vor 3 Stunden
Berlin gelingt Comeback nach 1-2-Rückstand
Alba Berlin hat die Viertelfinalserie gegen RASTA Vechta erfolgreich gedreht und steht im Halbfinale der Basketball-Bundesliga. Im Entscheidungsspiel vor heimischer Kulisse führte das Team fast über die gesamte Spielzeit, musste im Schlussviertel allerdings nochmal zittern - wenngleich nur kurz.

Bester Werfer der Berliner war Youngster Jack Kayil, der 14 seiner 20 Punkte in der ersten Hälfte erzielte. Routinier Martin Hermannsson erzielte mit 19 Punkten und zehn Assists ein starkes Double-Double. Auf Seiten Vechtas war Alonzo Verge Jr. am treffsichersten (19 PTS, 4 REB, 5 AST), wenngleich der flinke Guard nach dem Seitenwechsel kaum noch zum Zug kam.
Nach vier umkämpften und schnellen Spielen sollte das Tempo im entscheidenden fünften Duell den vergangenen Partien in nichts nachstehen. Beide Teams agierten erneut sehr aggressiv, wobei das primär für den Drive zum Korb und weniger für den Distanzwurf galt. Mitte des ersten Viertels gelang es den Hausherren schließlich per 7:0-Lauf erstmals etwas Polster aufzubauen. Vechta, die offensiv zunächst weniger durchschlagskräftig als noch zuletzt wirkten, wurden in dieser Phase vom agilen Verge Jr. im Spiel gehalten, der Berlin mehrfach mit seinem schnellen ersten Schritt zusetzte. Weil Jack Kayil in den letzten Minuten des ersten Viertels heißlief, ging es dennoch mit +6 für die Berliner in die erste Pause (25:19).

Ihr Momentum nahmen die Albatrosse direkt mit in den zweiten Durchgang. Dafür sorgte unter anderem ein anderer Youngster: College-Nachverpflichtung Michael Rataj (13 PTS in 15 MIN) sorgte mit zwei Dreiern für den ersten zweistelligen Vorsprung (37:25). Bei Vechta blieb das vielseitige Scoring dagegen aus, sodass Verge Jr. das Spiel wieder an sich reißen musste: Freiwürfe, Leger, Dreier - mit 17 (7/8 FG) der insgesamt 40 Vechta-Punkte in der ersten Halbzeit war der Guard für nahezu jeden zweiten Punkt direkt verantwortlich. Weil Alba in der Schlussphase des zweiten Viertels jedoch nochmal defensiv einen Gang zulegte, ging es mit +10 aus Gastgeber-Sicht in die Kabinen (50:40).
War die erste Hälfte der Gastgeber weitgehend eine Verge-One-Man-Show, sollte der US-Amerikaner nach dem Seitenwechsel die dringend benötigte Hilfe erhalten. TJ Bamba (19 PTS) und Tevin Brown (16 PTS) sollten erst aus der Distanz und dann auch unter dem Korb erfolgreich punkten und den Rückstand auf -6 stellen (56:50). Doch Alba blieb souverän und kam in den psychologisch richtigen Momenten zu Punkten. Routinier Martin Hermannsson erzielte neun seiner 17 Punkte im dritten Durchgang. Ein Parsons-Dreier und Herkenhoff-Freiwürfe drückten den Rückstand vor dem Schlussviertel allerdings wieder in einstelligen Bereich (74:65).
Hier sollte es erstmal so weitergehen. Kuhse eröffnete die zehn Schlussminuten aus der Mitteldistanz, ehe Herkenhoff den 12:0-Lauf für die Gäste perfekt machte (74:70). Ein unsportliches Foul von Ferner nahm Vechta allerdings wieder den Wind aus den Segeln und brachte die Hausherren zurück ins Spiel. Kayil marschierte durch die Verteidigung für zwei Punkte, legte einen Bean-Leger auf und scorte nach eigenem Steal per krachendem Dunk gleich nochmal (84:73). Die Entscheidung.
Alba Berlin steht damit wieder im Halbfinale der BBL-Play-offs und trifft hier bereits am Samstag auf die BMA365 Bamberg Baskets. Die Franken hatten ratiopharm Ulm mit drei Siegen aus drei Spielen weggefegt.
jos