vor 10 Stunden
Nach jahrelangem Auf und Ab
Einen Tag nach Russell Westbrooks Rücktritt hat sich Kevin Durant mit einer emotionalen Botschaft von seinem langjährigen Weggefährten verabschiedet. Dabei erinnerte der Superstar nicht nur an die gemeinsamen Erfolge, sondern blickte auch auf die besondere Persönlichkeit seines früheren Teamkollegen zurück.

Durant eröffnete seinen Beitrag auf X mit einer Geschichte über Westbrooks außergewöhnliche Arbeitsmoral. Während er selbst sein zusätzliches Training meist nach den gemeinsamen Einheiten absolvierte, sei Westbrook häufig schon am frühen Morgen damit fertig gewesen. Ein Assistenztrainer habe Durant daraufhin erklärt, dass es wahrscheinlich schwieriger sei, bereits vor dem Mannschaftstraining zusätzliche Arbeit zu investieren - seitdem habe er Westbrooks Routine übernommen.
Auch dessen emotionale Spielweise ordnete Durant anders ein als viele Beobachter. "Viele Leute sahen die Emotionen auf dem Court und dachten, Russ sei laut. Für mich war er ruhig und methodisch", schrieb der 37-Jährige. Westbrook habe durch sein Beispiel geführt und unter dem Scheinwerferlicht alles aus sich herausgelassen. Besonders beeindruckt habe Durant, dass sein früherer Mitspieler nicht viel reden musste: "Er ist einfach aufgetaucht. 18 Jahre lang."
Acht dieser Spielzeiten verbrachten die beiden gemeinsam bei den Oklahoma City Thunder. Das Duo erreichte viermal die Western Conference Finals und zog 2012 im Alter von jeweils 23 Jahren gemeinsam in die NBA Finals ein. Durant erinnerte zudem an All-Star-Spiele, Verletzungen und Comebacks sowie an Busfahrten, Kartenspiele, Witze und Auseinandersetzungen: "Das ganze Programm war unvergesslich."

Das Verhältnis der beiden galt vor allem nach Durants überraschendem Wechsel zu den Golden State Warriors im Sommer 2016 lange als angespannt. In den folgenden Jahren kam es auch auf dem Feld wiederholt zu hitzigen Begegnungen. Mit zunehmendem Alter gingen beide jedoch versöhnlicher miteinander um - Durants Abschiedsbotschaft zeigt nun, welchen Stellenwert die gemeinsame Zeit trotz aller Differenzen für ihn besitzt.
Zum Abschluss richtete Durant einige persönliche Worte an Westbrook und dessen Familie. "Es ist mir egal, was passiert ist - man kann nicht auslöschen, was es war", erklärte er. Seinem ehemaligen Teamkollegen wünschte er, auch im nächsten Lebensabschnitt weiter Menschen zu inspirieren, und gratulierte ihm zu einer "ikonischen Karriere".
sgm