images

    Diese Serie gegen die Toronto Raptors war für die Cleveland Cavaliers lange ein Spiegel ihrer bekannten Schwächen. Über weite Strecken fehlte die Konstanz, dazu kamen wiederkehrende Turnover-Probleme und Phasen, in denen die Offensive komplett stagnierte. Nach sechs Spielen stand es 3-3, beide Teams hatten sogar exakt gleich viele Punkte erzielt. Ausgeglichener konnte eine Serie kaum sein. Auch Spiel 7 begann entsprechend: Toronto führte zwischenzeitlich zweistellig, zur Halbzeit stand es 49:49. In genau diesem Szenario musste Cleveland liefern und tat es.

    Auch deshalb bekommt dieser Sieg ein anderes Gewicht. Die Cavs standen unter Druck gegen ein junges Raptors-Team ohne große Erfahrung, aber mit viel Energie. Eine Niederlage hätte die bekannten Zweifel an der mentalen Stabilität dieses Kerns weiter verstärkt. Im vergangenen Jahr ist man als Top-Seed in Runde 2 gegen die Pacers eingebrochen (1-4), im Jahr zuvor scheiterte man ebenso klar an den Celtics (1-4), vor drei Jahren sogar in Runde 1 an den Knicks (1-4).

    Turnover und Rebounds im Griff

    Nach dem ausgeglichenen ersten Durchgang drehten die Cavs im dritten Viertel auf und legten dort den Grundstein für den Sieg. Mit einem Run zu Beginn der zweiten Hälfte übernahm Cleveland erstmals dauerhaft die Kontrolle und gewann das dritte Viertel deutlich mit 38:19.

    Ausschlaggebend waren vor allem zwei Faktoren: das Rebounding und die Ballkontrolle. Die Cavs dominierten die Bretter mit 60:33 Rebounds, darunter viele Offensiv-Rebounds, die zu zweiten Chancen führten. Gleichzeitig reduzierten sie ihre Fehlerquote deutlich. Nach 13 Turnovern in der ersten Halbzeit stabilisierte sich das Team nach der Pause spürbar.

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    Dass diese Entwicklung kein Zufall war, unterstrich auch Head Coach Kenny Atkinson. "Ich glaube, diese Serie hat uns zusammengeschweißt", erklärte er nach dem Spiel. "Ihre Physis, ihre Geschwindigkeit, ihre Athletik. Das war nicht einfach. Solche Serien bauen dich auf. Es hat keinen Spaß gemacht, aber wir werden als Team besser daraus hervorgehen."

    Gleichzeitig warnte er davor, daraus falsche Schlüsse zu ziehen: "Nur weil wir das jetzt geschafft haben, ist uns nichts garantiert. Wir müssen weiter als Team funktionieren." Atkinson bezeichnete den Erfolg sogar als eine Art "Reinigung" für die Cavaliers.

    Topscorer der Cavs: Jarrett Allen.
    Topscorer der Cavs: Jarrett Allen. Ken Blaze-Imagn Images

    Jarrett Allen als Symbol des Wandels

    Der klar prägendste Spieler des Spiels war Jarrett Allen. Seine Zahlen (22 Punkte, 19 Rebounds) erzählen nur einen Teil der Geschichte. Entscheidender war seine Dominanz im dritten Viertel: 14 Punkte und 10 Rebounds in dieser Phase, in der Cleveland das Spiel kippte. Allen kontrollierte das Brett auf beiden Seiten, generierte Zweite-Chance-Punkte und nahm Toronto physisch komplett aus dem Spiel.

    Gerade im Kontext seiner Vergangenheit ist das relevant. In früheren Playoff-Serien wurde ihm immer wieder mangelnde Härte oder fehlender Einfluss in großen Spielen vorgeworfen, vor allem nach seiner viel zitierten "lights were too bright"-Aussage nach dem Playoff-Aus 2023 gegen New York (damals 9,4 Punkte und 7,4 Rebounds im Schnitt). In diesem Spiel 7 war davon nichts zu sehen.

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    Team-Faktor entscheidet

    Auch die Leistung der Stars passt in dieses Gesamtbild. Donovan Mitchell (22 Punkte) und James Harden (18 Punkte) erfüllten ihre Rollen, ohne das Spiel an sich reißen zu müssen. Gerade Harden zeigte eine wichtige Anpassung, denn nach durchschnittlich fast sechs Turnovern pro Spiel in der Serie verlor er den Ball in Spiel 7 nur zweimal.

    Hinzu kam der Impact der Rollenspieler. Max Strus (12 Punkte, 8 Rebounds, 5 Assists) und Sam Merrill (13 Punkte, 3/7 3PM) brachten Impulse, besonders in der Phase, als Cleveland offensiv noch suchte. Diese Tiefe fehlte den Cavs in der Vergangenheit oft, aber hier war sie ein klarer Faktor.

    Donovan Mitchell
    Donovan Mitchell lieferte in Spiel 7. Ken Blaze-Imagn Images

    Ausgangspunkt für mehr?

    Die Cavs gewannen, weil sie ihre größten Schwächen im entscheidenden Moment kontrollierten. Sie überstanden eine schwache erste Hälfte, reagierten auf Druck und übernahmen das Spiel strukturiert. Das war in früheren Playoff-Auftritten oft das Problem. Spiele kippten gegen sie, wenn Fehler zunahmen oder der Rhythmus verloren ging. In Spiel 7 passierte das Gegenteil.

    Mit dem Einzug in Runde zwei gegen die Detroit Pistons ist Cleveland noch nicht am Ziel. Aber dieser Sieg verändert die Ausgangslage. Die Cavaliers haben bewiesen, dass sie ein enges, physisches und fehleranfälliges Spiel unter maximalem Druck gewinnen können. Ob das nachhaltig ist, wird sich in der nächsten Serie gegen Top-Seed zeigen.

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    Lukas Hetterich

    Cleveland Cavaliers
    CLEClevelandCleveland Cavaliers
    114
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    102
    Toronto Raptors
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