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    Basketball - BBL

    vor 7 Stunden

    München jagt den Threepeat

    Alba fordert Übermacht Bayern: BBL-Rekordfinale im Check

    Der FC Bayern München und Alba Berlin treffen zum siebten Mal in den BBL-Finals aufeinander, so oft wie keine anderen Teams zuvor. Die Bayern gehen nach zwei Play-off-Sweeps als klarer Favorit in die Serie, doch Berlin hat in den vergangenen Wochen bewiesen, dass es mit Druck umgehen kann.

    Zwei der wohl besten Spieler ihrer Teams: Martin Hermannsson im Duell mit Andreas Obst.
    Zwei der wohl besten Spieler ihrer Teams: Martin Hermannsson im Duell mit Andreas Obst. IMAGO/Beautiful Sports International

    Es ist das Duell zweier Schwergewichte des deutschen Basketballs, und trotzdem kein Finale auf Augenhöhe. Die Bayern gehen als Hauptrundenerster, mit Heimvorteil und einer makellosen Play-off-Bilanz von 6-0 in die Serie. Berlin hat sich den Finaleinzug hart erarbeitet, im Viertelfinale gegen Vechta und auch im Halbfinale gegen Bamberg mussten die Albatrosse über die volle Distanz gehen. Der deutliche 97:66-Sieg in Spiel fünf gegen Bamberg dürfte aber Selbstvertrauen geben.

    Historisch ist die Serie sowieso besonders. Zum siebten Mal seit 2014 treffen Bayern und Berlin in den Finals aufeinander. Damit wird das Duell zum häufigsten Finalduell der BBL-Geschichte.

    Die Serie im Überblick:

    Bayern kommt aus der Position der Stärke

    Sportlich gehen die Münchner mit deutlichen Vorteilen in die Serie. Die Bayern legten in den Play-offs bislang 90,5 Punkte pro Spiel auf und stellen daneben die beste Defensive der Endrunde. Nur 73,5 gegnerische Punkte pro Partie und eine gegnerische Feldwurfquote von 42,1 Prozent sind Bestwerte.

    Dazu kommt die Frische. Berlin musste zweimal fünf Spiele gehen, München sweepte erst Trier und dann Bonn. Der Titelverteidiger hatte vor dem Finalauftakt sieben Tage Pause, Alba nur zwei.

    Auch die Tiefe des Kaders spricht für die Mannschaft von Svetislav Pesic. Selbst den Ausfall von Liga-MVP Andreas Obst in den letzten beiden Halbfinalspielen gegen Bonn konnten die Bayern auffangen. Xavier Rathan-Mayes übernahm mit 20 und 27 Punkten.

    Alba braucht Tempo, Aggressivität und gute Entscheidungen

    Für Berlin führt der Weg in diese Serie vor allem über Energie und Rhythmus. Die Mannschaft von Pedro Calles muss ihr Fastbreak-Spiel etablieren, defensiv aggressiv auftreten und die Münchner Ballhandler früh unter Druck setzen. Gerade auswärts wird das zur wichtigsten Aufgabe.

    Offensiv hängt viel an Martin Hermannsson und Jack Kayil. Beide bilden mit 13,3 beziehungsweise 13,4 Punkten im Schnitt das Berliner Topscorer-Duo der Play-offs. Gegen Münchens Guards um Justus Hollatz und Nenad Dimitrijevic dürfen sich die Berliner Spielmacher kaum schwächere Phasen erlauben.

    Ein weiterer wichtiger Faktor ist Michael Rataj. Die Nachverpflichtung schlug schnell ein und war mit 13,2 Punkten pro Partie Berlins bester Scorer im Halbfinale gegen Bamberg. Durch seine Vielseitigkeit kann Alba verschiedene Formationen spielen.

    Einer der stärksten Spieler der Bayern in den aktuellen Play-offs: Nenad Dimitrijevic.
    Einer der stärksten Spieler der Bayern in den aktuellen Play-offs: Nenad Dimitrijevic. IMAGO/Jürgen Schwarz

    Entscheidende Duelle auf Guard und Big

    Auf Münchner Seite ragt in den Play-offs bislang Nenad Dimitrijevic heraus. Der Guard trifft in der Endrunde 61,1 Prozent aus dem Feld und 61,9 Prozent seiner Dreier und ist damit einer der effizientesten Spieler der bisherigen Play-offs. Berlin wird versuchen müssen, seinen Rhythmus früh zu stören.

    Unter dem Korb und auf den Forward-Positionen wird das Duell ebenfalls spannend. Oscar da Silva kommt für die Bayern auf 14,3 Punkte pro Partie und bringt im Low Post viel Qualität mit. Auf Berliner Seite könnten Rataj, Justin Bean, Norris Agbakoko und je nach Formation auch Moses Wood gefordert sein.

    Besonders wichtig wird auch die Dreierlinie. Bayern hat mit Obst, Rathan-Mayes und Justinian Jessup mehrere gefährliche Schützen. Berlin zeigte in Spiel fünf gegen Bamberg, dass die eigene Offensive funktionieren kann, wenn Ballbewegung und Wurfqualität stimmen, 42 Prozent Dreierquote waren dort ein klares Ausrufezeichen.

    Svetislav Pesic (r.) wird seine Karriere als Trainer beenden.
    Svetislav Pesic (r.) wird seine Karriere als Trainer beenden. IMAGO/Eibner

    Pesics letzter Tanz gegen Calles’ erste Finals

    Auch an der Seitenlinie bietet diese Serie eine besondere Geschichte. Svetislav Pesic steht vor dem letzten Kapitel seiner großen Trainerkarriere. Der 76-Jährige könnte mit den Bayern nicht nur den ersten Threepeat der Vereinsgeschichte holen, sondern auch in vier verschiedenen Jahrzehnten deutscher Meister werden.

    Auf der anderen Seite steht Pedro Calles erstmals als Headcoach in den Finals. Der Berliner Trainer hat in dieser Saison schon einiges aus einem deutlich jüngeren und weniger erfahrenen Kader herausgeholt.

    Die Favoritenrolle bleibt aber eindeutig. München hat mehr individuelle Qualität, mehr Erfahrung, mehr Tiefe und deutlich mehr Erholung. Berlin bringt dagegen Druckresistenz, Flexibilität und das Gefühl mit, in diesen Play-offs schon mehrfach aus schwierigen Situationen gekommen zu sein.

    • Ausgerechnet gegen Berlin: Pesics letzter Tanz im Zeichen der Vergangenheit
    • Größter BBL-Aderlass aller Zeiten: Diese Talente zieht es jetzt ans College
    • "Ich habe uns im Finale gesehen": Bambergs Traum platzt in Berlin

    Lukas Hetterich

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