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    NBA

    vor 9 Stunden

    Finals-Held auch mit Chancen

    All-Star-Debütanten 26/27: Wagner ein fast sicheres Ding - und mal wieder ein Rookie?

    Die neue Saison steht kurz bevor. Und auch wenn die Etablierten ihre Plätze mit Sicherheit nicht kampflos hergeben werden - die Spielzeit wird neue All-Stars produzieren. Wir stellen zwölf Kandidaten vor, die 2027 erstmals beim Spiel (oder den Spielen) der Besten dabeisein könnten!

    Wagner geht in seine sechste NBA-Saison.
    Wagner geht in seine sechste NBA-Saison. picture alliance / Sipa USA

    Tier 1: Fast schon sichere Dinger

    Cooper Flagg (Dallas Mavericks)

    Ist es übertrieben, bei einem Sophomore so optimistisch zu sein? Vielleicht. Andererseits ist Flagg kein gewöhnlicher Sophomore, bereits in seinem Rookie-Jahr machte er so rasant Fortschritte, dass er zum Ende hin schon häufig auf dem Level eines All-Stars agierte (22,6 PPG, 6,9 RPG, 5,4 APG nach der All-Star-Pause). Obwohl er zu den jüngsten Spielern der gesamten Liga gehörte.

    Das ist beim noch immer erst 19-Jährigen in der kommenden Spielzeit auch noch der Fall. Was aber neu ist: Mit Kyrie Irving kommt ein etablierter Star und Ballhandler zurück, der Flagg kreativ entlasten und öfter mal in Szene setzen kann. Uncle Drew sollte Flaggs Leben leichter und sein Scoring effizienter machen.

    Und er sollte nicht zuletzt dabei helfen, dass Dallas als Team etwas kompetenter wird; 26-Siege-Teams stellen selten All-Stars. Kommt Dallas auf Kurs für zumindest um die 35 Siege und setzt Flagg seine Entwicklung fort, werden die Wähler schwerlich um ihn herumkommen.

    Franz Wagner (Orlando Magic)

    Mieses Timing bei Verletzungen machte in den vergangenen Jahren mehrfach den unfreundlichen Türsteher für den Berliner; leistungstechnisch hätte es 24/25 eigentlich bereits so weit sein müssen (24,2 PPG, 5,7 RPG, 4,7 APG). Nachdem im Sommer mal kein großes Turnier anstand, hält der Körper nun hoffentlich besser durch.

    Hinzu kommt wohl eine leicht veränderte Rolle unter dem neuen Head Coach Sean Sweeney. Gelingt es diesem, die Offense der Magic endlich zu entfachen und das Team dazu zu bringen, sein Potenzial zu erreichen, führt eigentlich kein Weg an Wagner dabei, der den Analytics zufolge seit Jahren Orlandos bester Spieler ist.

    Austin Reaves (Los Angeles Lakers)

    An Wählerpotenzial mangelt es den Lakers nie, und der prominenteste Stimmenfänger der NBA hat das Team im Sommer verlassen. Reaves ist jetzt die klare Nummer zwei neben Luka Doncic und dürfte noch mehr aufblühen, zumal er nun naturgemäß noch mehr Möglichkeiten erhalten wird, die Show mit der Second Unit "solo" zu schmeißen.

    Das ist eine gute Nachricht für seine Boxscore-Zahlen. 25/26 legte Reaves laut PBPStats pro 100 Ballbesitzen fast 49 Punkte (!) in den Minuten auf, die er ohne Luka und LeBron James auf dem Court verbrachte … davon wird es jetzt mehr geben. Und natürlich harmoniert er auch mit dem Slowenen durchaus gut.

    Reaves geht in seine sechste NBA-Saison.
    Reaves geht in seine sechste NBA-Saison. Ed Szczepanski-Imagn Images

    Tier 2: Warum warten?

