vor 2 Stunden
Überzeugender Spiel-5-Sieg gegen Vechta
Alba Berlin hat dem Druck standgehalten: Im entscheidenden fünften Spiel machten die Hauptstädter ihr vielleicht bestes Spiel der Saison und belohnten sich mit dem Einzug ins Halbfinale. Großes Lob hatten die Gewinner letztlich für Gegner Vechta übrig.

Über fünf Spiele lieferte der Underdog, der nach den Play-Ins auf dem siebten Platz durchs Ziel gegangen war, Alba einen harten Kampf und führte dabei sogar zwischenzeitlich nach drei Spielen. Auch im entscheidenden fünften Duell fiel die Entscheidung erst sehr spät in der Partie, als den Gästen die Kräfte auszugehen schienen.
"Wahrscheinlich war das letzte Spiel [Spiel 4, Anm. d. Red.] nicht so einfach für uns gewesen", versuchte Vechta-Center Tibor Pleiß die Niederlage zu erklären. "Wir haben da natürlich alles reingelegt und Berlin ist, das darf man nicht vergessen, das zweitbeste Team der Hauptrunde."
Die warmen Worte erwiderte die Gegenseite wohlwollend: "Ich muss Vechta wirklich großen Respekt zollen", schwärmte Alba-Kapitän Jonas Mattisseck. "Sie haben hervorragend gespielt, sind hervorragend gecoacht und waren in der Rückrunde wahrscheinlich eine Top-4-Mannschaft."
Dass es für die Niedersachsen letztlich nicht reichte, lag wohl weniger an ihnen selbst und mehr an der Leistung Berlins. Die 98 Punkte Albas waren für sie nicht nur ein Topwert in der Viertelfinalserie, sondern auch die höchste Anzahl seit Anfang April (101 vs. Ludwigsburg). Dabei agierte Berlin zunächst auffällig zurückhaltend von der Dreierlinie und stellte die Gäste stattdessen primär in der Zone vor Herausforderungen. Allein die beiden Guards Jack Kayil und Martin Hermannsson gingen zusammen 19 Mal an die Freiwurflinie.
Letzterer wollte trotz seines Double-Doubles (19 PTS, 10 AST) später aber weniger über sich und mehr über die ganzheitlich überzeugende Leistung seiner Mannschaft sprechen: "Wir waren von Anfang an sehr aggressiv, haben auf den Ball aufgepasst und wichtige Würfe getroffen", so der Isländer, der bilanziert: "Heute hat alles gepasst."

Entsprechend groß war die Freude nach Spielende, das für den Traditionsklub die Rückkehr unter die Top 4 in Basketball-Deutschland bedeutet. "Wir werden heute nicht feiern, aber der Sieg wird auf jeden Fall gut genossen", verriet Berlins College-Nachverpflichtung Michael Rataj. Mattisseck schob hinterher: "Heute dürfen wir zufrieden und stolz sein. Morgen schauen wir dann vorne."
Das hat auch einen Grund: Bereits am Samstag bekommt es Alba im ersten Halbfinalspiel mit den Bamberg Baskets zu tun, die ihre Siegesserie beim 3-0 gegen ratiopharm Ulm auf zehn Spiele ausgebaut haben. Mit neu gewonnenem "Selbstvertrauen und Ruhe" wird sich Berlin hier aber freilich nicht verstecken müssen.
Julius Ostendorf