vor 8 Stunden
College-Absolvent hat sich schnell eingefügt
In Michael Rataj gelang Alba Berlin kurz vor Playoff-Beginn ein Transfercoup. Der College-Absolvent verhilft dem Traditionsverein zu jeder Menge Variabilität und Tiefe. Die ersten Einsätze waren bereits vielversprechend. Doch wie geht es nach Saisonende für den Youngster weiter?

Noch bis vor einigen Wochen war Michael Rataj (Vorname wird englisch ausgesprochen) nur einigen College-Kennern ein Begriff. Weil die Unisportsaison in den Staaten aber bereits seit dem Frühjahr ruht und die Zukunft des Forward ungeklärt ist, will sich der gebürtige Augsburger nochmal in der deutschen Hauptstadt ins Schaufenster stellen.
Das gelang bislang sehr ordentlich. 7,2 Punkte (56,0% FG, 33,3% 3PT) und 3,1 Rebounds in durchschnittlich 13,9 Minuten stehen in den zehn Einsätzen bis dato zu Buche - keine Selbstverständlichkeit, wenn man überlegt, dass Rataj mitten im Spielbetrieb zur Mannschaft gestoßen war und vier Jahre College-Basketball hinter sich hat. "Pedro [Calles, Trainer von Alba Berlin, Anm. d. Red] hat es mir einfach gemacht", erklärte der 22-Jährige den guten Einstand gegenüber basketball-world.news.
"Der Trainerstab erklärt mir alles sehr gut. Wir haben unsere Konzepte und die versuche ich zu verinnerlichen. Sie nehmen mir den Druck, weshalb ich mit einem freien Kopf aufspielen kann." Wertvoll sei für ihn darüber hinaus auch das gute Zusammenspiel mit den Point Guards, allen voran Routinier Martin Hermannsson. "Es gibt manchmal Situationen, in denen ich noch nicht so viel Ahnung habe. Dann schaue ich zu ihm und er signalisiert mir dann kurz mit den Augen 'rechts, links' und dann klappt das ziemlich gut", sagte der Youngster grinsend.
Bei der schnellen Eingewöhnung ins Team habe Rataj indes auch die Mannschaftsstruktur geholfen. Schließlich sind zahlreiche Schlüsselspieler in seinem oder in einem ähnlichen Alter. "Ich habe zum Beispiel mit Jack [Kayil ] viele gemeinsame Interessen, wir sind im selben Alter und haben Bock, Basketball zu spielen."
Während Ratajs Kumpel die Albatrosse im Sommer sehr wahrscheinlich gen NBA verlassen wird, würde er selbst gern einen ähnlichen Weg einschlagen. Wie auch der Berliner Sportdirektor Himar Ojeda gegenüber basketball-world.news im April bestätigte, habe Ratajs Verpflichtung für ihn vor allem das Ziel gehabt, seinen Draftwert zu steigern. Er habe schließlich noch immer das Ziel, in die nordamerikanische Profiliga zu wechseln.
Wie es für ihn nach Saisonende weitergehen wird, ist aber noch völlig offen, wie er nun im Gespräch erzählte: "Ich habe leider keine Ahnung, wie es danach weitergeht." Ob die NBA einen Monat vor dem Draft noch immer eine Option sei, beantwortete er kryptisch: "Ja, mal schauen."
Julius Ostendorf