    Dylan Harper (San Antonio Spurs)

    Flaggs Jahrgangskollege stand kürzlich in den Schlagzeilen, weil er die Rolle als Bankspieler wohl nicht mehr so einfach hinnehmen wird wie im Rookie-Jahr. Zurecht, gewissermaßen: Er war schon in den Playoffs wahrscheinlich der zweitbeste Spieler des Vizemeisters (er hätte es trotzdem diplomatischer handhaben können).

    So oder so: Harpers Spielanteile werden, müssen wachsen, so gut ist der Combo-Guard bereits, so unwiderstehlich sein Drive. San Antonio wird ein Powerhouse bleiben, kann (mindestens) zwei All-Stars stellen, auch Stephon Castle ist definitiv ein Kandidat. Wir entscheiden uns aber für Harper, dessen Ceiling als Spieler schlichtweg höher wirkt.

    Auf 36 Minuten gerechnet legte Harper schon als Rookie 18,8 PPG, 5,4 RPG und 6,1 APG auf und war dabei effizient für einen Guard (57,4% True Shooting). Das war die erste Kostprobe. Schon in den Playoffs stiegen seine Minuten dann von 22,6 auf 26,7 pro Partie -das wird noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein.

    Kon Knueppel (Charlotte Hornets)

    Und gleich noch ein Vertreter des 2025er Draft-Jahrgangs. Dass Knueppel schon als Rookie einer der weltbesten Shooter war, ist hinlänglich bekannt. Dass er aber auch mit dem Ball in der Hand durchaus zu gefallen wusste, wenn die Möglichkeit da war, flog bisweilen ein wenig unter dem Radar.

    Das wird nun eher nicht mehr der Fall sein. LaMelo Ball ist weg, Charlotte wird mehr Creation von anderen Quellen brauchen. Knueppel ist eine Off-Ball-Waffe, strahlte schon im vergangenen Jahr aber auch Gefahr aus, wenn er selbst etwas kreierte. Seine Pullup-Dreieretwa fielen mit überragenden 42,7% - bleibt das bei höherem Volumen als bisher knapp zwei Versuchen pro Spiel ähnlich?

    Klar ist, dass es mehr Chancen für ihn geben sollte. Nicht nur für ihn - er ist nicht der letzte Hornet, mit dem wir uns hier beschäftigen. Dass er sich in der Offseason verletzt hat und den Saisonstart wohl verpassen wird, könnte Knueppel aber ein Stück weit im Weg stehen.

    Cam Boozer (Memphis Grizzlies)

    Seit Blake Griffin vor 15 Jahren wurde kein Rookie mehr All-Star - die Chance ist sehr gering, nachdem es selbst beispielsweise Victor Wembanyama und Luka Doncic nicht schafften. Trotzdem sollte Boozer zumindest eine ganz kleine Außenseiter-Chance eingeräumt werden.

    Der Ex-Dukie eröffnet die Saison als wohl wichtigster Spieler seines Teams. Es wird ihm nicht an Scoring-Optionen fehlen, viel wird über ihn laufen. Sein Spiel am College wirkte so polished, dass der eine oder andere Experte ihm direkt eine 20-10-Saison zutraut. Und Memphis im Westen gar nicht mal so chancenlos ansieht, wenn es um zumindest einen Play-In-Platz geht.

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    Wir räumen ein: Der Rookie-of-the-Year-Case wäre leichter zu machen. Eines Tages wird aber definitiv mal wieder ein Rookie beim All-Star-Game mitmachen - Boozer wirkt dafür wie ein solider Kandidat.

    Anunoby gewann 2026 mit den Knicks die NBA-Finals.
    Anunoby gewann 2026 mit den Knicks die NBA-Finals. Brad Penner-Imagn Images

    Tier 3: Jetzt oder nie

    OG Anunoby (New York Knicks) und Derrick White (Boston Celtics) fassen wir zusammen, da ihr Case ähnlich ist. Beide haben als essenzielle Bestandteile ihrer Teams Meisterschaften gewonnen, White in 2024, Anunoby in 2026. Beide sind Spieler, deren reine Counting-Stats ihren tatsächlichen Wert nicht reflektieren.

