15.04.2026
Playoff-Preview: Nuggets-Wolves
Zum dritten Mal in vier Jahren treffen die Denver Nuggets auf die Minnesota Timberwolves in den Playoffs. Die Ausgangslage ist ähnlich, vieles spricht erneut für eine enge Serie zwischen alten Bekannten.

2023 setzte sich Denver in Runde eins 4-1 durch, das Ergebnis war letztlich knapper als es schien. Die Nuggets marschierten in der Folge recht locker zum Titel, ein Jahr später folgte Minnesotas Revanche, als die Wolves nach 20-Punkte-Rückstand in Spiel 7 in der Mile High City für eine faustdicke Überraschung sorgten.
Zweimal in Serie standen die Wolves nun in den Conference Finals, stets waren sie dort Außenseiter. Das gilt auch für diese Ausgabe, da Minnesota die Regular Season nur als Sechster abschloss. Unter anderem setzte es auch drei Schlappen gegen Denver, darunter an Weihnachten, als Nikola Jokic in einem Overtime-Spiel 56 Punkte, 15 Rebounds und 16 Assists verbuchte.
Denvers Offense war in den ersten Monaten einfach nicht zu stoppen, doch Verletzungen zogen sich wie ein roter Faden durch die Saison. Ausgerechnet der sonst so anfällige Jamal Murray war die einzig echte Konstante, während Jokic, Christian Braun, Aaron Gordon oder Cam Johnson alle Zeit verpassten. Gegen Ende der Spielzeit groovten sich die Nuggets aber wieder ein, zwölf Siege am Stück brachten noch Rang drei. Immer überzeugend war es nicht, doch Denver feierte unter anderem gegen San Antonio Statement-Erfolge.
| Nuggets | Stat | Timberwolves |
|---|---|---|
| 54-28 | Bilanz | 49-33 |
| 121,2 (1.) | Offensiv-Rating | 115,6 (13.) |
| 116,0 (21.) | Defensiv-Rating | 112,5 (8.) |
| +5,2 (7.) | Net-Rating | 3,1 (10.) |
| 3-1 | Direkter Vergleich | 1-3 |
Die Wolves schleppten sich dagegen etwas über die Ziellinie, durch eine Verletzung von Anthony Edwards ging der Rhythmus verloren und die Saison wurde in den letzten 19 Partien mit einer Bilanz von 9-10 abgeschlossen. Es passt zu den Wolves der vergangenen Jahre, die nie wirklich konstant gut über einen langen Zeitraum waren.
Immerhin wurde zur Trade Deadline der Kader mit Ayo Dosunmu sinnvoll verstärkt, da der alternde Mike Conley einfach keine große Rolle mehr haben sollte. Gewissermaßen wird der ehemalige Bulls-Guard die Rolle von Nickeil Alexander-Walker einnehmen, den Minnesota im Sommer ziehen ließ.
Im Prinzip sind es die Gleichen wie in den Jahren zuvor. Die Wolves sind dank Rudy Gobert eines der wenigen Teams der Liga, die Jokic nicht doppeln müssen. Entsprechend wird es schwieriger, den Ball zu den offenen Schützen laufen zu lassen. Woher kommt die Entlastung und hierbei geht der Blick zu Murray. Der Kanadier erzielte in den vier Spielen gegen die Wolves 31,5 Punkte im Schnitt (Jokic sogar 36).
Gleichzeitig werden die Nuggets hinten wieder ihre Probleme bekommen. Wie im Vorjahr ist Denver hier im unteren Mittelfeld anzusiedeln, vor allem, weil die Nuggets in am Ring zu viel zulassen. Jokic ist hier nicht ganz unschuldig, nach seiner Verletzung ging vieles viel zu einfach. Backup Jonas Valanciunas ist noch langsamer, womöglich fällt der Litauer auch ganz aus der Rotation.
Vieles wird davon abhängen, wie fit Gordon und Watson sind. Sie sind die besten Verteidiger der Nuggets, Gordon als Alleskönner im Frontcourt und möglicher kleiner Fünfer sowie Watson als Allzweckwaffe gegen die besten Gegenspieler.
Kann dieses Team den Schalter umlegen? Edwards ist notorisch dafür bekannt, die Regular Season ruhig angehen zu lassen und dann in den Playoffs zu explodieren. Auch defensiv wird der All-Star mehr gefordert sein, weil mit Alexander-Walker der beste Murray-Verteidiger wegfällt. Dosunmu kann helfen, eine Pest wie "NAW" es war, ist er nicht.
Überhaupt ist die Transformation der Bank spannend. Dosunmu ist Teil der neuen "Turbo Twins" zusammen mit Bones Hyland, der seine Karriere in Denver begann und nun sich in Minnesota in der Rotation festgespielt hat. Zusammen mit Naz Reid bringen sie Offense von der Bank, dazu könnte Kyle Anderson noch ein wenig Struktur bringen.
Das sind aber nur Randaspekte. Ballverluste waren in den vergangenen Jahren immer ein Problem, daran hat sich nicht viel geändert. Dazu greifen die Wolves nicht immer entschlossen am Brett zu, so etwas darf man sich auf dem Niveau eigentlich nicht erlauben.
Es dürfte die beste Serie der ersten Runde werden, einfach weil beide Teams sich seit Jahren tolle Duelle auf höchstem Niveau liefern. Womöglich ist es sogar die beste Rivalität, die es derzeit in der Liga gibt. Seit dem Trade von Gobert nach Minnesota gab es dieses Duell inklusive Playoffs 28-mal, beide Teams gewannen je 14 davon.
Beide Mannschaften kennen sich inzwischen in- und auswendig, man weiß, wie man den anderen nerven kann. Jokic gegen Gobert ist sowieso immer großes Kino, dazu drehte Edwards gegen Denver stets auf. Das Gefühl sagt, dass Denver womöglich mit Tim Hardaway Jr. und Bruce Brown einen Tick tiefer besetzt sind, den besten Spieler der Serie haben sie ohnehin. Sind dann Gordon, Watson und Co. fit, sollte das reichen. Ein Spaziergang wird es aber natürlich nicht.
Prognose: Nuggets in 7
Robert Arndt