    Den Analytics zufolge sind White und Anunoby jedoch nah an der ligaweiten Top 30 oder sogar Teil davon, wenn es um den Impact geht. White bräuchte wohl wieder eine Steigerung von Downtown gegenüber 25/26 (nur 32,7%), um ernsthaft in die Konversation zu kommen. Anunoby müsste sich sein aggressiveres Scoring aus den Playoffs (20,1 PPG) in die Regular Season mitnehmen.

    Beides scheint aber durchaus im Rahmen des Möglichen zu sein. Es wäre angemessen; nachdem Jamal Murray im Vorjahr den Sprung machte, zählen White und Anunoby beide zur Shortlist der besten Spieler, die bisher noch nie am All-Star-Game teilnehmen durften.

    Michael Porter Jr. (Brooklyn Nets) war 2023 ebenfalls Champion. Mittlerweile spielt er nicht mehr für Denver, hat dafür in Brooklyn wesentlich größere Spielanteile. Sonderlich kompliziert ist sein Case nicht zu machen: Er hätte es schon in der vergangenen Spielzeit verdient gehabt (24,2 PPG, 7,1 RPG, 46/36/86-Splits).

    Damals fehlte allen voran eine gewisse Baseline-Kompetenz seines Teams, um wirklich ernstgenommen zu werden. Daran könnte Brooklyn auch in dieser Spielzeit scheitern, andererseits gibt es ja immerhin keinen Tanking-Anreiz mehr.

    Amen Thompson
    Amen Thompson könnte diese Saison den nächsten Sprung machen. Darren Yamashita-Imagn Images

    Tier 4: Und was ist mit uns

    Amen Thompson (Houston Rockets) zählt zu den spektakulärsten Spielern der Liga. Seine Offense ist zwar bisher dem Ruf zufolge eigentlich noch eine Baustelle, gleichzeitig waren seine Zahlen schon 25/26 nicht so weit von denen eines All-Stars entfernt (18,3 PPG, 7,8 RPG, 5,3 APG).

    26/27 ist nicht nur mit einer individuellen Entwicklung Thompsons zu rechnen. Die Rockets haben Fred VanVleet zurück, dadurch mehr Organisation in der Offense, wovon auch Thompson profitieren sollte. Simplifiziert sich seine Rolle und schafft er es auf beispielsweise 22 Punkte bei gleichbleibend exzellenter Defense, könnte es in diesem Jahr klappen.

    Brandon Miller (Charlotte Hornets) wäre nah am No-Brainer-Status, ließe sich sicher beantworten, ob er mit einer höheren Kreativlast zurechtkommt - und ob er diesmal ohne größere Verletzungen durch die Saison spaziert. Die Chance ist in jedem Fall gegeben (Story über ihn ggf. verlinken). Außenseiterchancen hätten in Charlotte nebenbei auch noch Coby White und Naz Reid, der seine Scoring-Vielseitigkeit erstmals in seiner Karriere als Starter zeigen wird.

    Zu guter Letzt wäre noch Josh Giddey (Chicago Bulls) zu nennen: Neuer Coach, neue Rolle,neue Teamkollegen, die eigentlich bestens zu seinem Stil passen. Der Australier legt seit Jahren oft beeindruckende Statlines auf (17 PPG, 8,3 RPG, 9,1 APG), die wenig Beachtung fanden, weil die Bulls als Team so anonym wirkten und er sich immer mal wieder verletzte.

    Vielleicht ändert sich das, und Giddey kann zur Triple-Double-Maschine in einem wenigstens ordentlichen, aufregenden Team werden. Vielleicht richtet sich der Fokus dann trotz allem eher auf Matas Buzelis oder Caleb Wilson - damit könnte man in Chicago aber sicherlich ebenfalls leben.

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    Ole Frerks